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Marburg Ein neues Möbelhaus für Marburg
Marburg Ein neues Möbelhaus für Marburg
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19:12 02.10.2019
Hier entsteht Marburgs neues Möbelhaus.
Hier entsteht Marburgs neues Möbelhaus. Quelle: Andreas Schmidt
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Marburg

Bereits 2015 hatten die Unternehmer Frank Sommerlad und Manfred Schwarz verkündet, dass Sommerlad von Schwarz das rund 10.000 Quadratmeter große Grundstück gekauft habe und dass dort die neuen Möbelhäuser entstehen sollten. Doch dann geschah – nichts. „Wir mussten zunächst sehr detailliert planen“, sagte Frank Sommerlad am Dienstag (1. Oktober) im Gespräch mit der OP. Denn: Neben den beiden Möbelhäusern soll auch ein Hochregallager entstehen – dafür sei „viel Fantasie“ notwendig gewesen. Markt und bisheriges Lager im Kaufpark Wehrda – beide gemietet – sollen mit der Eröffnung im Mai passé sein.

Auch in den neuen Gebäuden ist Sommerlad nur Mieter: Gebaut werden sie im Auftrag von Manfred Schwarz. „Wir stellen die Gebäude und Sommerlad füllt sie mit Leben“, fasste der Marburger Unternehmer zusammen.

Quelle: Sommerlad

„Somit“, die Möbeldiscount-Häuser von Sommerlad, liegen dem Möbelhaus-Chef besonders am Herzen. Denn: „1993 wurde ,Somit‘ gegründet – es war das erste Projekt, das ich nach dem Studium als 26-Jähriger realisiert habe.“ Und das durchaus gegen Widerstände im Unternehmen, denn: Günstige Möbel aus Spanplatten, so die Meinung, das brauche doch niemand.

Frank Sommerlad setzte sich mit seiner Idee durch, sein Vater ließ ihn gewähren – und gab das Startkapital für einen Eine-Millionen-Mark-Hallenumbau. Das Vertrauen des Vaters zahlte sich aus, die Geschäfte entwickelten sich bestens, die Zeichen standen auf Expansion. Seit 15 Jahren ist „Somit“ in Marburg, doch der Markt ist zu klein, „die Kunden haben heute andere Bedürfnisse. Darauf müssen wir reagieren“, sagt Sommerlad.

Mit Grundstückseigentümer Manfred Schwarz sei er sich schnell einig geworden – die beiden Unternehmer lagen auf einer Wellenlänge, waren sich einig, „dass wir was für den Mittelstand und nicht die Konzerne machen wollen – und so auch die Region stärken“.

Beim damaligen Oberbürgermeister Egon Vaupel (SPD) rannte Sommerlad offene Türen ein. Denn: Laut Einzelhandelsstudie gab es noch Bedarf für ein Möbelhaus – um weitere Kaufkraft in Marburg zu halten.

Und nun geht es los – es soll ein moderner Vollsortiment-Markt mit 5.000 Quadratmetern Fläche entstehen, zusätzlich ein Sommerlad-Küchenstudio mit zunächst 60 Küchen und ein Hochregallager mit 3.500 Quadratmetern Fläche. „Wir schaffen 15 neue Arbeitsplätze und 3 Ausbildungsplätze“, verspricht Frank Sommerlad – im Mai soll eröffnet werden.

Für Marburgs heutigen OB Dr. Thomas Spies (SPD) ist Sommerlad „für Marburg ein Gewinn“, der Mittelstand spiele eine wichtige Rolle, denn „Unternehmen, die in der Region verankert sind, schaffen Arbeitsplätze in der Region und generieren Wirtschaftskraft in der Region“. Der Möbeldiscounter sei interessant, „weil ein Drittel unserer Bewohner Studierende sind“ – und es gebe in der Universitätsstadt „auch viele andere Menschen, die sich keine ganz teuren Möbel mehr leisten können oder wollen. Ich glaube, dass das Angebot in die gesamte Region strahlt“, so Spies.

Den Zusammenschluss von Sommerlad und Schwarz begrüßte der OB, denn: „Wer da lebt, wo er sein Geld verdient, geht verantwortungsvoller mit der Region um als jemand der Tausende Kilometer entfernt sitzt und dem es nur um ein ­Kapitalobjekt geht.“

Manfred Schwarz lobte den „bisher nicht gekannten pragmatischen Geist“ des Projekts – von der Vereinbarung zwischen den Geschäftsleuten bis hin zu den Genehmigungsbehörden. „Es gab im Vorfeld viele­ Anfragen von Konzernen für das Grundstück“, so Schwarz. Doch für ihn stehe im Vordergrund, „ein Stück weit Lokalpatriotismus an den Tag zu legen“, um so die Region zu stärken – „Think global, act local“ laute die Devise.

von Andreas Schmidt