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Marburg Eine Autoparty als Abschluss-Feier
Marburg Eine Autoparty als Abschluss-Feier
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10:00 14.05.2020
Sie machen im Corona-Jahr 2020 Abitur: Finn-Luca Thies (Alfred-Wegener-Schule Kirchhain), Lilli Gräser und Yolanda Winter (Martin-Luther-Schule), Berit Kase (Adolf-Reichwein-Schule), Jonas Newel (Martin-Luther-Schule), Karoline Scharf (Kaufmännische Schulen), Michelle Schrand (Abendgymnasium Marburg). Quelle: Privatfotos
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Marburg

In Marburg und im Landkreis legen tausende Schüler in den nächsten Wochen einen Corona-Abschluss hin – nach Absage der Abi-Parade durch die Innenstadt und das Verbot aller Schulfeiern droht den Jugendlichen und jungen Erwachsenen im Sommer 2020 ein tristes Ende ihrer lange Schulzeit. Wenn da nicht Thomas Ferber und Marion Closmann wären. Der Schulleiter der Richtsberg-Gesamtschule und die Kinobetreiber planen eine gänzlich andere Abschlussfeier auf dem Messeplatz – im neuen Autokino.

„Die Schüler in diesem Jahr haben es so viel schwerer als alle anderen zuvor, ihnen entgeht so viel. Sie sollen aber auch eine Feier, eine schöne Erinnerung haben“, sagt Ferber. 95 Jungen und Mädchen sind es alleine an seiner Schule, die Ende Juni dann eben nicht auf dem Schulgelände sondern in Autos Zeugnisse bekommen – „wir werden das so feierlich gestalten, wie es geht“, sagt er.

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Die Idee: Auf der Riesen-Leinwand von sechs mal 15 Metern sollen Fotos aus den vergangenen Jahren aus den Schulklassen gezeigt werden, auf einer Bühne eventuell eine Band auftreten, Reden gehalten und die Schüler einzeln zur Zeugnisübergabe aufgerufen werden. Dann rollen sie, Jahrgang für Jahrgang, von ihren Stellplätzen los vor die Bühne, bekommen die Zeugnisse unter den Scheibenwischer geklemmt, Rosen überreicht und machen Platz für die nächsten. „Am Ende geht das wahrscheinlich sogar als die außergewöhnlichste Zeugnisübergabe in die Geschichte ein. Eines ist klar: Daran wird sicher jeder erinnern“, sagt Ferber.

Laut Closmann sei der angedachte Ablauf zwar trotz der großen Fläche logistisch nicht ganz einfach, aber alleine schon um den Marburger Schülern wenigstens eine irgendwie geartete Abschlussfeier zu ermöglichen, werde das Programm klappen. „Wir alle müssen aus der Situation das Beste machen. Die Abschlussklassen hatten so viele Nachteile, jetzt sollen sie in den Genuss einer echt einmaligen Geschichte kommen“, sagt sie und stimmt Ferber zu.

Der RGS-Schulleiter hat dafür auch „Partybusse“ organisiert, die Stadtwerke würden sie für jene Schüler zur Verfügung stellen, die keinen Führerschein, kein Auto haben, damit sie am Autokino-Abschluss teilnehmen könnten. Und die RGS ist offenbar nicht alleine mit ihren Partyplänen im Juni. Die Elisabethschule, das Gymnasium Philippinum und die Carl-StrehlSchule (Blista) tragen sich laut der Autokino-Organisatoren mit ähnlichen Gedanken.

von Björn Wisker

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