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Marburg Kaufpark Wehrda bekommt wieder einen Elektrofachmarkt
Marburg Kaufpark Wehrda bekommt wieder einen Elektrofachmarkt
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11:58 23.11.2020
Expert Medialand in Wehrda kurz vor der Schließung – ab kommendem Jahr wird an diesem Standort wieder ein Elektrofachmarkt eröffnen – und zwar Expert Klein mit Stammsitz in Burbach.
Expert Medialand in Wehrda kurz vor der Schließung – ab kommendem Jahr wird an diesem Standort wieder ein Elektrofachmarkt eröffnen – und zwar Expert Klein mit Stammsitz in Burbach. Quelle: Foto: Nadine Weigel
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Marburg

Gute Nachrichten für den Einzelhandel in Marburg: Im Kaufpark Wehrda, im Gebäude des ehemaligen „Expert Medialand“, wird sich wieder ein Elektronik-Markt ansiedeln, wie die OP exklusiv erfuhr.

Rückblick: Im Frühjahr hatte Wolfram Kühn, geschäftsführender Gesellschafter der Siebert-Gruppe, der OP mitgeteilt, dass Expert Medialand im Kaufpark Wehrda nach 25 Jahren schließen werde. Denn: Nachdem sich die wirtschaftliche Lage im gesamten stationären Einzelhandel in den vergangenen Jahren bereits immer weiter zugespitzt habe, sei auch noch die Corona-Krise hinzugekommen. Die damit verbundenen Einschränkungen für den Handel hätten die Lage für Medialand weiter verschärft – mit der verordneten Geschäftsschließung Mitte März „sind uns auf einen Schlag mehr als 80 Prozent der Einnahmen weggebrochen“, sagte Kühn damals im Gespräch mit der OP – und das bei gleichbleibenden Fixkosten, sodass Kühn als einzigen Ausweg die Schließung gesehen hatte.

Nun die Wendung: Es wird doch wieder einen zweiten Elektronik-Fachmarkt in Marburg geben – und der kommt wieder aus der Expert-Gruppe. „Es blieb ja die Frage offen, was mit unserem prominenten Einzelhandels-Standort in Marburg passiert“, erläutert Wolfram Kühn. Zwischenzeitlich kam es schon zu einer besonderen Kooperation zwischen Wirtschaft und Kultur: Das Hessische Landestheater Marburg konnte im leergeräumten Markt proben (die OP berichtete). Doch das sollte keine Dauerlösung sein.

Nach eigenen Angaben suchte Kühn vorrangig in der Expert-Gruppe nach Partnern – dabei habe sich auch „intensiv und sehr engagiert der zentrale Vorstand der Expert SE Langenhagen eingebracht“. Und auch weitere Unternehmen der Elektro-Branche hätten laut Kühn bereits früh Interesse bekundet.

Keine Ergebnisse im Frühjahr

Zu Ergebnissen sei es im Frühjahr jedoch noch nicht gekommen.

Also versuchte Kühn, die Fläche zu vermarkten – sowohl mit als auch ohne Makler. Denn er ist sich sicher: „Ein Leerstand ist weder für die Eigentümerfamilie noch für den Wirtschaftsstandort Marburg förderlich.“ Etwa zehn interessierte Unternehmen hätten das Objekt im Kaufpark Wehrda begutachtet. Und von denen sei „die Hälfte der expansionswilligen Firmen nach eingehender gegenseitiger Prüfung in der engeren Wahl“ geblieben.

„Es war eine anstrengende, ungewohnte Arbeit für mich als Einzelhändler. Schließlich bin ich es auch seit jeher gewohnt, einen fairen Interessensausgleich zwischen den Parteien herbeizuführen“, beschreibt Kühn. Zum Schluss seien es noch zwei ernsthafte Interessenten gewesen – von denen einer „wohl versucht hat zu pokern“, beschreibt Wolfram Kühn. Womit dieser Interessent nicht gerechnet hatte: Philipp Klein von Expert Klein mit Stammsitz in Burbach nahm den Standort in Marburg unter die Lupe „wie jeden anderen, der ihm angeboten wird – und hat dann innerhalb weniger Wochen entschieden, seinen 26. Markt in Marburg zu eröffnen“. Doch bevor im Kaufpark Wehrda wieder ein Expert-Markt eröffnet, wird dieser umfangreich umgebaut, um dann „schnellstmöglich zu öffnen“, wie Kühn sagt. Wann die Eröffnung komme, stehe noch nicht genau fest – wahrscheinlich aber im Frühjahr.

„Letztendlich ist, auch dankenswerterweise mithilfe der zuständigen Behörden, ein erfreuliches Ergebnis herbeigeführt worden“, freut sich Kühn.

Doch warum kann Expert Klein in Marburg eröffnen – Expert Siebert konnte den Markt aber nicht halten? „Wenn man bereits 25 Märkte hat, bekommt man beim Einkauf natürlich einen ganz anderen Verhandlungsspielraum, als wir“, sagt Kühn. Dass es wieder ein Unternehmen der Expert-Gruppe sei, das nun den Zuschlag erhalte, ist ein Zufall. Auch die anderen Interessenten seien mitunter sehr interessant gewesen. Letztlich gelte aber: Wer zuerst kommt und nach Marburg passt mahlt zuerst. Dass dann doch diese Branche am Standort „nach neuesten Standards eröffnet wird, freut mich sehr. Zwischenzeitlich sah es ganz anders aus. Der Branchenmix innerhalb der Mietinteressenten war erstaunlich“, sagt Wolfram Kühn.

Von Andreas Schmidt