Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Marburg Die Waldbrandgefahr steigt
Marburg Die Waldbrandgefahr steigt
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
21:00 18.06.2022
Wald- und Heideflächen brennen auf einem ehemaligen Truppenübungsplatz in Südbrandenburg. Am kommenden Wochenende sind weitere Waldbrände angesichts der hohen Temperaturen nicht auszuschließen.
Wald- und Heideflächen brennen auf einem ehemaligen Truppenübungsplatz in Südbrandenburg. Am kommenden Wochenende sind weitere Waldbrände angesichts der hohen Temperaturen nicht auszuschließen. Quelle: Foto: Patrick Pleul/DPA
Anzeige
Marburg

Die vergangenen Tage waren besonders heiß, am Wochenende werden weitere Hitzerekorde erwartet – damit steigt die Gefahr durch Waldbrände stark an. In weiten Teilen Deutschlands und Teilen von Hessen wird am Samstag und Sonntag mit der vierten die zweithöchste Stufe des Waldbrandgefahrenindex des Deutschen Wetterdienstes (DWD) erreicht. In Süd- und Ostdeutschland stellenweise sogar die höchste Stufe.

Der DWD stellt mit der täglich aktualisierten Grafik eine Prognose für die Waldbrandgefahr in allen Regionen Deutschlands über fünf farblich markierte Stufen dar – von geringer bis sehr hoher Gefahr. Auch der Landkreis ist von der vorletzten Gefahrenstufe betroffen: Die Grafik zeigt für die Messstation in Cölbe am Samstag und Sonntag die knallrote vierte Index-Stufe. Gerade in der Natur ist also Vorsicht geboten.

Auf Grundlage dieser Prognose des DWD ruft gegebenenfalls das hessische Umweltministerium eine der beiden hessischen Alarmstufen A (hohe Waldbrandgefahr) oder B (sehr hohe Waldbrandgefahr) aus. Stand Freitag ist das noch nicht der Fall. Das Ministerium warnte indes bereits Mitte der Woche vor zunehmender Trockenheit und damit verbundene Gefahren.

Zahl der Waldbrände steigt seit Jahren

Die bestehen vor allem für geschwächte und abgestorbene Wälder mit Bereichen mit vielen abgestorbenen, vertrockneten Bäumen, die nach den Hitzesommern seit 2018 zugenommen haben. Dort findet einerseits eine stärkere Sonneneinstrahlung statt, andererseits erhält ein Feuer schlimmstenfalls noch viel mehr trockene Nahrung.

In den vergangenen Jahren gab es laut DWD überdurchschnittlich viele Waldbrände in Deutschland. 2018 und auch 2019 waren etliche Hektar Wald betroffen, 2020 ging nicht die Zahl der Brände, dafür die Waldbrandfläche deutlich zurück.

Das Auftreten von Waldbränden sei in Deutschland regional unterschiedlich, da die klimatischen wie hydrologischen Gegebenheiten sich regional unterscheiden. Weite Teile Nordostdeutschlands, das Oberrheinische Tiefland und die östlichen Teile Nordwestdeutschlands sind häufiger von Waldbränden betroffen als andere Regionen.

In der Waldbrandstatistik der vergangenen 30 Jahre fällt besonders das Jahr 1992 auf. In dem Jahr brannte der Wald in Deutschland gut 3 000 Mal, betroffen war eine Fläche von rund 4 900 Hektar. In den Folgejahren nahmen die Waldbrände – mit Ausnahme des Hitzesommers 2003 – ab.

Lage entspannt sich ab Montag wieder

Die Jahre 2018 und 2019 bilden wieder einen Peak in der Waldbrandstatistik: Mit etwa 1 700 Bränden im Jahr 2018 und 1 500 Bränden im Jahr 2019 sowie einer betroffenen Fläche von rund 2 300 Hektar (2018) und 2 700 Hektar (2019) bilden sie laut Wetterdienst „einen traurigen Höhepunkt der letzten 20 Jahre“. Das Jahr 2020 gilt ebenfalls als überdurchschnittliches Waldbrandjahr mit deutschlandweit 1 360 Waldbränden, dafür war die betroffene Fläche (368 Hektar) im Vergleich gering. Im Mittel der Jahre 1993 bis 2019 gab es 1 035 Waldbrände, bei denen eine Fläche von 656 Hektar betroffen war. Wie aber entstehen Waldbrände? Meist durch Unachtsamkeit der „Benutzer“.

Die häufigsten Brandursachen sind immer noch der weggeworfene Zigarettenstummel oder der nur dürftig gelöschte Grill. Behörden wie Feuerwehren raten daher verstärkt zur Vorsicht.

Auf die akut am Wochenende steigenden Temperaturen und Waldbrandgefahr ist auch die Gefahrenabwehr des Landkreises eingestellt: „Das gehört natürlich gerade im Sommer mit dazu, es gehört aber auch zum Wesen der Feuerwehr, darauf immer vorbereitet zu sein“, sagt Kreissprecher Stephan Schienbein.

Ab Montag entspannt sich die Lage erst einmal wieder deutlich, Stand Freitag gilt dann zumindest hierzulande die Index-Stufe 1.

Weitere Informationen vom DWD sind online unter www.wettergefahren.de abrufbar.

Brände vermeiden

Tipps zum richtigen Verhalten im Wald, um Waldbrände zu vermeiden:

Kein Feuer: Offenes Feuer, auch Grillfeuer, sind in Wäldern verboten und nur auf ausgewiesenen Grillplätzen erlaubt.

Rauchverbot: Es ist grundsätzlich nicht erlaubt, in Wäldern zu rauchen.

Keine Kippen in die Natur: Brennende Zigaretten, die aus dem Autofenster geworfen werden, stellen eine große Gefahr für Brände dar.

Kein Glas im Wald: Müll, wie etwa leere Glasflaschen, sollte generell nicht in der Natur landen, im Wald haben Glasscherben aber erst rechts nichts zu suchen, sie können wie ein Brennglas wirken.

Kein heißer Motor auf trockenem Gras: Beim Ausflug in die Natur wie dem Wald darauf achten, dass mit dem Auto nur auf ausgewiesenen Parkplätzen geparkt wird. Denn trockene Grasflächen unter den Fahrzeugen können sich durch heiße Katalysatoren und Auspuffrohre entzünden.

Zufahrten zu Wäldern frei halten: Feuerwehrzufahrten und Rettungswege für Einsatzfahrzeuge gibt es auch in Wäldern. Daher sollten dringend Park- und Halteverbote beachtet werden.

  • Das Hessische Umweltministerium rät dazu, ein entstehendes Feuer selbst zu löschen, solange dadurch keine Gefahr für einen selber besteht. Brände oder Rauchentwicklungen immer sofort über die Notrufnummer 112 melden. Dabei, falls bekannt, die Nummer des nahegelegenen Rettungspunktes mit angeben und die Retter zum richtigen Weg lotsen.

Von Ina Tannert

19:00 Uhr
Marburg Inklusion auf dem Arbeitsmarkt - Weg mit der Bremse im Kopf
15:00 Uhr
Marburg Die schönsten Plätze - Baden in der Lahn? Na klar!
09:08 Uhr