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Marburg Frank Eggers ist neuer Vorsitzender im UKGM-Betriebsrat
Marburg Frank Eggers ist neuer Vorsitzender im UKGM-Betriebsrat
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19:09 02.06.2021
Frank Eggers bei seiner Rede während der Mai-Kundgebung vor dem DGB-Haus in der Bahnhofstraße. Eggers wurde am Mittwoch zum Betriebsratsvorsitzenden des UKGM Marburg gewählt.
Frank Eggers bei seiner Rede während der Mai-Kundgebung vor dem DGB-Haus in der Bahnhofstraße. Eggers wurde am Mittwoch zum Betriebsratsvorsitzenden des UKGM Marburg gewählt. Quelle: Tobias Hirsch
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Marburg

Wer schon einmal auf einer Demo in Sachen UKGM war, kennt auch Frank Eggers. Denn meist hat er nicht nur eine kämpferische Rede vorbereitet – sondern auch ein Protestlied. Am Mittwoch wurde Eggers, der seit rund 15 Jahren Betriebsratsmitglied des UKGM ist, zum Vorsitzenden des Gremiums gewählt. Nötig geworden war die Neuwahl, nachdem Michael Kroll vor knapp zwei Wochen völlig überraschend zurückgetreten war (die OP berichtete).

Nach der Wahl sagte Frank Eggers im Gespräch mit der OP: „Ich verstehe das Amt des Vorsitzenden nicht als eine One-Man-Show. Denn letztlich bin ich zwar das Exekutiv-Organ und das Sprachrohr. Aber dem geht die Zusammenarbeit des gesamten Gremiums voraus. Der Vorsitzende kann immer nur so gut sein wie das Gremium, das mit ihm zusammenarbeitet.“ Enger Austausch sei ihm in diesem Zusammenhang wichtig, „denn das bildet die Grundlage für unsere Entscheidungen“.

Aufgabe sei es, „dass wir die Rahmenbedingungen, unter denen am UKGM gearbeitet werden muss, gut entwickeln“. Dazu gehöre es auch, sich um die steigende Zahl der Überlastungsanzeigen zu kümmern. „Es gibt zahlreiche Bereiche in unserem Klinikum, in denen Überlastungssituationen vorliegen. Da müssen wir punktgenau hinsehen, wo unsere Unterstützung notwendig ist – das werden wir dann an die Geschäftsleitung kommunizieren, um Abhilfe zu schaffen“, so Eggers.

Einstimmig gewählt wurde Eggers nicht – es gab bei 14 Ja-Stimmen eine Gegenstimme und drei Enthaltungen. „Ich danke jedem Mitglied des Gremiums für seine ehrliche Abstimmung. Denn es ist mir wichtig, dass jeder so seine Überzeugung ausgedrückt hat.“

Im Betriebsrat liegen die Gründe, warum Michael Kroll zurückgetreten ist, im Dunkeln, denn Gespräche habe es keine gegeben, „wir wurden damals kalt erwischt und die Entscheidung hat uns stark berührt“, sagt Eggers. Dabei seien alle der Meinung gewesen, „dass er ein guter Vorsitzender ist“. Nun gelte es, die Entscheidung zu akzeptieren und nach vorne zu blicken. Denn: „Es gibt genug zu tun. Ich habe fest vor, die Amtszeit zu beenden – und dann kommendes Jahr, wenn Neuwahlen anstehen, in Rente zu gehen. Daher sehe ich die Wahl auch als besondere Verpflichtung – und werde mich umso stärker mit der Unterstützung des gesamten Gremiums für die Belegschaft einsetzen.“

Von Andreas Schmidt