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Marburg „Etwas, das existenziell zu unserem Leben gehört“
Marburg „Etwas, das existenziell zu unserem Leben gehört“
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16:58 21.09.2021
Die hessische Wissenschaftsministerin Angela Dorn (links) und Direktkandidatin Stephanie Theiss (beide Bündnis 90 / Die Grünen) sprachen an den Lahnwiesen mit Kulturschaffenden.
Die hessische Wissenschaftsministerin Angela Dorn (links) und Direktkandidatin Stephanie Theiss (beide Bündnis 90 / Die Grünen) sprachen an den Lahnwiesen mit Kulturschaffenden. Quelle: Viola Schrader
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Marburg

Der Fahrradausflug, an dem auch die hessische Wissenschafts- und Kunstministerin Angela Dorn und die Direktkandidatin für den Wahlkreis Marburg-Biedenkopf Stephanie Theiss teilnahmen, startete an der Carlshütte bei Buchenau und fand in Marburg mit einem Kultur-Picknick schließlich sein Ende.

Dorn: Vernetzung untereinander ist wichtig

Dort tauschten sich Dorn und Theiss auf den Lahnwiesen mit Marburger Kulturschaffenden aus. Dafür kamen unter anderem Vertreterinnen und Vertreter des Hessischen Landestheaters, TNT, Trauma, Musikschule Marburg, dem Filmfestival OpenEyes, vom freien Theater sowie bildende Künstlerinnen und Künstler.

Zu Beginn der Diskussion sprach Angela Dorn die Verwundbarkeit von Kultur an, die durch die Corona-Krise sehr deutlich geworden sei. Die Ministerin betonte, wie wichtig es sei, aus dieser schwierigen Phase, „die für die Kultur noch nicht vorbei ist“, zu lernen. Dorn erzählte auch von dem beschwerlichen Weg, bevor man seitens der Politik mit Arbeitsstipendien Künstlerinnen und Künstlern durch die Krise helfen konnte. Die Weiterentwicklung der Künstlersozialkasse sei notwendig. Ein weiteres Anliegen sei ihr, dass Kultur für alle in der Gesellschaft zugänglich werde.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer erörterten im Anschluss an die einleitenden Worte der Ministerin Themen wie ein bedingungsloses Grundeinkommen für Künstlerinnen und Künstler und sensibilisierten auch für ganz praktische Probleme während der Krise und darüber hinaus. Diese betrafen beispielsweise Hürden bei der Förderung beziehungsweise deren Beantragung und unklare Corona-Regularien im täglichen Betrieb. Angesprochen wurde auch, dass bildende Künstlerinnen und Künstler oft kein Honorar erhalten. Die Teilnehmenden sensibilisierten die Ministerin für konkrete Probleme, gaben aber auch Anregungen und Verbesserungsverschläge, die Ministerin Dorn interessiert aufnahm.

Stephanie Theiss betonte darüber hinaus, dass sie nicht nur für ein bedingungsloses Grundeinkommen für Künstlerinnen und Künstler sei, sondern sich generell für ein bedingungsloses Grundeinkommen einsetze.

Mit der Forderung nach nachhaltiger Kulturentwicklung für den Nachwuchs kam ein Thema zur Sprache, das ganz besonders den Marburger Raum betrifft. Der Nachwuchs verlasse nach der Ausbildung oft die Stadt und wandere in die Metropolen ab. Die Anregung, für das Theater bestehende Förderprogramme auch auf andere Kultureinrichtungen auszuweiten, nahm Ministerin Dorn positiv auf.

Schon während der Veranstaltung entstand unter den Kulturschaffenden ein reger Austausch. Die Ministerin betonte, wie wichtig die Vernetzung der Kulturschaffenden untereinander sei und dass der Kulturbetrieb eine starke Lobby brauche. Auch könnten Kooperationen dazu beitragen, widerstandsfähiger gegen Krisen zu werden. Kultur sei „etwas, das existenziell zu unserem Leben gehört“, sagte Dorn. „Ohne eine vielfältige Kulturlandschaft gibt es keine Demokratie.“

Theiss: Kultur als „Teil unseres Lebens“

Direktkandidatin Stephanie Theiss betonte abschließend, wie wichtig und herausfordernd es sei, Räume für Kultur zu schaffen. Der Direktkandidatin sei es ein Anliegen, Kultur zu etwas Alltäglichem zu machen. Kultur solle „Teil unseres Lebens“ sein. Bevor die Politikerinnen sich den Fragen der Kulturschaffenden stellten, hatten sie und die anderen Teilnehmer der Tour bereits das Energeticum Dautphetal in Marburg-Biedenkopf besucht und in Sterzhausen der Eröffnung einer Kunstausstellung beigewohnt. In mehreren Etappen hatten die Radfahrerinnen und Radfahrer etwa 35 Kilometer zurückgelegt.

Von Viola Schrader

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