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Marburg Familien mit Traditionen
Marburg Familien mit Traditionen
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11:00 22.01.2022
Diese historische Aufnahme entstand um 1930 herum und zeigt Frauen der Familie Wiederhold aus Lahntal in Tracht, die sich für das Foto aufwendig zurechtgemacht hatten. Darunter auch Christine Wiederhold, geborene Opper (Zweite von links) mit ihren Schwestern und Cousinen. Sohn Heinrich und Tochter Elfriede haben das Foto als Erinnerung aufgehoben.
Diese historische Aufnahme entstand um 1930 herum und zeigt Frauen der Familie Wiederhold aus Lahntal in Tracht, die sich für das Foto aufwendig zurechtgemacht hatten. Darunter auch Christine Wiederhold, geborene Opper (Zweite von links) mit ihren Schwestern und Cousinen. Sohn Heinrich und Tochter Elfriede haben das Foto als Erinnerung aufgehoben. Quelle: Privatfoto
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Sarnau/Ebsdorf/Marburg

Es gibt zahlreiche Gründe, weshalb Familien zusammenkommen. Mal abgesehen von dem gemeinsamen Leben unter einem Dach. Doch wie das eben so ist und immer schon war, verteilen sich Familienzweige und Mitglieder mit der Zeit, entweder im selben Ort, in der Region oder auch in der ganzen Welt. Und doch finden sie für wichtige Angelegenheiten und Anlässe immer wieder zusammen. Sei es eine Hochzeit, ein besonderes Familienporträt oder für die tägliche Arbeit.

So war das schon vor Jahrzehnten auch für jene Familien, die wir hier in diesem Serienteil betrachten dürfen. Da sehen wir einmal mehrere Frauen der Familie Staubitz aus Ebsdorf, die sich Anfang der 1950er-Jahre zur Feldarbeit versammelt haben. Das Bild wurde aus Richtung Leidenhofen aufgenommen, gut im Hintergrund zu erkennen ist der Turm der historischen Wehrkirche Ebsdorf und dahinter sogar der Frauenberg. Rechts im Bild arbeiten zwei Männer mit dem Pferdepflug, dahinter war damals noch viel Platz, heute steht dort das gar nicht mehr so neue Neubaugebiet.

In Arbeitstracht gekleidet sorgten die Frauen damals für Ordnung auf dem Feld, etwa dafür, dass kleinere Rüben eingesammelt wurden, um mehr Platz für die großen Feldfrüchte zu schaffen, berichten Wolfgang Richardt und Hans Steitz vom Heimat- und Verschönerungsverein Ebsdorf. Das Archivteam hat die historische Aufnahme der Familie Staubitz sicher verwahrt.

Marburger Caféhaus mit Geschichte

Schauen wir weiter, weg von der harten Arbeit auf dem Feld, hin zu einer vergnügten Festgesellschaft etwa 50 Jahre zuvor: Picobello zurechtgemacht und festlich gekleidet sehen wir hier eine bekannte Marburger Familie zusammensitzen. Es gibt auch einen wichtigen Anlass dazu, hier wird in der Familie Spangenberg-Mardorf eine Hochzeit gefeiert.

Auf dem besonders alten Foto aus dem Jahr 1906 hat sich die Hochzeitsgesellschaft auf der Terrasse des Hansenhauses versammelt: Ganz links sitzt Lina Spangenberg, geborene Mardorf, mit Elias Carl Spangenberg und mehreren Familienmitgliedern. Das Bild stammt wie viele weitere aus dem Familienalbum, das Klaus Dieter Spangenberg wie einen Schatz hütet. Er hat die Familiengeschichte erforscht und sie in seinem Buch zum früheren Marburger Traditionscafé Spangenberg niedergeschrieben. Denn die Familie Spangenberg-Mardorf schrieb mit dem Café (bis 1989) in der Bahnhofstraße über 100 Jahre Caféhausgeschichte.

„Die Fotos geben einen lebhaften Einblick in das Familienleben von 1900 bis 1940“, verrät Spangenberg, der von Berlin aus weiterhin das Geschehen in Marburg verfolgt. Übrigens taucht dieses Foto noch nicht im Buch auf, denn es wurde erst kürzlich wieder entdeckt.

Ein Leben lang eine starke Frau

Der Blick schweift weiter zum nächsten Bild, zu einer weiteren Gruppe Frauen, die sich zum Familienporträt versammelt hat: Die Aufnahme entstand um das Jahr 1930 herum und zeigt die Damen der Familie Wiederhold aus Lahntal in prachtvoller Tracht. Unter ihnen ist auch Christine Wiederhold, geborene Opper (Zweite von links), in jungen Jahren zu sehen, gemeinsam mit ihren Schwestern und Cousinen. Sie ist die Mutter von Heinrich Wiederhold und seiner Schwester Elfriede Otto, gebürtig aus Goßfelden, die das Foto als Erinnerung aufgehoben haben.

Sie bewahren das Andenken an die verstorbene Mutter, die einst acht Kinder zur Welt brachte und alles dafür tat, dass es ihnen und Ehemann Heinrich Wiederhold gut ging.

„Sie hat immer dafür gesorgt, dass jeden Tag für alle Essen auf dem Tisch stand und wir immer etwas zum Anziehen hatten“, erzählen die Geschwister noch heute stolz auf eine tatkräftige Frau.

Repros historischer Bilder aus dem Landkreis zu allen möglichen Themen des Alltagslebens können weiterhin an geschichte@op-marburg.de geschickt werden.

Von Ina Tannert

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