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Marburg FSV Schröck blickt zurück auf bewegte Geschichte
Marburg FSV Schröck blickt zurück auf bewegte Geschichte
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10:00 16.06.2022
Stürmische Zeiten waren es, als für den FSV Schröck in den 1950er Jahren (stehend von links) Aloys Schäfer, Josef Stanger, Josef Jennemann, Lorenz Hühn, Peter Braun, Anton Schick, Rudolf Schäfer, Alfons Wilhelm (vorne von links) Konrad Nau, Georg Fähnrich und Ludwig Lauer aufliefen.
Stürmische Zeiten waren es, als für den FSV Schröck in den 1950er Jahren (stehend von links) Aloys Schäfer, Josef Stanger, Josef Jennemann, Lorenz Hühn, Peter Braun, Anton Schick, Rudolf Schäfer, Alfons Wilhelm (vorne von links) Konrad Nau, Georg Fähnrich und Ludwig Lauer aufliefen. Quelle: Privatfoto
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Schröck

Mittendrin im Feiern ist der FSV Schröck, so wie der Verein in seinen 100 Jahren des Bestehens auch immer mittendrin im sportlichen Geschehen war. Gleich zum Start im Gründungsjahr 1921 gab es den ersten hohen Erfolg: Mit 9:0 fegten die Schröcker damals die Ginseldorfer vom Platz – ein Ligaspiel war das ebenso wenig wie ein ausgesuchter Sparringspartner, wählten die Schröcker ihre Gegner damals doch nach zwei maßgeblichen Kriterien aus: Gibt es einen Spielort und ist dieser mit Fahrrad oder Pferdewagen zu erreichen?

In den Folgejahren legten die Schröcker ein Spielfeld an, das die Vereinsmitglieder 1951, dem Jahr des ersten Meistertitels in der B-Klasse, erstmals in Eigenleistung aufpeppten. Die Wertarbeit hielt 20 Jahre, dann war wieder Eigenleistung gefragt. 1971/72 wandelte sich das Spielfeld in einen gepflegten Rasenplatz, Umkleidekabinen und Toiletten am nahe gelegenen Elisabethbrunnen boten weiteren Komfort. Ob die Ertüchtigung des Spielfeldes mit den Folgen des Zeltfestes zum 50-jährigen Bestehen des Vereins einherging, das laut Chronik als „Schlammfest im Marktgrund“ tituliert wird, ist nicht überliefert. Wohl eher hing es mit der Entwicklung des FSV Schröck zusammen: Es entstand ein Damen-Team und bei der Jugend waren in allen Altersklassen Mannschaften gemeldet. Einige Jahre später kam auch eine Gymnastikabteilung hinzu.

Aufstiegsjubel beim FSV Schröck im Jahre 2009. Quelle: Privatfoto

Sportlich entwickelten sich die Senioren zur Fahrstuhlmannschaft mit den Endpunkten A- und B-Liga und einem fatalen Hang, in Entscheidungsspielen oftmals den Gegnern den Vortritt zu lassen. So geschehen in den Jahren wie 1966, 1982 oder 1990, als es gar um den Aufstieg aus der Bezirksliga Nord in die Verbandsliga ging, den die Bad Endbacher mit 5:2 im Elfmeterschießen für sich entschieden.

Eine weitere Entscheidung vom Elfmeterpunkt sticht in die Analen des Vereins hervor. Diese ereignete sich ebenfalls 1982, aber beim Großkreis-Pokalendspiel vor 3200 Zuschauern auf dem Großsportfeld in Marburg. Nach der regulären Spielzeit stand es 3:3, die Dunkelheit setzte an diesem Septembertag ein und es gab kein Flutlicht. Also einigten sich die Mannschaften darauf, den Pokalsieg gleich im Elfmeterschießen zu entscheiden. Die Zuschauer umlagerten das Tor und den Sechzehner, um zu sehen, wie der Gladenbacher SC den Schröckern mit 7:6 das Nachsehen gab.

Den sportlichen Zenit erreichte der FSV Schröck erstmals 1995 mit dem eine Spielzeit haltenden Aufstieg in die Landesliga, aus der sich der Verein im Jahr 2000 wegen „akutem Spielermangel“ zurückzog. Ein Schicksal, das die Schröcker mit vielen Vereinen teilten und unter anderem zu Spielgemeinschaften der Jugend und auch des Frauenteams – das es bis in die Oberliga schaffte – führte. Mittlerweile spielt die Seniorenmannschaft in der Gruppenliga, weitere Teams in Spielgemeinschaften in der Kreisliga oder Hobbyrunde. Bei den Junioren geht es wieder bergauf: Ab der C-Jugend stellt der FSV Schröck eigene Teams.

Die trainieren und spielen auf dem 2014 eingeweihten Kunstrasenplatz, dessen Kapazität aber längst nicht mehr ausreicht. Deshalb stellte der Verein vor zwei Jahren den Bauantrag, um den als „Schröcker Kuchenblech“ bezeichneten Hart- in einen Rasenplatz umzuwandeln. Der Vorsitzende Bernhard Mankel hofft, dass in diesem Jahr mit den größtenteils in Eigenleistung zu erbringenden Arbeiten begonnen werden kann. Sicher ist der Vorsitzende, dass dann „auf die 523 Mitglieder Verlass ist“. Schließlich gehört es zum Leitbild des Vereins, das Gemeinschaftsgefühl zu fördern und zur positiven Entwicklung der Persönlichkeiten beizutragen.  

Festprogramm

Freitag, 17. Juni, ab 19 Uhr: Festkommers.

Samstag, 18. Juni, ab 21 Uhr: Springsteen-Tribute-Open Air Night mit Robert Oberbeck & The M-Street Band, Einlass ab 19.30 Uhr.

Samstag, 2. Juli, ab 20 Uhr: Tanz und Unterhaltung mit dem Olmrausch Duo im Festzelt am Bürgerhaus.

Sonntag, 2. Juli, ab 10.30 Uhr: Familien-Jubiläumsgottesdienst in der Kirche.

ab 11.30 Uhr: Frühschoppen und Mittagstisch im Festzelt mit dem Blasorchester der Freiwilligen Feuerwehr Mardorf. Ab 13.30 Uhr: Familiennachmittag mit der Musikschule Harmonie Kunterbunt und anschließendem Tanz mit DJ Rudi im Festzelt am Bürgerhaus. Ab 15 Uhr: Kaffee und Kuchen in der Hingilskoots Scheune.

Von Gianfranco Fain