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Marburg November wird zur musikalischen Fastenzeit
Marburg November wird zur musikalischen Fastenzeit
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18:59 14.11.2020
Uwe Maibaum ist Landeskirchenmusikdirektor der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck.  Quelle: Tobias Hirsch
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Marburg

Wird man in diesem Jahr Bachs großes Weihnachtsoratorium in der Elisabethkirche hören können? Noch ist es unsicher, denn der Corona-Lockdown Light gilt bislang nur für den November. Er trifft die Gastronomie, den Tourismus, die Kinos und die Kulturszene.

Am Sonntag, dem Volkstrauertag, wollte die Kurhessische Kantorei Marburg eigentlich Benjamin Brittens „War Requiem“, eine Anklage gegen Krieg, aufführen. Das ist längst gestrichen, weil die dafür nötige Probenarbeit unter Corona-Bedingungen gar nicht möglich war.

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Gestrichen sind auch die großen Konzerte der anderen Marburger Oratorienchöre wie Bachchor oder Kantorei der Elisabethkirche oder „Joy of Life“. Sie alle füllen mit ihren Konzerten im Dezember und November normalerweise Kirchen und Säle.

Die Kurhessische Kantorei und ihr Leiter, Landeskirchenmusikdirektor Uwe Maibaum, hatten sich zwischenzeitlich für den 15. November andere Projekte für die Lutherische Pfarrkirche überlegt: Die Aufführung der Bachkantate „Also hat Gott die Welt geliebt“ um 10 Uhr im Gottesdienst mit einem kleinen, 20-köpfigen Chorensemble, zwei Solisten und Profimusikern. Am Nachmittag sollen zwei einstündige Konzerte stattfinden mit Auszügen aus Mozarts „Requiem“ und Werken von Messiaen sowie Improvisationen.

Die Konzerte sind gestrichen. Geblieben ist der Gottesdienst um 10 Uhr „mit Teilen aus Bachkantaten“, so Landeskirchenmusikdirekor Maibaum: „Diese werden solistisch besetzt sein und hygieneangemessen musiziert. Diese Aufführungspraxis ist nicht historisch, aber klingt trotzdem.“

Gesangssolistin ist Simone Schwark, begleitet wird sie von den Instrumentalisten Helmut Winkel, Marie Verweyen (Violinen), Stephan Gröger (Viola), Ina Himmelmann (Violoncello), Wolfgang Plümacher (Kontrabass), Gottfried Koell (Oboe), Thamar Wahlberg (Oboe) und Ka Young Lee (Orgel).

Wer also Musik hören will, muss den Gottesdienst besuchen. Auch dafür gelten Corona-Regeln: Die Besucherzahl ist auf 100 inklusive der Ausführenden begrenzt, Anwesenheitsdokumente müssen ausgefüllt und eine Mund-Nasen-Maske getragen werden.

Von Uwe Badouin