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Marburg Entscheidungshilfe für Unentschlossene
Marburg Entscheidungshilfe für Unentschlossene
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00:21 05.06.2015
Auf dem Podium saßen (von links) Dr. Elke Neuwohner (Grüne), Christoph Linne (OP), Dirk Bamberger (CDU), Dr. Thomas Spies (SPD), Anna Ntemiris (OP) und Jan Schalauske (Marburger Linke). Quelle: Thorsten Richter
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Marburg

Wo sonst große wissenschaftliche Kongresse oder Events stattfinden, stand für einen Abend die Kommunalpolitik im Mittelpunkt. Wer wird neuer Rathauschef, und somit Nachfolger von Oberbürgermeister Egon Vaupel (SPD), der im November dieses Jahres seinen Posten vorzeitig aus gesundheitlichen Gründen räumt?

Die OP-Podiumsdiskussion sollte unter der Moderation von OP-Chefredakteur Christoph Linne und Anna Ntemiris (Mitglied der Chefredaktion) Entscheidungshilfe bieten.
Und Linne machte auch klar, wieso das so wichtig ist. Denn eine repräsentative OP-Umfrage unter 1000 Marburgern hat ergeben, dass mehr als die Hälfte der Befragten in Sachen OB-Wahl bisher noch keine Entscheidung getroffen hatte (Weitere Ergebnisse der Umfrage lesen Sie in unserer Samstagsausgabe).

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Dr. Thomas Spies (SPD), Dirk Bamberger (CDU), Dr. Elke Neuwohner (Grüne) und Jan Schalauske (Marburger Linke) saßen mit auf dem Podium, die restlichen Kandidaten ­Marius Beckmann (Die Partei) und Rainer Wiegand (parteilos) waren per Stehtisch mit in das Geschehen integriert. „Was könnte für die Wahlentscheidung den Ausschlag geben“, fragte Linne.

„Die große Polarisierung ist in diesem Wahlkampf bisher ausgeblieben“, antwortete darauf Schalauske. Und das blieb auch zum Auftakt des OP-Wahlforums so, als Linne und Ntemiris die Kandidaten auch fragten, was sie antreibt und welche neuen Akzente sie als neue Chefs der Stadtverwaltung setzen würden.

Und als CDU-Kandidat Bamberger in einem kleinen Seitenhieb anmerkte, dass aus seiner Sicht das Radwegenetz nach 18 Jahren rot-grüner Rathausregierung in Marburg nicht gut ausgebaut sei, reagierte Grünen-Kandidatin Dr. Elke Neuwohner gar nicht auf diese Steilvorlage, um die rot-grüne Politik zu verteidigen. Stattdessen wies sie darauf hin, dass aus ihrer Sicht im Wahlkampf bei den Wählern beispielsweise die Themen Wohnungsnot und Angst vor der Zukunft eine wichtige Rolle gespielt hätten.

Schalauske fordert Sozialquote

Erst allmählich kamen die Unterschiede genauer zutage. Die Studentin Larissa Baumann stellte bei der Publikumsrunde die Frage, was ein künftiger OB in Sachen studentischer Wohnungsnot machen wolle.
Wohnungsnot ist auch aus Sicht von Schalauske ein zentrales Thema, wie er in der Antwort sagte. Dieses habe Rot-Grün verschlafen, kritisierte der Linken-Politiker. Er forderte bei neu zu bauenden Wohnungen unter anderem eine Sozialquote sowie die Errichtung von mehr Sozialwohnungen. Ausdrücklich unterstützte CDU-Kandidat Bamberger Schalauskes Äußerungen. Das Problem der Wohnungsnot in Marburg liege eigentlich an der CDU mit ihrem „G8-Quatsch“, der zu viele Studierende mit sich gebracht habe, sagte Thomas Spies (SPD). Dennoch könne man das Problem der Wohnungsnot in Marburg lösen, und es seien bereits mehr als 2 000 Wohnungen neu gebaut worden.

Ähnlich munter wie bei der Wohnungsnot-Debatte wurde die Runde auch bei der Frage eines Zuschauers nach der Zukunft des Marktfrühschoppens. Hier war das Motto „Fünf gegen einen“: Alle Bewerber außer Bamberger wandten sich gegen eine Fortführung des Traditionsfestes.

(Am Stehpult: die Kandidaten Rainer Wiegand (parteilos, Mitte) und Marius Beckmann (Die Partei, rechts) mit OP-Chefredakteur Christoph Linne. Foto: Richter)

Marius Beckmann von der Satirepartei „Die Partei“ warb in einem „Sonderblock“ für kreative Konzepte wie die Errichtung von Hanf-Plantagen in Marburg und erntete mit seiner spontan-witzigen Art bei vielen Zuhörern die meisten Lacher. Wie ernst er die ganze Sache wirklich meint, das wurde nicht wirklich klar. Rainer Wiegand sagte, er sei der einzige Kandidat ohne Parteiinteressen, der sich nach der Wahl nur für die Bürger einsetzen werde. Unter anderem wolle er den Öffentlichen Personennahverkehr in Marburg kostenfrei machen.

Einen ausführlichen weiteren Bericht über die OP-Podiumsdiskussion lesen Sie in der Freitagsausgabe der OP. Darin stellen wir auch die Antworten aller sechs Kandidaten auf zehn Fragen aus der aktuellen Kommunalpolitik vom Thema Seilbahn bis zur Parkplatznot dar, auf die die Bewerber nur mit Ja oder Nein antworten durften.

von Manfred Hitzeroth

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