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Marburg Es wird nur zurückgeschnitten, was nötig ist
Marburg Es wird nur zurückgeschnitten, was nötig ist
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14:00 03.11.2021
Im vergangenen Jahr wurden Bäume an der B 3 in Marburg, hier an der Abfahrt Marburg-Süd, bei Gehölzpflegearbeiten von Hessen Mobil gekürzt.
Im vergangenen Jahr wurden Bäume an der B 3 in Marburg, hier an der Abfahrt Marburg-Süd, bei Gehölzpflegearbeiten von Hessen Mobil gekürzt. Quelle: Foto: Thorsten Richter
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Vielen dürften schon die ersten Haufen abgeschnittener Äste oder Sträucher am Straßenrand aufgefallen sein. Wie in jedem Jahr im Herbst beginnt jetzt, da dies naturschutzrechtlich wieder erlaubt ist, überall entlang von Straßen der Rückschnitt von Bäumen.

Um die Verkehrssicherheit auf hessischen Straßen zu erhöhen, startet Hessen Mobil in diesen Tagen das groß angelegte Schneiden von Sträuchern und Bäumen. „Wir stellen mit dem Rückschnitt sicher, dass Äste entlang der Straßen nicht die Sicht auf die Fahrbahn, andere Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer sowie die Verkehrsschilder versperren“, sagt Hessen-Mobil-Präsident Heiko Durth. Die landesweiten Gehölzpflegearbeiten dauern bis Ende Februar 2022.

Bei den Arbeiten entlang der Straßenböschung entfernen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Straßenbetriebsdienst zum einen Totholz, um die Gefahr von Unfällen durch herabfallende Äste zu vermeiden. Außerdem werden Sträucher „auf den Stock gesetzt“ – also bis Bodennähe verkürzt und ausgedünnt. Gerade diese Form der teils großflächigen Kürzung auf den Flächen sorgt immer wieder für Überraschung und Kritik mancher Autofahrer, die eine Zerstörung von Feldrändern und Grünstreifen sowie den Verlust von Grün monieren.

Die Arbeiten sind bis Ende Februar geplant

Ziel der Schnittmaßnahmen ist laut Hessen Mobil dabei nicht die Entfernung der Sträucher, der Rückschnitt solle vielmehr dafür sorgen, dass die Pflanzen verjüngt wieder austreiben können und keine gefährlichen Hindernisse bilden. „Wir wissen um das sensible Thema in der Öffentlichkeit und gehen mit größter Sorgfalt beim Rückschnitt vor, damit tatsächlich nur das abgeschnitten wird, was nötig ist“, betont Durth. Er weist darauf hin, dass durch den regelmäßigen Rückschnitt die Pflanzen sowie deren Wurzeln gesund bleiben. Die Erde werde dadurch gefestigt und damit auch Erdrutsche vermieden.

Die Grünflächen entlang der hessischen Bundes-, Landes- und Kreisstraßen (insgesamt etwa 15 200 Kilometer Streckennetz) sind um fast die Hälfte größer als die eigentlichen Fahrbahnflächen. „Der erforderliche Aufwand für Gehölzpflegearbeiten ist so groß, dass er nicht alleine mit eigenen Ressourcen zu leisten ist“, erklärt Dr. Rupert Pfeiffer, Abteilungsleiter Betrieb und Verkehr bei Hessen Mobil. „Aus diesem Grund werden zusätzlich Fachfirmen mit den Arbeiten beauftragt sowie Spezialgeräte gemietet. Durch entsprechende Verträge verpflichten sich diese Firmen, unsere Grundsätze einzuhalten.“

Damit die forstwirtschaftlichen Großgeräte und das Personal möglichst wirtschaftlich eingesetzt werden, erfolgen die Arbeiten in zwei Schritten: Erst wird auf einem Streckenabschnitt geschnitten oder gefällt, danach erfolgt der gebündelte Abtransport des Schnittgutes. Dieses lagert zeitweise gesichert am Straßenrand.

Aus Gründen des Artenschutzes beschränkt das Bundesnaturschutzgesetz die Zeiten der Gehölzpflegearbeiten. Die Rückschnitte müssen bis Ende Februar abgeschlossen sein. Gefällt werden Bäume ausschließlich in Abstimmung mit der zuständigen Naturschutzbehörde.

Um die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den 46 Straßenmeistereien sowie aller beauftragten Fachfirmen, die sich während der Schnittmaßnahmen im unmittelbaren Straßenraum aufhalten, nicht zu gefährden, bittet Hessen Mobil alle Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer darum, in dieser Zeit besonders aufmerksam zu fahren.

Mehr Informationen zum Thema Gehölzpflegearbeiten unter mobil.hessen.de/Gehölzpflegearbeiten

Gehölzpflegearbeiten im Landkreis Marburg-Biedenkopf

Alle vorgesehenen Gehölzpflegearbeiten sind im Vorfeld mit der jeweils zuständigen Unteren Naturschutzbehörde abgestimmt worden.
Unter anderem sind an folgenden Straßen Gehölzpflegearbeiten vorgesehen: Entlang der Bundesstraße 3 zwischen Weimar-Roth und Cölbe-Schönstadt stehen Gehölzpflegearbeiten an. In diesem Rahmen werden einzelne Auf- oder Abfahrten der B 3 im Marburger Stadtgebiet, an den Anschlussstellen nach Lahntal-Göttingen sowie bei Cölbe-Bürgeln gesperrt werden müssen. Wann genau die Sperrungen erfolgen, befindet sich noch in der Abstimmung. Informationen dazu erfolgen dann aktuell.

Auch an der B 3 ab dem Chausseehaus in Richtung Schwarzenborn und punktuell im weiteren Verlauf werden Gehölze verjüngt oder „auf den Stock gesetzt“, Hecken zurückgeschnitten und der Lichtraum des Straßenraums freigeschnitten. Ein weiterer Schwerpunkt bei der Gehölzpflege im Ostkreis wird auf der B 62 zwischen Cölbe-Bürgeln und Kirchhain-Niederwald liegen. In Teilbereichen dieser Strecke werden Gehölze „auf den Stock gesetzt“, Einzelbäume (darunter dünne Pioniergehölze im Hangbereich) und Totholz entfernt. Auch entlang der B 454 zwischen Stadtallendorf und Neustadt sind Gehölzpflegearbeiten mit Rückschnitten, darunter teilweises „Auf-den-Stock-Setzen“ und die Entnahme einzelner beschädigter Einzelbäume vorgesehen.

Im Hinterland finden in dieser Saison unter anderem entlang der B 253 zwischen Biedenkopf-Ludwigshütte und dem Abzweig nach Dexbach Gehölzrückschnitte statt. Auch hierbei handelt es sich um Gehölzpflegearbeiten mit „Auf-den-Stock-Setzen“, dem Entfernen von Totholz und losen Ästen, dem Freischneiden von Sichtachsen, vereinzelt der Entnahme beschädigter Einzelbäume. Auch entlang der L 3050 zwischen Gladenbach-Weidenhausen und der Landkreisgrenze Richtung Eisemroth werden Gehölze zurückgeschnitten, in Teilbereichen bis auf Bodennähe verkürzt oder ausgedünnt, damit sie verjüngt wieder austreiben und sich die übrigen Gehölze gestärkt entwickeln können.

Von Ina Tannert