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Marburg Hochsicherheit im „Baukastensystem“
Marburg Hochsicherheit im „Baukastensystem“
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18:00 13.01.2022
Sälzer baut mit der neuen Hochsicherheitsfassade auf die bewährte Pfosten-Riegel-Fassade von Schüco auf.
Sälzer baut mit der neuen Hochsicherheitsfassade auf die bewährte Pfosten-Riegel-Fassade von Schüco auf. Quelle: Schüco International
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Marburg

Vor gut drei Jahren wurde das Marburger Unternehmen Sälzer, das seit mehr als 50 Jahren auf die Entwicklung, Produktion und Installation von Sicherheitstechnik spezialisiert ist, Teil der internationalen Schüco-Gruppe. Seit Beginn dieses Zusammenschlusses gab es zwei erklärte Ziele, die Tim Füldner, Mit-Geschäftsführer von Sälzer, im vergangenen Jahr im OP-Gespräch noch einmal verdeutlichte: „Zum einen den Vertrieb und das Marketing professionell auszubauen. Und zum anderen die hoch individuellen Lösungen von Sälzer auch in das System-Produktportfolio von Schüco einzubinden.“

Denn solche Systeme hätten ja einen Sinn: „Im Prinzip versuche ich ja, über ein Systemgeschäft individuelle Architektur möglichst günstig zu ermöglichen.“ Das biete den Vorteil, „nicht für jedes Bauvorhaben wieder bei null anfangen zu müssen“, erläuterte Füldner. Die Herausforderung dabei sei, dass Höchstsicherheit „immer eine Kombination von verschiedenen Themen und Anforderungen ist – da gibt es kein Standard-System.“

Und genau diese Herausforderung wurde nun in einem ersten gemeinsamen Projekt realisiert: Eine bewährte Pfosten-Riegel-Fassade aus Aluminium von Schüco wurde nun zu einer Sicherheitsfassade weiterentwickelt.

Was ist das Besondere daran?

Sälzer-Geschäftsführer Walther Sälzer erläutert: „Unsere Lösungen lassen sich nicht einfach in ein bestehendes System pressen. Das heißt, dass die Teams die bestehenden Elemente bis in die kleinsten Details analysiert haben, um dann zu schauen, wie das Thema Hochsicherheit implementiert werden kann.“ Dieser Prozess habe schon zeitnah nach Beginn der Schüco-Partnerschaft begonnen und sei nun abgeschlossen. „Das ist ein Meilenstein“, sagt Sälzer. Von Beginn an sei es das Ziel gewesen, Hochsicherheit schlank integriert in das Produktportfolio von Schüco einzubinden – dieses Ziel sei mit dem ersten Projekt erreicht. Der Vorteil: Durch die Zusammenarbeit mit Sälzer wird Hochsicherheit bereits in der Planungs- und Entwicklungsphase von Schüco-Systemen berücksichtigt. Zudem können die Systeme kontinuierlich optimiert werden, um hohen Sicherheitsanforderungen gerecht zu werden.

Von außen unsichtbar biete das bewährte Fassadensystem nun umfassenden Schutz bei einer gleichbleibenden Konstruktion. Füldner sagte im OP-Gespräch: „Sicherheit soll unsichtbar sein – eine schusssichere Weste wollen Sie ja auch nicht sehen.“ Das Besondere der nun realisierten Lösung: Bei der Hochsicherheitsfassade können Sicherheitsanforderungen miteinander kombiniert werden. So kann beispielsweise eine hochgradig einbruchhemmende Fassade gebaut werden, die in Teilbereichen durchschuss- oder sprengwirkungshemmend ist oder vor allen drei Bedrohungen gleichermaßen schützt.

System hält Test mit 500 Kilo Sprengstoff stand

Die Weiterentwicklung bietet Einbruchhemmung bis zu einer Widerstandsklasse RC5 sowie eine Durchschusshemmung bis FB7. Einem Sprengtest mit 500 Kilo Sprengstoff hält das Fassadensystem ebenfalls stand – und das quasi mit „Brief und Siegel“, denn alle Sälzer-Konstruktionen werden vorab umfassend und oftmals weit über die Norm hinaus von unabhängigen Instituten getestet und zertifiziert für höchste Sicherheitsanforderungen. Wie widerstandsfähig sie sind, konnten Besucher auch bei einem kleinen Live-Sprengtest während des Marburger Sicherheitstags auf dem Firmengelände im Stadtwald erleben.

Die Hochsicherheitsfassade bietet hohen Widerstand vor Einbrechern mit schwerem Gerät und Attentätern mit Langwaffen sowie vor terroristischen Anschlägen. Die Fassade schützt aber auch vor Schäden, die sich in Industriegebäuden durch Störfälle oder Unfälle ereignen können, wie Verpuffungen oder Gasexplosionen.

Zudem kann die Hochsicherheitsfassade nahtlos mit dem ungesicherten Bereich der bisherigen Pfosten-Riegel-Fassade kombiniert werden. Ein Vielzahl von geprüften und zertifizierten Sicherheitstüren und -fenstern vervollständigen das Hochsicherheitssystem. Dadurch ergibt sich eine Vielfalt an Gestaltungsmöglichkeiten und gleichzeitig kann das komplette Spektrum an Sicherheitsanforderungen abgedeckt werden.

Von Andreas Schmidt

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