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Marburg Puttrich: Corona als Chance sehen
Marburg Puttrich: Corona als Chance sehen
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11:53 17.07.2020
Europaministerin Lucia Puttrich (CDU, links) besucht Grimm-Dich-Pfad im Marburg, hier mit Gästeführerin Stefanie von Bethmann. Quelle: Thorsten Richter
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Marburg

An der Pferdetränke am Steinweg wurde Lucia Puttrich, die Hessische Ministerin für Bundes- und Europaangelegenheiten, vom CDU-Landtagsabgeordneten Dirk Bamberger und der Gästeführerin Stefanie von Bethmann begrüßt.

Mit dabei war auch Hartmut Reiße, Geschäftsführer des Hessischen Tourismusverbandes mit Sitz in Marburg. Denn die Politikerin wollte die Universitätsstadt per Grimm-Dich-Pfad kennenlernen, mit Märchenfiguren in luftiger Höhe an Häusern, Treppen und Mauern.

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„Urlaub in der Heimat“ hat sie ihre Sommerreisen überschrieben. Sie möchte Lust auf Kurztrips in hessische Städte und Regionen machen, die sonst bei dem Überangebot an Reisen oft hinten runter fallen.

Stefanie von Bethmann stellte dann auch gleich klar, dass Marburg mehr ist als nur Gebrüder Grimm. „Ohne die Heilige Elisabeth wären wir ein kleines Dorf“, betonte die Gästeführerin, die auch darauf verwies, dass es in der Stadt zwar viele sehr alte Häuser geben würde, „die aber durch die Studenten alle einen jungen Geist haben“.

Reiße: „Wir brauchen Unterstützung der Politik“

Für Lucia Puttrich haben Grimms Märchen schon immer über den Tellerrand geschaut. Und was war ihr Lieblingsmärchen? „Rotkäppchen. Wegen der Wackersteine“, antwortete sie prompt und musste lachen.

Hartmut Reiße nutzte den Weg zur Wasserscheide, um auf die Sorgen und Nöte der Tourismusbranche aufmerksam zu machen. „Das ist ein von Corona sehr gebeutelter Wirtschaftszweig“, sagte er. „Wir brauchen die Unterstützung der Politik“, appellierte er an Lucia Puttrich. Denn Kongresse, Messen und Großveranstaltungen dürfen noch immer nicht stattfinden. „Dieser Bereich liegt noch komplett brach“, berichtete Hartmut Reiße.

Das waren keine Neuigkeiten für die hessische Ministerin, die auch gerade deswegen Kleinode besucht, um sie bekannter zu machen. „Die momentane Situation ist ein Lernen mit der Situation zu leben“, sagte sie und ergänzte noch: „Aber die Antwort kann nicht sein, gar nichts zu machen. Wir müssen versuchen die Auswirkungen für die Zukunft so gering wie möglich zu halten.“ Deshalb appellierte sie an die Hessen: „Wir können in die Restaurants und Gaststätten, wir können reisen.“

Fasziniert von den alten Fachwerkhäusern

Gleiches tat sie in Richtung der Unternehmen: „Corona ist auch eine Chance. Gerade für die Vermieter von Ferienwohnungen und Inhaber kleinerer Pensionen. Dennoch sollten alle die Gelegenheit nutzen und ihre Regionen bekannter machen. Denn Reisen bildet“, so die Ministerin, die vor fünf Jahren das letzte Mal in der Universitätsstadt war.

Am Willy-Sage-Platz zeigte sie sich beeindruckt von den Resten der alten Synagoge und war am Schloßsteig ganz fasziniert von den alten Fachwerkhäusern. „Wie hoch die damals schon gebaut wurden. Das war irgendwie schon eine Form von Fertigteilhäusern“, befand die 59-Jährige.

Auf ihren Besuchen überzeugte sich Lucia Puttrich auch von den Projekten, die mit EU-Geldern umgesetzt wurden. So hatte sie tags zuvor den Geo-Naturpark in Lorsch im Odenwald besucht, der eng verzahnt ist mit dem Unesco Welterbe Kloster Lorsch. In und um Marburg wurden vor allem der Lahnradweg aus Brüssel finanziert.

Unterstützung mit EU-Sonderprogrammen

„Hessen ist eine starke Region. Und gerade deswegen muss auch hier unterstützt werden, damit wir weiter als Lokomotive vorweg fahren können. Wenn auch wir stehen bleiben, dann treiben wir zurück. Es ist ein stetes am Ball bleiben“, so die Ministerin, die damit auch die Pflege des Geschaffenen meint.

„Vieles ist in die Jahre gekommen und bedarf Reparaturen oder Sanierungen.“ Auch dafür sollte es Unterstützung mit EU-Sonderprogrammen geben. Dafür will sie sich nach ihrem Besuch in Marburg einsetzen. Denn für sie stand am Schloss fest: „Der Grimm-Dich-Pfad ist eine echte Attraktion. Hier treffen Kunst, Geschichte und Erzählung aufeinander und werden so zu einem wunderschönen Mix aus Spannung, Fantasie und Märchen.“ Das muss erhalten werden.

Von Katja Peters