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Marburg Nachtstern ist „Verbesserung de luxe“
Marburg Nachtstern ist „Verbesserung de luxe“
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07:58 13.12.2019
Mit dem Fahrplanwechsel soll auch der „Marburger Nachtstern“ etabliert werden. Das heißt: Bessere Verbindungen von Marburg in den Landkreis in den Abend- und Nachtstunden mit Bus und Bahn.  Quelle: Thorsten Richter
Marburg

Diese fehlende Abstimmung wurde mit dem neuen Fahrplan, der ab Sonntag in Kraft tritt, behoben. Denn bisher war es oft so, dass Stadtbesucher aus dem Landkreis zwar nachmittags oder abends mit dem öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) nach Marburg fahren konnten, nach der Veranstaltung aber kein Bus mehr fuhr oder so unpassend, dass der Anschlusszug nicht mehr zu erreichen war.

Ab Sonntag soll der sogenannte „Marburger Nachtstern“ den ÖPNV in den Nachtstunden nun wesentlicher attraktiver machen. In Zusammenarbeit mit Stadt und Landkreis wurden Bus- und Bahnverbindungen überarbeitet oder angepasst, sodass es nun einfacher und günstiger ist, nach dem Theater- oder Konzertbesuch mit dem Nahverkehr nach Hause zu fahren – und das fast im gesamten Landkreis.

Mit der Eintrittskarte vom Hessischen Landestheater oder dem KFZ ist die Fahrt sogar ohne zusätzliche Kosten. Ansonsten würden laut RMV etwa fünf Euro fällig, sogar wenn der Anrufbus angefordert werden muss, beispielsweise in die Gemeinde Ebsdorfergrund oder nach Amöneburg.

Vom Kirchhainer Bahnhof fährt der Rufbus sogar bis nach Rauschenberg oder Wohratal, ab Gladenbach wird Steffenberg ebenfalls mit dem Rufbus angefahren. Dieser muss spätestens eine Stunde vor Abfahrt geordert werden, das geht aber auch schon Tage im voraus.
Einziger Wermutstropfen auf Zeit: Breidenbach und Angelburg. Denn: „Wir haben Mittel und Wege gefunden, dass wir auch diese beiden Gemeinden spätestens zum Fahrplanwechsel 2021 anbinden können“, erklärt der erste Kreisbeigeordnete Marian Zachow (CDU) bei der Vorstellung des Marburger Nachtsterns.

Anbindung an alte Traditionen

Wichtig war es den Zuständigen auch, dass die Großstädte Kassel und Frankfurt ebenfalls gut zu erreichen sind. So wurden die Busfahrten an die An- und Abfahrtszeiten der Regionalbahn von und nach Kassel beziehungsweise Frankfurt angepasst. „Ein Besuch der Frankfurter Oper oder einem Handballspiel in Kassel steht also nichts mehr im Wege. Gleiches gilt natürlich für die Großstädter, die nun problemlos das Marburger Theater oder den Chor in Wetter besuchen können und danach noch problemlos mit dem Zug zurück an den Main oder nach Nordhessen fahren können“, sagte Marian Zachow.

„Wir freuen uns“, ergänzte dann auch Carola Unser, eine der beiden Theaterintendantinnen. Für sie ist es auch eine Anbindung an alte Traditionen, denn früher gab es den „Theaterbus“, der die Gäste vom Land in die Stadt zur Vorstellung fuhr. Sie sprach ebenso die ungute Parkplatzsituation rund um das Erwin-Piscator-Haus an, die sich durch die besseren ÖPNV-Anbindungen auch entspannen könnte. „Der Marburger Nacht­stern ist sozusagen eine ‚Verbesserung de luxe‘.“ Und die andere Intendantin Eva Lange hob die Kultur- und Theaterszene noch einmal als Standortvorteil für hochrangige Mitarbeiter hervor. „Für Top-Mitarbeiter ist auch eine gute Infrastruktur entscheidend, ob sie den Arbeitsplatz wechseln“, sagte sie.

  •  Alle Verbindungen des Nachtsterns sind online unter www.rmv-marburg-biedenkopf.de oder in der RMV-App zu finden.

von Katja Peters