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Marburg Feuerwehr-Monopoly aus Michelbach
Marburg Feuerwehr-Monopoly aus Michelbach
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17:58 13.10.2020
Marita Schäfer hat für ihre Kinderfeuerwehr in Michelbach eine Spielesammlung erstellt mit dem Feuerwehr-Monopoly "Tatze". Marita Schäfer hat für ihre Kinderfeuerwehr in Michelbach eine Spielesammlung erstellt mit dem Feuerwehr-Monopoly "Tatze". Quelle: Katja Peters
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Michelbach

Die Spielesammlung der Feuerwehr Michelbach könnte auch aus einem Fachgeschäft stammen. Tut sie aber nicht. Sie ist das Ergebnis wochenlanger Handarbeit von Marita Schäfer. Die 48-Jährige ist Kinderfeuerwehrwartin der freiwilligen Feuerwehr aus Michelbach und äußerst kreativ. Während der Corona-Zwangspause wollte sie unbedingt mit ihrer Gruppe in Kontakt bleiben und hatte sich überlegt, Ideen für Spiele zu sammeln. Dass ihr selbst dabei so viele Ideen kommen, damit hatte sie nicht gerechnet. Insgesamt zwölf Spiele beherbergt die Sammlung nun.

Der „Renner“ ist das Feuerwehr-Monopoly, genannt „Tatze“. Auf einer Schrankrückwand hat Marita das angepasste Spielfeld gepotcht, also per Fototransfer aufgebracht. Die Straßennamen stammen alle aus dem Marburger Ortsteil, ebenso die Fotos. „Los ist immer das Feuerwehrgebäude“, sagt Marita Schäfer lachend und ergänzt: „Die Fragen drehen sich alle um das Thema Feuerwehr, das ist klar. Aber für die Kinder im speziellen um das Wissen für die sogenannte ,Tatze-Prüfung’.“ So lernen die Mädchen und Jungen spielerisch die Antworten und die Betreuer erkennen, wo es noch Wissenslücken gibt. Und noch etwas steht ganz oben: der Teamgedanke. „Der ist bei der Feuerwehr das A und O“, betont sie. Wenn einer die Antwort nicht weiß, dann können andere aus der Gruppe antworten. „Verlierer gibt es nicht“, schiebt sie noch hinterher.

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Natürlich durften auch die Spielfiguren nicht fehlen: Feuerlöscher, Verkehrsleitkegel und ein aufgerollter Schlauch – alle selbst geformt mit Knete und anschließend im Backofen gehärtet. Es dauerte nicht lange, und andere Kinderwehren sind auf das Feuerwehr-Monopoly aufmerksam geworden. Mittlerweile hat jede in Marburg ihr eigenes und Marita Schäfer die Bastelanleitung schon hessenweit verschickt. „Mit so einer Nachfrage habe ich ja gar nicht gerechnet“, sagt sie ein wenig verlegen. „Ich bin doch lieber im Hintergrund aktiv.“

Dabei wird sie von den Kindern in der Wehr geliebt und ist akzeptiert. Während des Lockdowns hat sie mit selbst gestalteten Rätselseiten versucht, mit ihnen in Kontakt zu bleiben. Dazu hat sie motivierende Briefe geschrieben. Das hat sich rumgesprochen, und nun macht Marita Schäfer auch noch die Rätselseite für das Michelbacher Ortsblättchen. „Ich kann nicht nur vor dem Fernseher sitzen. Ich muss immer was machen“, sagt sie lachend. Wie viele Stunden sie für den Entwurf und die Umsetzung der zwölf Spiele gebraucht hat, das weiß sie nicht. „Stunden für mein Ehrenamt zähle ich nicht.“

Die Kiste für die Spielesammlung hat übrigens ihr Bruder Konrad entworfen und gebaut. Als ehemaliger Wehrführer fließt auch das Feuerwehr-Blut durch seine Adern. „Sie ist perfekt! Alles passt wie abgemessen hinein“, sagt die Lohnbuchhalterin. Denn für jedes Spiel mussten Spielfiguren, Frage- und Antwort-Karten oder sonstige Utensilien angefertigt werden. Übrigens, auf die Radlader-Figur für „Feuerwehr ärgere dich nicht“, ist sie besonders stolz. „Der gefällt mir äußerst gut.“ Und noch etwas gefällt ihr äußerst gut. Vor zehn Jahren wurden die Feuerdrachen als zweite Kinderfeuerwehr nach Cappel in Marburg gegründet. „Die ersten sechs Kinder sind nun nach der Jugendfeuerwehr in die Einsatzabteilung gewechselt. Das macht mich sehr stolz. Der Erfolg gibt uns recht.“ Mittlerweile betreut sie 19 Kinder, sogar mehr Mädchen als Jungen. Drei sind jetzt in die Jugendfeuerwehr aufgestiegen, die ebenfalls 19 Mitglieder zählt. „Und alle haben bei mir angefangen“, sagt sie und ihre Auge leuchten. Wie die der Kinder, wenn sie den Koffer der Spielesammlung öffnen.

Von Katja Peters

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