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Marburg Elf Jahre nach dem Brand kommt der Neubau
Marburg Elf Jahre nach dem Brand kommt der Neubau
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12:39 08.10.2021
Das Baufeld, wo früher das Haus „Am Richtsberg 88“ stand, soll spätestens 2025 wieder bebaut werden.
Das Baufeld, wo früher das Haus „Am Richtsberg 88“ stand, soll spätestens 2025 wieder bebaut werden. Quelle: Thorsten Richter
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Marburg

Mit den Vorplanungen eines Ersatzneubaus für das 2014 bei einem Brand beschädigte und inzwischen abgerissene Hochhaus „Am Richtsberg 88“ soll noch in diesem Jahr begonnen werden. Das sagte Wissenschaftsministerin Angela Dorn im Hessischen Landtag auf eine Anfrage des Marburger Abgeordneten Jan Schalauske.

Dorn berief sich auf die Aussage des Geschäftsführers des Studentenwerks Marburg, Dr. Uwe Grebe.

Auf dem Gelände soll, so die Ministerin, wieder attraktiver studentischer Wohnraum entstehen. Erste Überlegungen sähen eine Einheit vor, bestehend aus mehreren Gebäuden mit jeweils drei bis fünf Etagen. Ein neues Hochhaus soll also nicht entstehen. Spätestens bis zum Jahr 2025 soll mit dem Bau begonnen werden, also rund elf Jahre nach dem verheerenden Brand.

Leistungsvereinbarung

So sieht es die Leistungsvereinbarung zwischen der Philipps-Universität und dem Studentenwerk Marburg vor. Vergeblich hatte Schalauske gefragt, ob denn eine solch lange Pause im Interesse des Ministeriums liege. „Wenn es früher gelänge, wäre das umso besser“, sagte Dorn. Die Priorität habe zunächst auf dem Neubau des Atlashauses gelegen, ergänzte die Ministerin.

Der Neubau am Richtsberg soll, so wünscht es sich Dorn, ein wichtiges Zukunftsprojekt zur Schaffung weiteren günstigen und attraktiven Wohnraums für Studierende werden. „Der Neubau am Richtsberg darf nicht auf die lange Bank geschoben werden“, sagt Linken-Abgeordneter Schalauske.

Zum einen seien die Wartelisten für Wohnheimplätze lang, zum anderen ist der Neubau wichtig für den Stadtteil.

Im Juni 2014 brannte der Keller des Hochhauses, das Feuer und der Rauch beschädigten das Jahrzehnte alte

Jahrelang Unklarheiten

Hochhaus so stark, dass es seitdem leer stand, nicht repariert werden konnte und dann abgerissen wurde. Seitdem klafft am Stadtteil-Eingang nahe der Sudetenstraße eine Lücke.

Jahrelang gab es Unklarheiten über die Zukunft des Bauwerks und Grundstücks, vor allem wegen des Streits zwischen Studentenwerk und Gebäudeversicherung um die Höhe der Schadenssumme. Die Allianz befürchtete, dass angesichts erster Pläne „Luxussanierungen“ bevorstehen, nach Klage-Drohungen des Studentenwerks gab es dann im Jahr 2018 eine Einigung.

Mehr als 280 Bewohner mussten damals aus dem brennenden Haus, teilweise mit Drehleitern, aus den obersten der elf Stockwerke des Gebäudes gerettet werden. Dutzende Ex-Bewohner lebten danach bisweilen monatelang in Notunterkünften.

Von Till Conrad