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Marburg Freude übers Abi, Trauer über Feierverbot
Marburg Freude übers Abi, Trauer über Feierverbot
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13:27 02.04.2020
Abi 2020 in Marburg: Carolin Lotz (17), Jonas Walter (19), Joshua-David Dobbener (19) und Lara Mrosz (18) von der Elisabethschule haben es geschafft – unter erschwerten Corona-Bedingungen. Quelle: Foto: Björn Wisker
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Marburg

Keine Lerngruppen zu haben, sich nicht einander mit Stärken und Schwächen in den Fächern helfen zu können: „Das war eine schwierige Zeit. Beim Lernen, den Vorbereitungen auf die Klausuren so auf sich alleine zurückgeworfen zu sein, war sehr anstrengend", sagt Carolin Lotz (17), Elisabethschülerin.

Die Lehrer hätten aber geholfen wie und wo sie – mit technischen Mitteln wie Video-Chats – konnten. „Für die gröbsten Fragen war das okay, aber es ersetzt keinen richtigen Unterricht und Kontakt."

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Gelitten habe man auch unter „der Ungewissheit und dem Hin und Her, ob wie wann geschrieben wird", sagt Joshua-David Dobbener (19). Mal sei von Absage, mal vom Durchziehen die Rede gewesen – insgesamt sei das eine „belastende Phase" gewesen.

OP-AUFRUF: Her mit Euren Abi-Fotos

Keine Abi-Parade? Das heißt auch: Keine Fotos von der Abi-Parade in der OBERHESSISCHEN PRESSE. Deswegen unser Aufruf: 

Liebe Abiturienten, 

wir wollen Euch trotz Corona in der OBERHESSISCHEN PRESSE zeigen, in der gedruckten Zeitung wie auch online.

Bitte sendet uns deshalb ab sofort Selfies oder Fotos von Euch per E-Mail an abitur2020@op-marburg.de. Nicht vergessen: Vor- und Nachnamen angeben sowie Alter und Schule.

Lara Mrosz (18) ist vor allem „das Abrupte, dieses plötzliche Alles-ist-anders" im Gedächtnis. Von jetzt auf gleich zu Hause lernen zu müssen, den geballten Stoff angesichts der auch die Familien auf allen Ebenen beschäftigenden Corona-Wirren durchzuackern, sorge umso mehr dafür, dass sie „froh ist, das überstanden zu haben“.

Er habe davon profitiert, sehr früh mit dem Abi-Lernen begonnen zu haben, weshalb er „ganz gut klargekommen“ sei, sagt Jonas Walter (19). „Man hatte zuletzt ja eh nur Zeit fürs Lernen, weil alles andere – bei mir Fußball – wegfiel." Trotzdem seien die letzten Wochen „mit der immer weiter wachsenden Anspannung nicht leicht" gewesen.

Für alle vier bitter: das nicht nur in Marburg herrschende Feierverbot samt Absage der an diesem Freitag eigentlich geplanten Abiparade. „Auf Party, Parade und mit Freunden zusammensein habe ich mich so gefreut, dass das jetzt nicht geht, ist echt super bitter", sagt Lotz unter dem Nicken ihrer Freunde. „Das Besondere, der spezielle Abschluss fehlt uns einfach", sagt Mrosz.

„Die Umstände sind so einmalig wie schwierig für die Schüler. Aber viele sind erstmal froh, dass sie es hinter sich, die Prüfungen hinter bringen konnten", sagt Gunnar Merle, Leiter der Elisabethschule, im OP-Gespräch.

Leider nähmen Corona, die aktuellen Abstands- und Veranstaltungs-Regelungen den Jugendlichen viele eigentlich klassische Abi-Erlebnisse –beginnend schon beim aufgeregten Nach-Klausuren-Austausch auf dem Schulhof über die Abistreiche bis hin zur normalerweise an diesem Freitag durch die Stadt ziehende Abiparade samt den folgenden größeren und kleineren Partys.

„Das gehört ja auch alles irgendwie dazu. Aber trotzdem kann der 2020er-Abijahrgang so stolz auf sich sein wie selten zuvor einer. Die Schüler haben Tolles geleistet."

Von Björn Wisker

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