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Marburg Franz lässt nicht locker
Marburg Franz lässt nicht locker
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16:00 10.12.2019
Der achtjährige Franz Ellenberger hat dafür gesorgt, dass das Sauersgäßchen eine Spielstraße wurde. Quelle: Thorsten Richter
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Marburg

Franz Theo Ellenberger hat den Oberbürgermeister beim Wort genommen. Dr. Thomas Spies (SPD) hatte im August bei der Aktion „Fair im Verkehr“ an der Emil-von-Behring-Schule gesagt, dass er immer ein offenes Ohr für die Schüler hat.
Und das hat der Achtjährige gleich ausgenutzt.

Noch am selben Tag hat er dem Stadtoberhaupt von den schnellen Autos in seiner Straße berichtet und einen Wunsch geäußert: „Das Sauersgäßchen soll endlich eine Spielstraße werden.“ Denn es wohnen viele Kinder in den Häusern an der Sackgasse und auch einige ältere Anwohner haben Mühe, schnell an die Straßenseite zu gehen, wenn die Autos viel zu schnell unterwegs sind.

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Mutter Monika Ellenberger erzählt gestern: „Wir haben schon Autos angehalten, mit den Paketzustellern persönlich gesprochen, dass sie ihr Fahrtempo reduzieren möchten. Aber gebracht hat das auf Dauer nichts.“ Sogar das selbst aufgestellte Schild einer Nachbarin, mit dem Hinweis, dass Kinder auf der Straße spielen, wurde vielfach ignoriert, ja sogar einmal geklaut.

Nach drei Monaten war das Schild endlich montiert

„Der Verkehr in unserer Straße war oft Thema bei uns zu Hause. Das hat der Franz natürlich immer mitbekommen“, sagt Mutter Monika, die sehr stolz auf ihren Franz ist. Denn der hat es nicht bei diesem einen Gespräch mit dem Oberbürgermeister belassen. Jedes Mal, wenn er ihn zufällig auf dem nach-Hause-Weg in der Oberstadt getroffen hat, ist er zu ihm gegangen und hat ihn auf sein Sauersgäßchen angesprochen und wann die Straße denn nun zur Spielstraße wird.

Nach drei Monaten war das Schild endlich montiert und gestern Nachmittag große Einweihungsfeier. Franz‘ Freunde, Nachbarn und Eltern waren dabei, als die Hartnäckigkeit des Achtjährigen belohnt wurde. Ganz aufgeregt lief der Blondschopf mit einem Ball und den Nachbarskindern auf der Straße­ 
zum blauen­ Spielstraßenschild an der Ecke Roter Graben.

„Ich habe das ja nicht nur für mich gemacht, sondern auch für die anderen Kinder und die Frau Ebert, die nicht mehr so schnell gehen kann“, sagt er ganz bescheiden, obwohl der Oberbürgermeister ihn gerade eben als Beispiel „eines engagierten Bürgers, der ohne jede Scheu vor der Stadtverwaltung aktiv geworden ist“, hervorgehoben hatte. Papa und Mama Ellenberger stehen daneben. Ihnen ist anzumerken, wie stolz sie auf ihren mutigen und hartnäckigen Franz sind.     

von Katja Peters

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