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Marburg Ausleihbar ist auf gutem Weg
Marburg Ausleihbar ist auf gutem Weg
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21:00 13.11.2021
Dr. Sabine Schock, Ortsvorsteherin des Campusviertels, ist die Ideengeberin des Ladens Ausleihbar, der seit Anfang Oktober geöffnet ist.
Dr. Sabine Schock, Ortsvorsteherin des Campusviertels, ist die Ideengeberin des Ladens Ausleihbar, der seit Anfang Oktober geöffnet ist. Quelle: Nadine Weigel
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Marburg

Anfang Oktober öffnete die Ausleihbar am Oberstadtaufzug am Pilgrimstein. Ideengeberin des Ladens, in dem man gebrauchte Alltagsgegenstände wie Waffeleisen, Akkuschrauber, Lesermesser leihen statt kaufen kann, ist Dr. Sabine Schock, Ortsvorsteherin des Campusviertels. Betrieben wird der Laden von Ehrenamtlichen der Solidarburg Nachbarschaftshilfe Marburg.

Nach gut einem Monat nach der Eröffnung, scheint der Grundgedanken, nachhaltig zu leben, bei den „Kunden“ gut anzukommen. Alexander Kolling, Vorstandsmitglied der Soli-darburg sagt: „Im Großen und Ganzen sind wir auf jeden Fall sehr zufrieden damit, wie das Projekt angelaufen ist.“ Innerhalb von gut drei Monaten haben ausschließlich Ehrenamtliche dazu beigetragen, die Ausleihbar möglich zu machen. In vielerlei Hinsicht stelle der Laden eine Verwirklichung von verschiedenen Ideen und Wünschen dar. „Viele Menschen haben sich eingebracht – gestalterisch, organisatorisch, durch Spenden, durch Social Media und Öffentlichkeitsarbeit.

Schon der Prozess dahinter macht das zu einer wertvollen Erfahrung“, sagt Kolling. Was die Betreiber der Ausleihbar besonders beeindruckt, ist die „unfassbare Spendendynamik“, die nach wie vor nicht nachlasse. Zu Beginn des Projektes haben viele Menschen Spenden für den Laden gestellt, die zum Teil gebraucht, aber auch in einem Top-Zustand waren. „Auch jetzt kommen fast zu jeder Öffnungszeit Menschen in den Laden, schreiben uns eine Mail oder rufen an und fragen, ob wir noch etwas gebrauchen können, oder bieten uns direkt Leihgegenstände an“, sagt Kolling.

Neugierige Blicke

Mit Blick auf die Regale in dem ehemaligen Kiosk am Pilgrimstein sind es, objektiv betrachtet, noch relativ wenig Artikel, die zum Ausleihen zur Verfügung stehen. Aber, darauf haben sich die Organisatoren eingestellt und profitieren aus den Erfahrungen der Leihothek aus Münster. Dort, so berichtet Kolling, habe man ähnliche Erfahrungen gemacht.

Weil das Projekt eher spontan umgesetzt wurde und die Organisatoren und Ehrenamtlichen in der Aufbauphase noch viel lernen mussten, sei es gut gewesen, dass der große Andrang zunächst ausgeblieben ist. „Wir sind auf jeden Fall sehr optimistisch, was die Zukunft des Ladens angeht. Bisher bekommen wir großartiges Feedback der Marburger und Marburgerinnen und erhaschen immer wieder neugierige Blicke und Menschen, die einfach mal vorbeikommen und sich den Laden anschauen wollen“, sagt Kolling.

Sobald sich das Konzept der Ausleihbar etwas mehr etabliert hat, werden die Leihanfragen mit Sicherheit nicht auf sich warten lassen, davon ist Kolling überzeugt. „Und sobald wir die Kaffeemaschine in Gang gesetzt haben, kann die Ausleihbar auch ein gemütlicher Begegnungsraum für die Wintermonate werden“, fügt er an.

Von Silke Pfeifer-Sternke