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Marburg Trimm-dich-Pfad durch Marburg-Biedenkopf
Marburg Trimm-dich-Pfad durch Marburg-Biedenkopf
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15:00 15.02.2022
Stefan Backhaus (links) und Christina Weber vom Vorstand des Sportkreises Marburg-Biedenkopf und Sporttherapeut Holger Dolfen zeigen eine Auswahl der Schilder und Übungen für den geplanten Bewegungsgpfad.
Stefan Backhaus (links) und Christina Weber vom Vorstand des Sportkreises Marburg-Biedenkopf und Sporttherapeut Holger Dolfen zeigen eine Auswahl der Schilder und Übungen für den geplanten Bewegungsgpfad. Quelle: Ina Tannert
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Marburg

Beckenkreisen, Oberkörper drehen, einatmen und hoch die Arme. Ausatmen und wieder runter damit. Dann sind die Kniebeugen an der Reihe – Präventionstrainer Holger Dolfen macht es vor, kippt und dreht den ganzen Körper und bringt Schultern, Brustwirbelsäule und den Kreislauf so richtig in Schwung.

Es sind einfache Übungen, mit denen jeder und jede ganz spontan und auch im Alter in Bewegung kommen und bleiben kann. Darum dreht sich auch das neue Projekt des Reha-Trainers, das er gemeinsam mit dem Sportkreis Marburg-Biedenkopf an den Start bringt: Quer durch den Landkreis soll ein Bewegungspfad installiert werden. Der besteht vor allem aus Tafeln, die Hilfestellungen geben, verschiedenste Bewegungen in Bildern zeigen und in kurzen Texten deren Wirkung auf den Körper beschreiben. Pro Pfad sind zehn Stationen mit verschiedenen Schwerpunkten angedacht zur Mobilisation und Kräftigung, von den Schultern, der Wirbelsäule bis zur Wadenmuskulatur.

Die niedrigschwelligen Dehnübungen richten sich nach dem Konzept des Alltagstrainingsprogrammes (ATP). Ein mehrwöchiges Präventionsprogramm für die Generation 60plus, das von verschiedenen Sportverbänden und der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung entwickelt wurde und von der Krankenversicherung bezuschusst wird. Praktisch ein Leitfaden für Untrainierte und Ältere, die wieder mehr Bewegung in den Alltag einbauen möchten, erklärt ATP-Trainer Dolfen, der als Vorsitzender des Vereins Prävention und Sport in Deutschland (PID) das neue Projekt auf den Weg gebracht hat. Viel Aufwand benötigen die kleinen Trainingseinheiten nicht, seien aber umso wirkungsvoller: Alleine die Fußballen regelmäßig im Stehen anzuheben, fördere bereits die Durchblutung, „so wird die Venenpumpe mobilisiert und gekräftigt, das ist sehr wichtig – und alle Übungen, bei denen die Arme über dem Kopf benutzt werden, sind gut für das Herzkreislaufsystem.“

Kommunen erhalten Tafeln kostenlos

Zu mehr Bewegung animieren will auch der Sportkreis und wirbt gerade in der Pandemiezeit dafür, wo sportliche Betätigung oft zu kurz kommt: „Gerade in dieser Zeit ist Gymnastik an der frischen Luft einfach gut und für ältere Menschen sind diese funktionalen Bewegungen sehr sinnvoll“, sagt Vorsitzender Stefan Backhaus. Und diese Generation scheue oft den Weg ins Fitnessstudio, da seien Bewegungspfade eine gute Alternative für den Alltag.

Das Projekt gehe dabei über einen üblichen Trimm-dich-Pfad noch hinaus, der in der Regel nur über eine kurze Strecke oder in einem kleinen Bereich durch Anregungen zu Übungen animieren soll. Der geplante Bewegungspfad soll flächendeckend werden, auch Gemeinde- und Stadtgrenzen überschreiten und durch das Kreisgebiet führen. Wenn auch nicht durchgehend, sondern an ausgewählten Stellen und öffentlichen Wegen, wo entsprechend Publikumsverkehr unterwegs ist, „jeder, der da vorbei geht, kann einfach mitmachen, man braucht keine Hilfsmittel“.

Zumindest ist das der Plan, sofern die Kommunen auch mitmachen: Dazu eingeladen sind alle Städte und Gemeinden des Landkreises, derzeit ist Dolfen in Gesprächen mit mehreren Verwaltungen. Einige, darunter Marburg, haben auch schon Interesse bekundet und Fronhausen sagte eine Beteiligung bereits zu. Die Kommunen würden die vom Bund geförderten Tafeln kostenlos durch den PID-Verein erhalten, müssten die Schilder nur an einem passenden Ort installieren. Etwa ab Mai werden die Tafeln verteilt und angebracht.

Idealerweise würde sich dann noch ein örtlicher Verein praktisch als Pate für den jeweiligen Teil des Pfades finden, der nach dem Rechten schaut, hofft der Trainer, der auf Wunsch auch eine Einführung zu dem Trainingsprogramm anbietet. „Am besten wäre es, wenn die Übungen dann auch in den Alltag integriert werden und zu Hause weiter gemacht werden“, hofft Dolfen.

Weitere Informationen und Kontakt per Email an info@holgerdolfen.de

Von Ina Tannert