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Marburg Stefan Drude macht seit 50 Jahren seine Arbeit als Graveur
Marburg Stefan Drude macht seit 50 Jahren seine Arbeit als Graveur
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18:21 21.08.2020
Jubilar und Graveur Stefan Drude am sogenannten „Pantograf“, der trotz aller Modernisierungen auch heute hin und wieder noch zum Einsatz kommt.
Jubilar und Graveur Stefan Drude am sogenannten „Pantograf“, der trotz aller Modernisierungen auch heute hin und wieder noch zum Einsatz kommt. Quelle: Stefan Weisbrod
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Marburg

In seinem Beruf braucht er eine ruhige Hand – auch heute noch. Moderne Technik macht das Gravieren zwar meist einfacher, der Beruf von Stefan Drude hat sich in den vergangenen 50 Jahren dadurch gewandelt. Und doch: Auch nach einem halben Jahrhundert als Graveur ist manches echte Präzisionsarbeit per Hand, kommt etwa der Pantograf hin und wieder zum Einsatz.

Mit dem mechanischen Gerät können Vorlagen auf eine Form, etwa auf Schmuck übertragen werden. Die dabei erforderliche Sorgfalt und Genauigkeit, sagt Joana Juckel, Kollegin Drudes und Tochter des geschäftsführenden Gesellschafters Friedhelm Juckel, zeichne den 64-Jährigen aus: „Er legt großen Wert auf Präzision und ist nur mit perfekten Ergebnissen zufrieden.“

Nach dem Praktikum bekam er eine Lehrstelle

Drude feiert ein Arbeitsjubiläum, das es in der Arbeitswelt nur selten gibt. Am 1. September 1970 begann der Marburger, aufgewachsen am Ortenberg, seine Ausbildung bei der Marburger Stempel-Erzeugung.

Zuvor hatte er, damals 14, ein zweiwöchiges Praktikum im Unternehmen gemacht. Die Arbeit gefiel ihm gut. „Ich habe einfach gefragt, ob ich einen Ausbildungsplatz bekomme“, erzählt er. Er bekam ihn – und blieb der Firma und nach deren Insolvenz dem 2001 gegründeten Nachfolgeunternehmen Marburger Signier-Technik-Systeme treu.

Vor fünf Jahrzehnten war seine Arbeit bereits vielseitig, berichtet der Jubilar, der heute in Cappel lebt, meist ging es aber doch ums Gravieren. Wobei es bei den reinen Gravuren manchmal nicht blieb: Drude nahm auch Pinsel und Lupe zur Hand, malte etwa das Marburger Stadtwappen auf Schildern farbig an. Bei allem, was er tat, war absolute Genauigkeit gefragt: „Ein kleiner Fehler, und die Arbeit vieler Stunden war dahin.“

Stefan Drude ist ein „Aushängeschild der Firma“

Solche Stadtwappen und andere ähnliche Werke waren über Jahre an vielen Stellen in Marburg zu finden. „Heute wird sowas nicht mehr gemacht“, sagt Drude, aber ohne Wehmut. Jetzt gibt es in der Stadt und der Umgebung zahlenmäßig deutlich mehr Arbeiten, an denen er beteiligt war: Mit computergesteuerter Technik erstellte Schilder beispielsweise, die er oft auch selbst montiert. Oder Drucke, Beklebungen, Autobeschriftungen. „Mein Aufgabenbereich ist mit den Jahren immer vielfältiger geworden“, erzählt Drude, der nicht nur produziert und montiert, sondern auch berät. Für Friedhelm Juckel ist er „ein Aushängeschild unserer Firma“.

Von Stefan Weisbrod

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