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Marburg Endspurt für die Gastro-Retter
Marburg Endspurt für die Gastro-Retter
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09:58 17.02.2021
Claudia Sophia Ritzenhoff und Timm Hoffmann haben eine Crowdfunding-Aktion ins Leben gerufen, um die Gastronomie in der Oberstadt zu unterstützen.
Claudia Sophia Ritzenhoff und Timm Hoffmann haben eine Crowdfunding-Aktion ins Leben gerufen, um die Gastronomie in der Oberstadt zu unterstützen. Quelle: Foto: Thorsten Richter
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Marburg

Claudia Sophia Ritzenhoff und ihr Lebensgefährte Timm Hoffmann hatten vor knapp vier Wochen eine Crowdfunding-Aktion für die Gastronomen in der Marburger Oberstadt ins Leben gerufen (die OP berichtete).

Die „Gastro-Retter von Marburg“, die selbst in der Oberstadt leben, wollten via Spenden im Netz 50  000 Euro einsammeln, um das Geld an die Gastronomen auszuschütten – zu gleichen Teilen. Am Freitag endet die Spendenaktion, bis jetzt kamen jedoch lediglich knapp 5 000 Euro zusammen. War die Idee also ein Reinfall?

„Nein, überhaupt nicht“, sagt die gebürtige Marburgerin. Das gesteckte Ziel sei seinerzeit relativ hoch gewesen, „wir hatten ja überhaupt keine Ahnung, wie die Aktion überhaupt angenommen wird. Daher freuen wir uns jetzt erstmal über alles, was zusammengekommen ist“. Denn das Monetäre sei nur ein Teil der Crowdfunding-Aktion. „Wir freuen uns auch über das Zwischenmenschliche, das entstanden ist“, sagt Ritzenhoff.

Selbst, wenn die beiden jedem Gastro-Betrieb in der Oberstadt nun nur einen kleinen, eher symbolischen Betrag auszahlen, „hoffen wir doch, dass wir damit zumindest ein bisschen helfen können“. Vonseiten der Gastronomen sei die Aktion sehr gut angenommen worden. „In Gesprächen haben uns viele gesagt, dass das Geld vielleicht nur ein warmes Schulterklopfen ist – aber damit einher geht eben, dass die Gastronomen sehen, dass sie uns wichtig sind, dass sie merken, dass wir sie unterstützen wollen.“

Ritzenhoff und Hoffmann sei es wichtig, mit dem Projekt „vielleicht einfach ein bisschen Mut machen zu können, damit die Betriebe durchhalten – Hilfe und Wohlwollen aus der Bevölkerung gibt es“. Dass die Gastronomie den Menschen wichtig sei, lasse sich beispielsweise aus den Kommentaren der Spender ablesen, wie Timm Hoffmann sagt: „Die Resonanz war überwältigend positiv, die Leute schreiben, dass sie die Aktion gerne unterstützen“, beschreibt der Initiator.

Nicht nur, dass nahezu 100 Menschen bis Dienstagmittag gespendet hatten – vielmehr sei die Crowdfunding-Aktion auch um die 150 Mal geteilt worden. „Das Interesse ist also da. Aber natürlich ist es noch einmal ein anderer Schritt dann auch zu sagen, ich greife mal in mein Portemonnaie und leiste meinen Beitrag“, weiß Hoffmann.

Bis Freitag können Unterstützer noch helfen. Und dann wird das Geld verteilt. „Wir schreiben nun alle Restaurants an, damit sie uns ihre Kontodaten zukommen lassen. Ehrlicherweise wissen wir aber bei manchen Restaurants oder Cafés gar nicht, ob es sie noch gibt“, sagt Timm Hoffmann. „Bei manchen Betrieben hat man von außen in der Tat das Gefühl, dass die Schotten dicht sind“, bedauert auch Claudia Sophia Ritzenhoff. „Wir hoffen einfach, dass wir alle irgendwie erreichen.“ Doch könne es für einige Gastro-Betriebe vielleicht schon zu spät sein.

Auch, wenn der Geldbetrag nicht so hoch sei, wie erhofft, so wird das Geld doch zu 100 Prozent und zu gleichen Teilen ausgeschüttet. „Viele Gastronomen konnten gar nicht glauben, dass sich jemand so für sie einsetzt und engagiert. Dass wir das tun ganz ohne Hintergedanken – sondern einfach nur, weil wir helfen wollen.“

Vielleicht ist das etwas, das man aus der Aktion mitnehmen könne: „In der Krise zusammenstehen und etwas füreinander tun.“ Und vielleicht, so Timm Hoffmann, sei das Crowdfunding zur Gastro-Rettung in der Oberstadt ja ein kleiner Funke, ein Impuls, „dass auch andere sehen, die gerne helfen möchten: Man kann gemeinsam zumindest etwas bewegen. Vielleicht kommt ja dann noch mehr.“

Es müssten ja nicht immer die großen Dinge sein, „vielleicht reicht es ja auch schon, wenn man für die ältere Nachbarin einkaufen geht. Auf die Nächstenliebe kommt es an“, sagt Claudia Sophia Ritzenhoff.

Wer sich noch an der Spendenaktion beteiligen möchte: https://bit.ly/3sFaWWw

Von Andreas Schmidt

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