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Marburg Vermeintliches Gift war Pflanzensamen
Marburg Vermeintliches Gift war Pflanzensamen
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16:23 24.04.2019
Warnung vor Giftködern gab es in Marburg zuletzt immer wieder, etwa in Michelbach und im Cappeler Feld.  Quelle: Philipp Lauer
Michelbach

Bei den in Michelbach gefundenen verdächtigen Körnern handelt es sich nicht um Rattengift. Das ist das Ergebnis der polizeilichen Ermittlungen. Auf einer Strecke von mehr als 50 Meter entlang des Feldweges an der Straße „Am Waldrand“ sind Mitte des Monats mehrere Körner aufgetaucht, die Hundehalter als Giftköder vermuteten.

Doch nach den jetzt vorliegenden Ermittlungsergebnissen ist die Polizei sicher, dass es sich bei den entdeckten braun-roten Granulat ähnlichen 
Körnern nicht um vergiftete ausgelegte Köder handelt. „Alles deutet auf einen Pflanzensamen hin“, teilt die Polizei gestern mit.

Die Schwierigkeit der Feststellung von Giftködern sei: Ein Köder sei speziell hergestellt, damit Hunde ihn aufnehmen. Eine verbreitete oder verstreute Chemikalie mag giftig sein und das Ausbringen mag strafbar sein, aber es handelt sich dann um ein Umweltdelikt und nicht um einen Verstoß gegen das Tierschutzgesetzt durch Auslegen von Ködern.

Warnung von Einsatz
sozialer Medien

In einem Fall ließ sich der Tod eines Hundes entgegen der Überzeugung von Herrchen und Tierarzt eben nicht auf eine gemutmaßte Vergiftung zurückführen, sondern eindeutig auf die Krebserkrankung. Bei den toxikologisch wirklich komplett untersuchten Fällen in Deutschland ließen sich bei 0,3 Prozent, also bei einem von 300 untersuchten Fällen tatsächlich Vergiftungen nachweisen.

Gleichzeitig warnt die Polizei davor, bei Verdachtsfällen sofort das Internet und die sozialen Medien als Warn-Instrumente einzusetzen. „Etwaige über die sozialen Medien weiterverbreitete Mutmaßungen über Giftköder mögen im Sinne einer Gefahrenabwehr gut gemeint sein, bewirken aber eher das Gegenteil und haben weitreichende Folgen.“