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Marburg Eine Corona-Bühne für Musiker und Maler
Marburg Eine Corona-Bühne für Musiker und Maler
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11:00 25.07.2020
Von Musikern bis Malern: Die Inhaberin des „Bermuda“ in Marburg, Stefanie Mertens, ist schwer von Corona gebeutelt. Jetzt will sie mit einer Initiative namens „Kokolores“ einen Beitrag zur Rettung der Marburger Kulturszene schaffen – sie selbst malt Bilder, wie dieses Affenmotiv. Quelle: Björn Wisker
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Marburg

Eine grüne Plane verhüllt das, was eine Rettung der Marburger Musik-, Kunst- und Kulturszene sein soll. Nun gut, vielleicht keine Rettung, aber eine Hilfe, ein Beitrag, ein Hoffnungsschimmer, eine sprichwörtliche Plattform: eine Holzbühne im Biergarten des Billard- und Dartladens „Bermuda“.

Inhaberin Stefanie Mertens hat sie gebaut, um kreativen Soloselbstständigen Auftritte vor Publikum – vor bis zu 100 Gästen – zu ermöglichen. „Das soll eine freie, bunte Bühne für alle sein, die von der Corona-Krise getroffen sind und Sehnsucht nach Auftritten haben“, sagt sie.

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Mertens hat aber nicht nur die kleine Bühne gebaut, sie will, dass andere sich dem Gedanken anschließen und gründete daher die Initiative „Kokolores – Förderung der Lebenskunst in Marburg“. Corona habe viele Künstler hart getroffen und „aus der Kultur in Marburg eine Wüste gemacht“, sagt sie.

Ohne Stadtfest, ohne Konzerte, Shows und Auftritte von Musikern, Poeten, Künstlern oder Artisten fehle in der Universitätsstadt etwas Entscheidendes – gerade im Sommer, wo Menschen sonst im Freien feiern. Von der bekannten Band bis zum Straßenmusiker, von Komikern bis Gemälde-Künstlern könne jeder zu Abendprogrammen beitragen. „Es muss, es soll gar nicht perfekt sein. Ich möchte, dass wir das Leben mit Lebendigkeit feien.“

Existenzsorgen als verbindendes Element

Die gebürtige Rheinländerin ist selbst – und das nicht nur wegen der aktuellen Initiativen-Idee – eine Kreative. Sie singt seit Kindheitstagen selbst, malt Bilder, die sie auch ausstellt. „Ich musste mich zuletzt viel mit Existenzsorgen auseinandersetzen. So wie mir geht es vielen anderen, also dachte ich: Uns verbindet was, die Corona-Probleme und die Liebe zur Kultur. Daraus will ich etwas Positiv-Produktives machen.“

Denn Mertens ist alles andere als ein Corona-Glückskind, auch Wochen nach dem Ende des Lockdowns, der Wiedereröffnung, blieb ihre Bar leer. Erst ein  OP-Artikel , ihr emotionaler, öffentlicher Hilferuf Ende Juni änderte das. „Zum Glück hat sich die Situation etwas verbessert, ich hätte nie gedacht, dass ich so viel Zuspruch, so viele Kunden kriege“, sagt sie.

Dieser Aufschwung habe sie zu „Kokolores“ animiert – jetzt hofft sie auf viel Interesse von Künstlerseite, um dann wiederum für Gäste Kultur-Liveprogramme auf die Beine stellen zu können – im Idealfall soll Mertens’ Initiative zu einem „Mano-Festival in Miniaturausgabe“ führen.

E-Mail-Kontakt:  kokolores-marburg@gmx.de

Von Björn Wisker