Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Marburg Mit jeder Ladesäule steigt die Akzeptanz
Marburg Mit jeder Ladesäule steigt die Akzeptanz
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
15:58 13.07.2020
Der Stadtallendorfer Unternehmer Hans-Jürgen Schneider will mit seinem neu gegründeten „Elektromobilitätszentrum Schneider + Schiller“ das Thema E-Mobilität voranbringen. Quelle: Foto: Andreas Schmidt
Anzeige
Stadtallendorf

Die Elektromobilität nimmt zwar – auch dank der gestiegenen Förderprämie vonseiten des Bundes – langsam Fahrt auf. So seien laut Kfz-Landesverband Hessen im Juni 678 Anträge auf Elektrofahrzeug-Förderung beim zuständigen Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) eingegangen – ein Plus von rund 16 Prozent zu den 584 Anträgen im Mai. In diesem Jahr stieg die Zahl der Prämien somit auf 3 296, insgesamt bilanzierte das Bafa für Hessen 16 691 Förderungen seit dem Start der Aktion im Juni 2016.

Das zeigt: Von den angepeilten eine Million Elektrofahrzeugen auf deutschen Straßen bis Ende 2020, wie von der Bundesregierung als Ziel vor vier Jahren ausgegeben, ist Deutschland noch weit entfernt. Daher lautet das neue Ziel: Sechs bis zehn Millionen E-Autos – allerdings bis 2030.

Anzeige

Hans-Jürgen Schneider, unter anderem Geschäftsführer von Elektroplan Schneider in Stadtallendorf, geht das Thema E-Mobilität zu schleppend voran, wie er im Gespräch mit der OP erläutert. Bereits 2018 hat er an seinem Firmengebäude eine Elektro-Tankstelle eröffnet. Ihm liegt das Thema E-Mobilität am Herzen. Woher kommt die Faszination Schneiders für das Thema? „Es geht vor allem um die Umwelt und den CO2-Ausstoß“, sagt der Unternehmer. Zwar seien die Anschaffungskosten für E-Fahrzeuge hoch – „zu hoch“, wie Schneider findet –, doch lägen die Betriebskosten auf niedrigem Niveau, zählt er auf: Kein Ölwechsel, geringe Wartungskosten, überschaubarer Unterhaltungsaufwand, niedrige Kilometerkosten – „wenn man alles zusammenträgt, steht das Elektroauto gut da“, findet er.

Für Schneider steht fest: Die Akzeptanz der E-Mobilität steht und fällt nicht nur mit dem Preis der Fahrzeuge – sondern vor allem auch mit der Ausweitung der Anzahl von Ladesäulen. Zwar fänden die meisten Fahrten in einem geringen Umkreis statt, sodass die Reichweite nicht so entscheidend sei. „Aber für längere Fahrten ist die Reichweitenangst immer noch ein Thema“, weiß Schneider. Unbegründet, wie er findet. Doch für mehr Akzeptanz will er nun Grundlagenarbeit zur Verbreitung von Ladesäulen leisten. Also gründete er das „Elektromobilitätszentrum Schneider + Schiller“, um den Kunden alles rund um die Ladesäule aus einer Hand zu liefern. „Von Beratung über Planung und Vertrieb bis hin zum Betreiben der Säulen bieten wir den kompletten Service“, sagt Schneider. Denn: Einfach Ladesäulen aufstellen – damit ist es nicht getan, zu komplex ist die Materie. Wie sieht die Stromversorgung vor Ort aus? Welche Kapazitäten bietet das Netz? Welche Ladebetriebsarten sind gefordert? All dies – und vieles mehr – sind Themen, die Schneider mit dem neuen Zentrum abdeckt.

Dazu würden zunächst die Grundlagen ermittelt, dann gehe es an die Vor- und danach an die Entwurfsplanung, danach kümmert sich das Zentrum um die Genehmigungs- und die Ausführungsplanung.

Die Vergabe von Leistungen bereitet das Zentrum ebenso vor, wie es bei der Vergabe letztlich mitwirkt, die Ausführung des Objekts überwacht – und sogar Vertrieb von Ladesäulen oder Wallboxen bis hin zur Elektroinstallation anbietet. Und: Auch die Überwachung des Betriebs sowie die Abrechnung sind Teil des möglichen Angebots.

Von Andreas Schmidt