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Marburg Festival-Livestream mit vier Bands
Marburg Festival-Livestream mit vier Bands
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16:58 31.10.2020
B.E. aus Siegen ist erneut Gast beim Festival. Quelle: vow
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Marburg

Zwei Stunden Livemusik und Unterhaltung – welcher TV-Sender kann das am frühen Samstagabend schon bieten? Die Organisatoren des Festivals „Victory Over War“ haben auch im Corona-Jahr 2020 weder Mühen noch Kosten gescheut und – der Lockdown-Not gehorchend – einen Livestream organisiert. Den sollte man auch deshalb nicht verpassen, weil es neben bester Live-Unterhaltung auch die Möglichkeit gibt, sich für die gute Sache zu engagieren: Schon seit Tagen gehen auf dem Spendenkonto für die Marburger Tafel, Amnesty International und den Verein „Gemeinsam e. V.“ Spenden ein, die Festivalmacher Michal Bandac und Franziska Knetsch hoffen, dass während des Livestreams (Beginn: 17 Uhr) noch einmal viele Zuschauerinnen und Zuschauer auf den Spenden-Button drücken und so das Festival unterstützen werden.

Technisch realisiert wird „VOW 2020“ von der Waggonhalle und der Firma Flashlight. Erneut unterstützt die Sparkasse Marburg-Biedenkopf das Festival, auch das Cineplex und die Oberhessische Presse sind als Werbe- und Medienpartner mit im Boot. Die Schirmherrin, Landrätin Kirsten Fründt, sowie Marburgs Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies werden sich zwischen den Auftritten der Bands ebenso zu Wort melden wie Vertreterinnen und Vertreter von Amnesty, der Tafel und „Gemeinsam e. V.“.

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Musikalische Headlinerin des Festivals ist die in Gießen lebende Texanerin Tess Wiley. „Ich freue mich sehr, dieses Festival zu spielen und dabei die Spendenaktionen zu unterstützen“, sagt die Songwriterin, an deren Seite der Pedalsteel-Gitarrist Tim Potzas in die Saiten greifen wird. „Es ist immer wichtig, dass wir uns um unsere Nachbarn kümmern“, so die Songwriterin weiter: „Gerade in dieser Corona-Ära ist es wichtiger denn je, dass wir einander unter die Arme greifen. Meine Hoffnung ist es, Empathie und Großzügigkeit hervorzurufen.“

Der Siegener Hiphopper Mohamed El-Chartouny alias „B.E.“ sieht das ähnlich: „Gerade in diesen verrückten Zeiten ist es wichtig, zusammenzuhalten und diese Message auch nach außen zu tragen“, sagte er auf Anfrage der OP. Deshalb sei die Band froh, ein drittes Mal beim „Victory-Over-War“-Festival dabei sein zu dürfen: „Dieses Mal zwar in einer kleineren Konstellation, aber mit mindestens genauso viel Power.“

Naomi Keates von „Yerba Colorá“ verweist darauf, dass sich ihre Band aus vier Nationalitäten – Großbritannien, Peru, Australien und Deutschland – zusammensetzt und sagt: „Gerade deswegen möchten wir zeigen, dass Musik Grenzen überwindet und Menschen verbindet.“

Gerade in diesen unsicheren Zeiten sei es wichtig, die Musik als eine Rebellion gegen negative Energie aller Formen zu sehen. „We are one! ¡Viva la música y viva la paz!“, so die Sängerin der Latin-Band.

Michal Bandac, der mit seiner Frau Franziska Knetsch die Festivalreihe organisiert und mit der Band „Bloody Merry“ ebenfalls heute auf der Livestream-Bühne steht, erinnert sich: „Seitdem ich 1985 im Haus meiner Großeltern in Maryland das „Live Aid“-Festival gesehen habe, wusste ich, dass ich als Musiker auch Friedenskonzerte auf die Beine stellen will.“ Marburg habe sich dabei wegen seiner Weltoffenheit und Toleranz als perfekter Schauplatz erwiesen, befindet Bandac und plaudert aus dem „familiären Nähkästchen“: „Mein palästinensischer Großvater und mein anderer, jüdischer Opa waren die dicksten Freunde. Das hat mich sehr früh geprägt und in der Überzeugung bestätigt, dass Aggression, Rassismus und Bigotterie die falschen Einstellungen sind.“

Wer den Festival-Livestream am Samstag, 31. Oktober, sehen will, öffnet in seinem Internetbrowser die Seite vowpeace.eu.

Von Carsten Beckmann