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Marburg Einschulungsuntersuchung trotz Pandemie
Marburg Einschulungsuntersuchung trotz Pandemie
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09:58 29.03.2021
Bevor Kinder eingeschult werden, erfolgt üblicherweise die Einschulungsuntersuchung.
Bevor Kinder eingeschult werden, erfolgt üblicherweise die Einschulungsuntersuchung.
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Marburg

Trotz der Corona-Pandemie hat das Gesundheitsamt vor, bis zum Ende der Sommerferien möglichst alle Einschulungsuntersuchungen vorzunehmen. Das teilte die Kreisverwaltung auf Nachfrage der OP mit. Bereits im Januar habe das Gesundheitsamt mit den Untersuchungen der Schulanfänger begonnen, berichtete Sascha Hörmann, stellvertretender Pressesprecher des Kreises. „Sollten die Einschulungsuntersuchungen nicht alle bis zum Ende der Sommerferien durchgeführt werden können, werden zwischen Schulbeginn und Beginn der Herbstferien zumindest Seh- und Hörtests und eine Impfbuchkontrolle durchgeführt“, fügte Hörmann hinzu. „Gänzlich entfallen wird die Einschulungsuntersuchung nicht.“

Einschulungsuntersuchungen sind verpflichtende ärztliche Untersuchungen durch das Gesundheitsamt. Dazu werden alle Kinder mit ihren Erziehungsberechtigten eingeladen – üblicherweise vor der Einschulung. Geprüft wird nicht nur, ob das Kind richtig hört, gut sieht und gesund ist. Es geht vor allem darum, ob es altersgemäß entwickelt ist. Der Kinder- und Jugendmedizinische Dienst begutachtet die Sprachentwicklung, die motorische und die sozial-emotionale Reife des künftigen Schulkinds. Werden Defizite festgestellt, kann das Kind zum Beispiel die Eingangsstufe besuchen oder eine sonderpädagogische Förderung erhalten.

Das hessische Innen- und das Kultusministerium hatten aufgrund der Corona-Pandemie für die Jahre 2020 und 2021 die Verpflichtung zur Untersuchung per Erlass aufgehoben. Kinder können daher auch ohne diese verpflichtende Untersuchung eingeschult werden.

„Derzeit ist es erforderlich, dass sich die Gesundheitsämter auf die Eindämmung der Corona-Pandemie konzentrieren“, hatte das Kultusministerium kürzlich auf Anfrage der Nachrichtenagentur dpa mitgeteilt. „Deshalb ist es ausnahmsweise möglich, dass die Gesundheitsämter Schuleingangsuntersuchungen nicht in jedem Fall durchführen.“ Allerdings nimmt das Gesundheitsamt des Landkreises Marburg-Biedenkopf die Einschulungsuntersuchungen vor, wie Hörmann mitteilte.

Schreiben mit falschen Behauptungen kursiert

Der Landkreis hatte zuvor dementiert, dass „Schuleintrittsuntersuchungen“ aufgrund der Corona-Pandemie in diesem Jahr nicht stattfinden würden. Das war laut Kreisverwaltung in einem Schreiben behauptet worden, das im Landkreis kursiert. „Das ist falsch“, schrieb die Pressestelle des Landkreises in einer Mitteilung. Nur in Ausnahmefällen könne es sein, dass nicht alle Kinder vor der Einschulung untersucht werden könnten – dann werde diese Pflichtuntersuchung nachgeholt. In dem Schreiben wurde demnach auch angedeutet, dass es eine Absprache zwischen einem privaten Anbieter von Hörtests und dem Kinder- und Jugendärztlichen Dienst gegeben hätte. Dem widersprach Hörmann ebenfalls: „Ein solcher Vorschlag wäre von uns nicht positiv bewertet worden.“ Auch Haus- und Kinderärzte dürften die Untersuchung nicht durchführen, teilte Hörmann weiter mit.

Von Stefan Dietrich

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