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Marburg Erfolgreicher Start des „Ginselmobils“
Marburg Erfolgreicher Start des „Ginselmobils“
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15:59 01.06.2022
Carsharing in Ginseldorf. Nicole Kraft und Raul Jassu Kraft mit Tochter Luisa nutzen das "Ginselmobil"
Carsharing in Ginseldorf. Nicole Kraft und Raul Jassu Kraft mit Tochter Luisa nutzen das "Ginselmobil" Quelle: Thorsten Richter
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Ginseldorf

Code eingeben, Schlüssel bekommen, losdüsen: So einfach kann Carsharing sein. Genau das wollen die Initiatoren des Projektes „E-Carsharing in Ginseldorf“ beweisen. Seit knapp einem Monat bietet der Dorfladenverein Ginseldorf zwei Elektroautos des Modells Renault Zoe an, die den Bürgerinnen und Bürgern für das Carsharing zur Verfügung gestellt wurden (die OP berichtete). Mitinitiator Professor Ralf Laging war erstaunt, dass das Carsharing-Angebot so fleißig genutzt wird: „Erst dachten wir, der Start geht langsamer voran. Wir waren sehr überrascht, weil mehr Interessenten da waren als zunächst angenommen.“ Das liege daran, dass einige Personen oder ganze Familien auf ein Auto angewiesen sind, auch wenn das eigene Auto mal kaputt geht oder in die Werkstatt muss. Unter den derzeit in der Buchungs-App „family car sharing“ eingetragenen 15 Personen nutzen acht bis zehn die Autos regelmäßig und vier bis fünf Personen häufig. Weitere Interessenten haben sich bereits gemeldet.

Familie Kraft fährt „Ginselmobil“

Zum festen Kundenstamm zählt bereits Familie Kraft. Sie nutzt das Angebot jeden zweiten Tag. „Ursprünglich hatten wir mal zwei Autos, die sind aber nun beide kaputt gegangen, da kam der ‚Ginselmobil‘-Flyer im Briefkasten gerade recht“, sagt Nicole Kraft, „Das war für uns die beste Lösung, auch gerade, weil es direkt auf der anderen Straßenseite steht.“ Mittlerweile nutzt die Familie das Auto schon seit vier Wochen. Ihr Fazit: „Ich finde es superpraktisch. Man braucht das Auto ja auch nicht 24/7. Außerdem ist es nachhaltiger, wenn man sich ein Auto teilt“, sagt die 32-Jährige. In Zukunft wolle die Familie auf einen Zweitwagen verzichten. Werde ein zweites Auto gebraucht, leihe man sich das „Ginselmobil“.

Hintergründe und Nutzung

Das Carsharing-Projekt wurde in Zusammenarbeit mit der Arbeitsgemeinschaft Mobilität und Versorgung und mit einer ortsansässigen Gruppe von Bürgerinnen und Bürgern aus Ginseldorf ins Leben gerufen. Vor dem Hintergrund der Mobilitätswende soll das Carsharing die Anbindung von verschiedenen Ortsteilen Marburgs an das Zentrum fördern, denn nicht in jedem Ort gibt es regelmäßigen Bus- oder Bahnverkehr nach Marburg. „Wir wollen die Menschen zum Umdenken bewegen“, betont Ralf Laging, „In vielen Fällen reicht ein Auto in der Familie aus, wenn ein zweites benötigt wird, steht hier eins bereit.“ Um das „Ginselmobil“ nutzen zu können, muss zuerst ein Nutzungsvertrag unterschrieben werden. Danach folgt eine Einführung in die Nutzung des Renault Zoe. Per App können Termine gebucht werden. Dann erhält der Nutzer oder die Nutzerin einen Code, mit dem an dem jeweiligen Standort des Wagens ein Schüsseltresor geöffnet wird. Sobald das Ladekabel abgesteckt wurde, kann es auch schon losgehen. Abgerechnet wird am Ende des Monats per Lastschrift. Weitere Standorte für E-Carsharing sollen in Dagobertshausen und Moischt entstehen.

„Ginselmobil“ in aller Munde

Anfangs sei der Verein damit beschäftigt gewesen, den Interessenten zu erklären, wie das Carsharing funktioniert und wie die Elektroautos zu bedienen sind, erklärt Laging. Und danach lief der Betrieb reibungslos: „Bisher kamen alle Autos immer wieder zurück, wir hatten keinerlei Probleme und mittlerweile spricht jeder über das ‚Ginselmobil‘“, sagt Laging. In der Zukunft werde über Lösungen für Fahrten nachgedacht, bei denen das Auto gemietet wird, aber dann beispielsweise am Bahnhof in Marburg abgestellt werden kann und nicht wieder zurück zum Abgabeort gebracht werden muss. Auch eine Vernetzung zu den bereits geplanten weiteren Standorten in Dagobertshausen und Moischt soll künftig realisiert werden.

Von Larissa Pitzen

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