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Marburg Ulrich Stiehl will behinderte Menschen in die Gesellschaft integrieren
Marburg Ulrich Stiehl will behinderte Menschen in die Gesellschaft integrieren
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11:02 17.10.2021
Ulrich Stiehl (Mitte) freute sich mit seiner Ehefrau Cordula von Brandis-Stiehl über seine Auszeichnung mit dem Bundesverdienstkreuz durch Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies.
Ulrich Stiehl (Mitte) freute sich mit seiner Ehefrau Cordula von Brandis-Stiehl über seine Auszeichnung mit dem Bundesverdienstkreuz durch Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies. Quelle: Lucas Heinisch
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Marburg

Seit rund 45 Jahren engagiert sich der Marburger Ulrich Stiehl als Betreuer von Menschen mit geistiger Behinderung. „Menschen wie Sie stärken unser soziales Gemeinwesen und zeigen eine unschätzbare Vorbildfunktion“, sagte am Freitag Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies bei der Verleihung des Bundesverdienstkreuzes am Bande an Stiehl im Marburger Rathaus. Ulrich Stiehl wurde 1940 in Kupp im Kreis Oppeln (damals Schlesien) geboren. Als er vier Jahre alt war, flüchtete seine Familie nach Prüm in die Eifel. Nach Abitur, Wehrpflicht und einem forstlichen Praktikum begann er mit dem Studium der Forstwissenschaften an der Universität in Hann. Münden sowie Freiburg im Breisgau. Er schloss das Forstreferendariat ab und wurde 1968 Forstbeamter.

Ulrich Stiehl engagierte sich aber nicht nur in seinem Beruf, sondern insbesondere auch ehrenamtlich für Menschen mit Behinderung. Bereits im Jahr 1979 war er maßgeblich an der Gründung einer Elternmitarbeit für eine anthroposophische Einrichtung in Echzell-Bingenheim beteiligt und gehörte dem Vorstand von 1982 bis 1986 an. „Es sind Menschen, die gehört und verstanden werden wollen“, erläutert Stiehl, wieso er sich für Menschen mit Behinderung einsetzt. Er möchte Verständnis schaffen für behinderte Menschen und diese auch bei all seinen sozialen und kulturellen ehrenamtlichen Tätigkeiten in die Gesellschaft integrieren.

Jahrzehnte langes Engagement

Seit 1999 ist Ulrich Stiehl auch in der Diakonischen Einrichtung Hephata in Schwalmstadt im Angehörigen- und Betreuerbeirat aktiv. Zudem gründete er den Förderverein des Angehörigen- und Betreuerbeirates. Schließlich weitete Stiehl sein Engagement 2006 auch auf Bundesebene in der Angehörigenunterstützung aus. Martin Petzold, stellvertretender Vorsitzender des Bundesverbandes von Angehörigen- und Betreuervertretungen, kennt Stiehl schon seit einigen Jahren. „Ich schätze seine Geradlinigkeit und seine Haltung zur Inklusion. Er hat nicht so gerne delegiert, sondern hat die Dinge immer gerne selbst gemacht“, erzählt Petzold. Durch die gemeinsame Arbeit mit Stiehl im Bundesverband weiß Petzold: „Wenn jemand diese Auszeichnung verdient hat, dann er.“ Neben Stiehls vielfältigen Aktivitäten bei der Betreuung von behinderten Menschen hat er sich auch in Marburg ehrenamtlich betätigt. So trat er 1998 dem Verein Marburger Konzertchor bei und übernahm dort bis 2004 die Kassenführung. Von 2005 bis 2015 war Stiehl darüber hinaus Gästeführer in der Universitätsstadt Marburg sowie für vier Jahre Sprecher des Arbeitskreises der Marburger Gästeführer. Dort war er ebenso Kassenwart, wie er seit 2006 als Kassenwart im Freundeskreis Alter Botanischer Garten aktiv ist.

Zu Stiehls Überraschung spielte der Parforcehorncorps Hoher Vogelsberg mehrere Stücke vor dem Marburger Rathaus.

Von Lucas Heinisch