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Marburg Freie Bahn für schnelle Retter
Marburg Freie Bahn für schnelle Retter
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11:59 10.01.2022
Eine Straßenkappe für einen unterirdischen Hydranten in Marburg zur Wasserentnahme – die Abdeckungen sollten für den Einsatzfall der Feuerwehr immer freigehalten werden.
Eine Straßenkappe für einen unterirdischen Hydranten in Marburg zur Wasserentnahme – die Abdeckungen sollten für den Einsatzfall der Feuerwehr immer freigehalten werden. Quelle: Thorsten Richter
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Marburg

Die Freiwilligen Feuerwehren sind Garant für Sicherheit, Brandbekämpfung und Hilfeleistungen aller Art. Die Ehrenamtlichen sind im Notfall zur Stelle, unterstützen die Bürger in vielen Bereichen – doch es geht auch anders herum.

Nicht nur Brand- oder Unfallopfer benötigen Hilfe, sondern auch die Retter selbst, gerade wenn es um einen reibungslosen Einsatzverlauf und frei zugängliche Wege geht. Das beginnt bei der Zufahrt zum Feuerwehrhaus und endet – etwa im Brandfall – beim Zugang zum Hydranten und bei freien Straßen.

Dass man nicht in einer Feuerwehrzufahrt parkt, sollte jedem klar sein. Doch dabei bleibt es nicht. Gerade jetzt im Winter, wenn es lange dunkel ist und zeitweise Schnee liegt, weisen viele Wehren auf weitere, denkbar einfache Maßnahmen hin, durch die Bürger ihre Feuerwehr unterstützen können.

Unterstützung beim Freischaufeln der Hydranten

Vor allem in den letzten verschneiten Tagen waren sie zu sehen, oder vielmehr nicht zu sehen – eingeschneite Hydranten, die vor allem auf weniger befahrenen Straßen versteckt unter der Eis- und Schneedecke lagen. Unter anderem ruft derzeit die Feuerwehr Weimar wie auch der Landesfeuerwehrverband Hessen dazu auf, die eigene Gemeinde oder Stadt beim Freischaufeln von unterirdisch liegenden Hydranten zu unterstützen. Denn im Brandfall müsse die Löschwasserversorgung schnell aufgebaut werden können, betonen die Wehren.

Die kleinen ovalen Deckel, sogenannte Hydrantenkappen, auf der Straße müssen sichtbar sein und von Schnee und Eis oder auch Unrat und Matsch befreit werden. Ein Fahrzeug darf darauf nicht abgestellt werden. Schon beim Parken können Autofahrer mitdenken und auf die kleinen Schilder achten, die am Straßenrand auf Unterflurhydranten unter der Straße hinweisen, damit diese nicht blockiert werden.

Die Ziffern und Buchstaben auf den weißen Schildern mit rotem Rand zeigen übrigens den Standort und wichtige Informationen für Feuerwehr oder Kontrolleure an: Hinter dem „H“ für Hydrant steht der Wasserrohrdurchmesser und darunter die Entfernung des Hydranten vom Hinweisschild.

Ein typisches Hydrantenschild, auf dem der Wasserrohrdurchmesser in Millimetern (80) sowie die Entfernung vom Schild zum Hydranten in Metern (sowohl nach rechts wie nach vorne jeweils 0,3) angegeben ist. Quelle: Landesfeuerwehrverband Hessen

Ein weiterer Tipp der Feuerwehr bezieht sich auf die Sichtbarkeit von Hausnummern, worauf auch der Kreisfeuerwehrverband Marburg-Biedenkopf online hinweist: Immer wieder kommt es vor, dass Einsatzstellen nicht auf Anhieb gefunden werden, weil die Hausnummern in der Dunkelheit nicht sofort erkennbar sind. Entweder ist das Schild mit der Nummer sehr klein oder zugewachsen, vielleicht auch in einer schlecht erkennbaren Farbe gehalten.

Große sowie gut sichtbare Hausnummern

Auf der Suche nach der korrekten, beim Notruf genannten Adresse werde dann wertvolle Zeit verschwendet. Auch dem können Hausbewohner mit einfachen Mitteln entgegenwirken und Vorkehrungen treffen, indem sie für mehr Sichtbarkeit bei ihrer Hausnummer sorgen: Der Verband empfiehlt Hausnummern so anzubringen, dass sie von öffentlichen Verkehrsflächen aus gut lesbar sind Idealerweise durch große, gut lesbare Ziffern, die zudem beleuchtet und – wenn in der Nähe Pflanzen stehen – regelmäßig freigeschnitten werden.

Befindet sich das Gebäude zudem nicht direkt an einer öffentlichen Verkehrsfläche, sollte dort der Standort mit einem Hinweisschild gekennzeichnet werden. Ein weiterer Tipp: Benötigt man einmal selbst Hilfe und hat den Notruf gewählt, dann möglichst auf das Eintreffen von Feuerwehr oder anderer Rettungskräfte an der Straße warten und die Einsatzkräfte einweisen. Zur Not den Nachbarn bitten, das zu übernehmen. So können wertvolle Minuten für eine unnötige Suche gespart und vielleicht kann Leben gerettet werden.

Von Ina Tannert

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