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Marburg Fürstlicher Gartenfan hilftbei Aktion „Ich blüh für dich“
Marburg Fürstlicher Gartenfan hilftbei Aktion „Ich blüh für dich“
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19:46 22.06.2021
Floria Landgräfin von Hessen (Mitte) wurde beim Besuch im Botanischen Garten von Uni-Vizepräsidentin Professorin Sabine Pankuweit (links) und Uni-Präsidentin Professorin Katharina Krause empfangen. Im Hintergrund sieht man die sanierungsbedürftigen Schaugewächshäuser.
Floria Landgräfin von Hessen (Mitte) wurde beim Besuch im Botanischen Garten von Uni-Vizepräsidentin Professorin Sabine Pankuweit (links) und Uni-Präsidentin Professorin Katharina Krause empfangen. Im Hintergrund sieht man die sanierungsbedürftigen Schaugewächshäuser. Quelle: Manfred Hitzeroth
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Marburg

Denn sie ist die Schirmherrin der Fundraising-Kampagne der Universität, bei der Geld für die Sanierung der Gewächshaus-Anlagen des Botanischen Gartens gesammelt wird.

Zur Begrüßung der Landgräfin hatte Uni-Präsidentin Professorin Katharina Krause bereits eine frohe Botschaft parat. Für die Kampagne „Ich blüh für dich. Spende für mich“ (www.ich-blüh-für-dich.de) sind bereits jetzt rund 127 000 Euro zusammengekommen. Das sind rund zehn Prozent der Summe, die die Universität zusätzlich zu den Landesmitteln insgesamt benötigt. Damit sollen die maroden Schaugewächshäuser und die Anzuchthäuser grundlegend saniert werden. Schon Ende dieses Jahres sollen auf jeden Fall die ersten Arbeiten beginnen, und dann wird es im kommenden Jahr weitergehen.

Fiora Landgräfin von Hessen ist Nutzgarten-Fan

Mit Floria Landgräfin von Hessen wurde für die Spendenkampagne eine wahre Gartenfreundin als Schirmherrin gewonnen. Mit prächtigen Gärten kennt sich die Schirmherrin aus. Seit vielen Jahren ist sie auch für das „Fürstliche Gartenfest“ im Frühsommer auf Schloss Fasanerie bei Fulda und im Herbst im Park von Schloss Wolfsgarten bei Langen in Südhessen zuständig. Bei beiden öffentlichen Veranstaltungen, die jeweils an einem langen Wochenende stattfinden, stellen renommierte Pflanzenzüchter aus und es kommen Tausende von Besuchern. Zudem gibt es dort auch immer spezielle Themen, über die dann Experten Gastvorträge halten.

Doch nebenbei ist Gräfin Floria auch noch bekennender Fan eines Nutzgartens, wie sie im Gespräch mit der OP verriet. Und sie arbeitet zudem noch gerne im eigenen Garten. So war sie im vergangenen Jahr begeistert über eine reichhaltige Erdbeerernte. „Ich bin mit Gärten großgeworden“, bilanziert sie.

So war die Vertreterin des hessischen Fürstenhauses wirklich prädestiniert dafür, als Schirmherrin für das Fundraising-Projekt zu werben. Vom Botanischen Garten in Marburg war sie jedenfalls auf Anhieb begeistert. „Er ist faszinierend für Besucher und unverzichtbar für Studierende der Uni Marburg“, meint sie. „Gewächshäuser sorgen dafür, dass Tausende von exotischen Gewächsen hier beste Bedingungen finden. Hier ist die Welt vertreten.“

Anhand der Pflanzenvielfalt im Botanischen Garten könne man hier auch Kindern und Jugendlichen mehr Begeisterung für Pflanzen vermitteln. Hier könne man Fragen beantworten wie „Wie wächst Kakao?“ oder „Wie blüht Vanille?“

Besonders spannend findet sie die Vielfalt der Pflanzen in den verschiedenen Gewächshäusern von der tropischen Dschungelwelt über das Kakteenhaus bis zu dem Nutzpflanzen-Gewächshaus. Aber auch die moderne Architektur der Gewächshäuser, aufgrund derer diese unter Denkmalschutz stehen, hat es ihr angetan.

Spenderin hat jede Menge Ideen für Kampagnen

Und so lauschte sie aufmerksam den Ausführungen der Präsidentin über die besondere Gestaltung der Gewächshaus-Anlage, die jetzt in die Jahre gekommen ist und dringend renoviert werden muss. Mit Interesse besichtigte Floria von Hessen am Ende ihres Besuchs auch die Spenderbeete. Gärtnerinnen des Botanischen Gartens haben hier Anfang April zu Ehren der Spender zwei Beete mit Staudenpflanzen angelegt, die möglichst ganzjährig blühen sollen. Und diese bunten Pflanzen sind schon ganz schön in die Höhe geschossen.

Floria Landgräfin von Hessen hat für den weiteren Verlauf der Spendenkampagne jedenfalls noch jede Menge Ideen. So könnte der Marburger Botanische Garten beispielsweise mit einem Stand bei den Gartenfesten vertreten sein und für sein Anliegen werben. Und auch das Potenzial der Rhein-Main-Region sieht sie als noch längst nicht ausgeschöpft. Ein Besuch des drittgrößten deutschen Botanischen Gartens lohne sich auch für Menschen aus der rund eine Autostunde entfernten Stadt Frankfurt allemal, meint sie. Für die Aktion in Marburg will sie jedenfalls jetzt weiter mit Tatkraft und Freude die Werbetrommel rühren.

Zu Marburg hat die Schirmherrin überdies eine besondere Beziehung: Die Stadt war Witwensitz der Elisabeth von Thüringen, Stammmutter des hessischen Fürstenhauses. Über ihrem Grab wurde im 13. Jahrhundert die Elisabethkirche errichtet. Der Enkel der Heiligen Elisabeth wurde erster hessischer Landgraf. Hoch über der Altstadt erbaute Heinrich I. sein Landgrafenschloss, das noch heute eine bedeutende Sehenswürdigkeit der Stadt Marburg ist.

Die besondere Beziehung des Hauses Hessen zur Universität erwähnte Uni-Präsidentin Krause auch. Und dieses sei beileibe nicht nur eine Geschichte von Männern gewesen, freute sich die Präsidentin. Schließlich habe nach dem Dreißigjährigen Krieg auch eine Fürstin die Universität wiedergegründet

Von Manfred Hitzeroth