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Marburg Spatenstich für Hotel Noxx
Marburg Spatenstich für Hotel Noxx
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21:03 04.05.2022
Den Spatenstich für das Hotel am Lokschuppen tätigten (von links) Architektin Petra Pfau, Gunter Schneider, Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies, Bürgermeisterin Nadine Bernshausen, Architekt Bernward Paulick, Stadträtin Kirsten Dinnebier und Vanessa Hackstein von der Firma Weimar.
Den Spatenstich für das Hotel am Lokschuppen tätigten (von links) Architektin Petra Pfau, Gunter Schneider, Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies, Bürgermeisterin Nadine Bernshausen, Architekt Bernward Paulick, Stadträtin Kirsten Dinnebier und Vanessa Hackstein von der Firma Weimar. Quelle: Foto: Thorsten Richter
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Marburg

Es sei kein Spatenstich wie jeder andere, betonte Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies auf der Baustelle, an der gestern der symbolische Startschuss für den Bau des neuen Hotels stattfand. Die Außergewöhnlichkeit verdeutlichte auch die Anwesenheit von Bürgermeisterin Nadine Bernshausen und der Stadträtin Kirsten Dinnebier und somit der gesamten Rathausspitze. Dies habe seinen Grund, fuhr Spies fort, und der liege in der herausragenden Bedeutung des Gesamt-Projekts für die Stadt Marburg. Dieses soll auf Wunsch der Stadt einfach anders werden und dafür sei in Gunter Schneider „genau der richtige Partner“ gefunden worden, weil er „vor allem auch anders“ sei.

„Frech, ehrlich, anders, abgefahren“, so beschrieb der Bauherr zuvor sein Projekt, das der Oberbürgermeister und die Baubehörden zwar „stets unterstützten“, aber nicht einfach zu realisieren ist. Zum einen, weil es wie in der Ausschreibung „nie vorgesehen war, das Werkstattgebäude plattzumachen“. Stehen geblieben sind noch einige Wände des ehemaligen Bahngebäudes, die aber nicht tragfähig sind. Deshalb wird das Hotel auf Betonstelzen stehen und die alten Wände umgeben – ein Vorhaben, um das Bauunternehmen nicht gerade buhlten, um zum Zuge zu kommen. Das großflächige Abtragen und Entsorgen des hochgradig kontaminierten Bodens ließ den schon „gigantischen Aufwand“ weiter zunehmen und die Liebe zum Detail zog die Planung in die Länge. Dies wird unter anderem durch die insgesamt drei Bauanträge deutlich, die zu stellen waren, weil Gunter Schneider wiederholt etwas ändern ließ. „Es wurde nie das gemacht, was normal ist“, erklärte der Bauherr seine Hoffnung, einen zusätzlichen Mehrwert für Marburg zu schaffen.

76 Zweibettzimmer

Wenn das Hotel im Frühjahr 2024 eröffnet wird, bietet es auf vier Etagen 76 Zweibettzimmer für Kurz- und Langzeitgäste, eine Dachterrasse sowie im Erd- und Obergeschoss Tagungsräume für Veranstaltungen und Kongresse. Angestrebt wird eine Auslastung auch in der Woche, allerdings soll dabei nicht die betriebliche Optimierung, sondern „der Mensch im Mittelpunkt stehen“. Viele Menschen „aus verschiedenen Kategorien“ mögen nach Vorstellung Schneiders im Gesamtkomplex mit dem in rund einer Woche zu eröffnenden Lokschuppen „zusammenarbeiten, neue Ideen und Visionen entwickeln, Kunst, Kultur, Speisen und das Leben genießen“. Gunter Schneider hofft, eine Vision zu verwirklichen, eine Infrastruktur zu schaffen, „die sich gegenseitig befruchtet“.

Dazu gehört auch, das Führen des Hotels nicht einer Kette zu überlassen, sondern es in Eigenregie zu managen. Die Gäste können sich auf ein Haus freuen, bei dessen Bau die neuesten energetischen Gesichtspunkte ebenso berücksichtigt sind, wie auch die Nachhaltigkeit eine große Rolle spielt. Dazu gehört zum Beispiel das Messen und Reduzieren des CO2-Ausstoßes, wozu auch die Hotelgäste während ihres Aufenthaltes beitragen können, indem sie ihren ökologischen Fußabdruck erfahren und so zum Mindern desselben beitragen können.

Von Gianfranco Fain

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