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Marburg Feuerwehr Moischt forstet Waldstück auf
Marburg Feuerwehr Moischt forstet Waldstück auf
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11:00 10.03.2020
Die Feuerwehr Moischt pflegt bald ihren eigenen Wald. Quelle: Katja Peters
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Moischt

Wann genau ihm die Idee eingefallen ist, das weiß Wilfried Block gar nicht mehr. „Irgendwann im Laufe des letzten Sommers wurde es konkreter, als die Waldbrände in Brandenburg akut waren“, versucht der Gruppenführer der Freiwilligen Feuerwehr Moischt den Zeitraum einzugrenzen. Da wurde ihm klar, dass sich auch die Moischter Wehr intensiver mit dem Thema beschäftigen sollte.

Er nahm Kontakt mit dem zuständigen Forstamt auf und stieß bei Amtsleiter Bernd Wegener auf offene Ohren. Und genau bei diesem Gespräch reifte die Idee, selbst aktiv zu werden. „Wir wollen nicht nur demonstrieren, sondern einfach etwas ganz Konkretes machen“, sagt Claudia Prause beim OP-Gespräch. Die Leiterin der Kinderfeuerwehr hatte ihre „Feuersalamander“ und die Jugendfeuerwehr schnell überzeugt. Gleiches gelang auch Wilfried Block mit der Einsatz- und Ehrenabteilung.

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Wehr kümmert sich mindestens 20 Jahre lang um die Bäume

Und nun steht seit Kurzem fest: Die Feuerwehr Moischt wird Patin eines Experimentierwaldes am Ortsrand. Diese Patenschaft geht weit über die geplante Pflanzaktion am Samstag, 28. März, hinaus. Im Vorfeld werden Vorträge gehalten, nach dem Pflanzen kümmern sich die Moischter Kameraden mindestens 20 Jahre um die Bäume. „Wässerung, Verbissschutz, Nachpflanzungen und das Anbringen einer Hinweistafel, all das werden unsere Aufgaben sein“, zählt Wilfried Block auf, der nicht ohne Stolz sagt: „Das wird der erste Moischter Feuerwehrwald, wenn nicht sogar der erste Marburger.“

Zwei bis drei Mal soll es im Jahr in den Wald gehen, um unterschiedlichste Arbeiten zu erledigen. So ist es mit Hessen Forst abgesprochen. Der Betrieb stellt sieben Hektar zur Verfügung und ist froh über die Hilfe: „Wir können jede Art von Manpower gut gebrauchen“, sagt Forstamtsleiter Wegener.

Denn auch mit dem Herrichten der Flächen stößt Hessen Forst derzeit an seine Grenzen. Etwa 300 Bäume unterschiedlichster Arten werden Ende des Monats im Experimentierwald in Moischt gepflanzt. „Derzeit kann niemand sagen, welche Arten den Klimawandel am besten wegstecken“, sagt Bernd Wegener. Genau das soll auf der Fläche herausgefunden werden. Und noch etwas hat der Forstamtsleiter im Auge: Nachwuchsgewinnung. „Vielleicht gelingt es uns ja über derartige Projekte, Kinder und Jugendliche für die Wald- und Forstarbeit zu begeistern.“

Genau das hofft auch die Leiterin der Kinderfeuerwehr. „Vor allem für die Kinder ist das Projekt etwas Besonderes“, sagt Claudia Prause. „Sie sollen hautnah erleben, wie sich so ein Wald im Laufe der Jahre verändert und vielleicht später als Mitglieder der Einsatzabteilung dabei sein, wie die Bäume gefällt werden.“ Jetzt waren die „Feuersalamander“ auf jeden Fall schon mal aktiv für die Insekten. Aus Dosen und Pappröllchen haben sie Insektenhotels für die eigenen Balkone und Gärten gebaut. „Wir wollen den Bienen helfen“, sagt Taya Perdue. Die Zehnjährige wird am 28. März auf jeden Fall auch einen Baum pflanzen. Und Claudia Prause fügt noch hinzu: „Auch Nicht-Feuerwehrmitglieder sind herzlich eingeladen, sowohl zu den Vorträgen, als auch zur Patenschaft.“

Termine

Die Vorträge im Feuerwehrgerätehaus im Vorfeld der Pflanzaktion sind öffentlich, ebenso die Aktion selbst.

Mittwoch, 11. März, 18 Uhr für 11- bis 18-Jährige.

Montag, 16. März, 17 Uhr für Sechs- bis Zehnjährige und ab 19.30 Uhr für Erwachsene.

Samstag, 28. März, 10 bis 14 Uhr: Pflanzaktion am Eichgarten, Spaten bitte mitbringen.

Um vorherige Anmeldung wird gebeten: kinderfeuerwehr@feuerwehr-moischt.de

Von Katja Peters

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