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Marburg Filme beschreiben Bild der Gesellschaft
Marburg Filme beschreiben Bild der Gesellschaft
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17:43 04.12.2012
Drei junge Marburger Studenten und Filmemacher: Dilek Okur (von links), Laura E. Naumann und Gerrit Lange.Foto: Bader Quelle: Mareike Bader
Marburg

Die Marburger Studentin Laura Naumann ist eine der drei Veranstalter und war völlig überwältigt von dem Erfolg des Festivals. Für sie ist das Festival die richtige Gelegenheit ihre beiden Studienfächer Kunst-Musik-Medien und Vergleichende Religions- und Kulturwissenschaften zu kombinieren.

Die Idee zu dem Festival kam ihr und ihren beiden Mitstreiterinnen Dorothea Braun und Johanna Kost bei einem Besuch des „Göttingen International Ethnografic Film Festival“, das sie auch bei ihrem Vorhaben in Marburg unterstützt hat.

Den drei Studentinnen war es besonders wichtig, das Festival für alle offen zu halten. Durch die Kooperation mit dem Trauma und den vielen ehrenamtlichen Helfern konnten Eintritt und Getränkepreise niedrig gehalten werden. Vielleicht war das mit ein Grund dafür, dass der kleine Kinosaal des soziokulturellen Zentrums nonstop voll war.

Am Samstagmittag saßen sogar einige Leute auf dem Boden, weil weder Stühle noch Platz auf der Treppe frei waren.

Das Publikum war wie die Filmemacher und die Themen der Filme komplett unterschiedlich. von Studenten bis zu älteren, wissenschaftlich interessierten Besuchern reichte das Spektrum an den zwei Tagen.

Die Filme im Programm waren größtenteils dokumentarisch wie „Weaving Place“ von Gerrit Lange, der in Marburg Religionswissenschaft studiert. Er hat an der Universität Hindi gelernt und über seinen Lehrer ein Praktikum im indischen Teil des Himalaya bekommen.

Seine Erfahrungen bei einem Fest zu Ehren der Schlangengöttin Nagina Devi hat er mit einer kleinen Handkamera festgehalten.

Das sei gar nicht so einfach gewesen, erzählt der 23-jährige. Der Akku der kleinen Kamera habe gerade einmal für eine Stunde ausgereicht und in dem Dorf habe es nur eine einzige Steckdose gegeben.

Dilek Okur, auch eine Marburger Studentin, hat in ihrem Film ihre eigenen Erfahrungen verarbeitet. Sie wuchs als türkisches Kind im Viertel der US-Armee in Bad Kreuznach auf. Auf dem Spielplatz habe sie nur „Go Home“ gehört, denn die Amerikaner hätten unter sich bleiben wollen, erzählt sie. Auf dem deutschen Spielplatz sei sie als Fremde aber auch nicht willkommen gewesen.

Viele Jahre später erlebt sie nun das mit, was in vielen deutschen Städten passiert. Die US-Armee verlässt ihre Gebäude und zieht sich zurück.

Die bis dahin strikten Grenzen werden aufgelöst, die Gebäude umfunktioniert oder abgerissen, erklärt die junge Filmemacherin. Das eigenartige, aber vertraute Bild werde durch ein neues ersetzt. Dies wolle sie mit ihrem Film zeigen.

Das 1. Ethnografische Filmfestival vereinte bunt gemischt auf beschreibende, lustige und experimentelle Art die Kombination Film und Wissenschaft. Nach der guten Resonanz am Wochenende freuen sich Veranstalter und Publikum garantiert auf eine Fortsetzung.

von Mareike Bader

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