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Marburg Eine Zeitreise durch die Geschichte
Marburg Eine Zeitreise durch die Geschichte
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16:46 30.08.2021
Die sechsjährigen Lukas und Moritz stehen neben dem Wasserwerfer Mecedes-Benz LA 1113 im Polizeioldtimer-Museum
Die sechsjährigen Lukas und Moritz stehen neben dem Wasserwerfer Mecedes-Benz LA 1113 im Polizeioldtimer-Museum Quelle: Thorsten Richter
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Landkreis

Der gestrige Sonntag gehörte mit jeder Menge kulturhistorischen Einblicken an vielen Orten im Landkreis ganz den regionalen Museen, die sich am Museumssonntag themengerecht und in vollem Glanz präsentieren konnten.

Insgesamt 16 Museen im Kreis hatten sich dem diesjährigen Motto „Über Stock und Stein“ gewidmet und boten den Besuchern unterschiedlichste Angebote zum Themenschwerpunkt.

Von spannenden Exkursionen, über Vorträge und Führungen, bis zur Sonderausstellung mit seltenen Einblicken in vergangene Zeiten, von der Geschichte der Basaltgewinnung und Bedeutung von Grenzsteinen, bis zur Arbeit und Reisen von Schustern oder Handwerksgesellen.

Zahllose Polizei-Vehikel, einst im Einsatz, heute im Ruhestand, fanden Besucher wiederum im Polizeioldtimer-Museum bei Cyriaxweimar, wo zwischen Einsatzwagen, Polizei-Motorrädern und Wasserwerfern viel zu entdecken war.

Marie Fischer (7 Jahre) mit ihren Eltern Bernd und Bianca am Polizeimotorrad im Polizeioldtimer-Museum. Quelle: Thorsten Richter

Zwischen Stock und Steinen ließ sich in den vergangenen Jahren in der Gemarkung Kirchhain viel Historisches (wieder)finden.

Das zeigte das „Kleine Dachmuseum“ in der Kirchhainer Fußgängerzone.

Unter den Fundstücken war ein Fragment eines jüdischen Grabsteins, entdeckt im Jahr 2015 in der Feldgemarkung.

Der Grabstein stammt aus dem 19. Jahrhundert und wurde wohl in der Zeit zerstört, als ein kleiner Teil des Friedhofes an die Bahn übergeben werden musste. Aber auch schaurige Bodenfunde aus Kirchhains jüngerer Geschichte waren zu sehen: ein alter Wehrmachtshelm oder eine zerfallende Gasmaske, Funde, die erst vor wenigen Monaten an der Mühlenwohra gemacht wurden.

Vor der Tür bekamen die Besucher Schwarzpulver-Vorführungen der Kirchhainer Bürgergarde zu sehen. Harald Pausch erklärte dort etwa das Laden historischer Gewehre. Ein weiteres Fundstück war eine historische Bierflasche vom Beginn des 20. Jahrhunderts von Gustav Diehl.

Auch das Archäologische Freilichtmuseum „Zeiteninsel“ bei Argenstein lud den ganzen Tag über Besucher zu besonders tiefen Einblicken in das Leben unserer Vorfahren auf das große Ausstellungsgelände ein.

Handwerken in Zeiten von Ötzi: Dennis Moch präsentiert einen Rössener Keil zum Bäume fällen aus der späten Steinzeit. Quelle: Ina Tannert

Zahlreiche Darstellergruppen nahmen die Besucher mit auf eine Reise zurück in die Vergangenheit, demonstrierten anschaulich die Arbeit und das Alltagsleben der Menschen in der Steinzeit, der Bronze- und Eisenzeit oder der römischen Kaiserzeit.

Waffen und Werkzeug aus der Bronzezeit, wie das Flachbeil, zeigte Thomas Gross am Bronzezeit-Stand. Quelle: Ina Tannert

Praxistauglicher kann Geschichtsunterricht kaum werden: So kamen Besucher an den verschiedenen Zeitstationen locker ins Gespräch mit mobilen Jägern aus der Mittelsteinzeit, erlebten hautnah das Erbe von „Ötzi“ mit oder begegneten furchterregenden keltischen Kriegern wie pragmatischen germanischen Häuslebauern, die authentisch und anschaulich die vergangenen Jahrtausende wieder lebendig werden ließen.

Am Museumssonntag fand auch in diesem Jahr eine große Verlosungsaktion statt. Die Namen der Gewinner werden am 2. September veröffentlicht.

Weitere Informationen

Weitere Informationen über die Plattform kultur-info-netz.de des Kreises unter dem Stichwort „Museumssonntag“.

Von Michael Rinde und Ina Tannert

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