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Marburg Ein Toter nach Messerattacke
Marburg Ein Toter nach Messerattacke
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20:49 04.04.2022
Auf dem Gelände einer psychiatrischen Einrichtung kam es zu einem tragischen Tötungsdelikt.
Auf dem Gelände einer psychiatrischen Einrichtung kam es zu einem tragischen Tötungsdelikt. Quelle: Nadine Weigel
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Marburg

Aufgrund der bisherigen Ermittlungen beschuldigen die Staatsanwaltschaft Marburg und die Kriminalpolizei Marburg-Biedenkopf einen 54 Jahre alten Mann, seinen Mitbewohner in einer betreuten Wohngemeinschaft getötet zu haben.

Der zuständige Richter des Amtsgerichts Marburg verfügte am Sonntag die von der Staatsanwaltschaft Marburg beantragte einstweilige Unterbringung des Beschuldigten in einem psychiatrischen Krankenhaus wegen des dringenden Tatverdachts des Totschlags.

Beide Männer bewohnten mit zwei weiteren Mitbewohnern eine Wohngemeinschaft in einem Gebäude auf dem Gelände des psychiatrischen Krankenhauses in Marburg in der Cappeler Straße. Es ist eine betreute Wohngemeinschaft, zu der eine ambulante medizinische Betreuung gehört.

Klinikleitung gibt Statement ab

„Die Klinikleitung der Vitos Gießen-Marburg gGmbH ist tief betroffen über den tragischen Vorfall, der sich vergangenen Samstag in einem Wohngebäude auf dem Marburger Gelände ereignet hat“, hieß es in einem Statement der Vitos-Gesellschaft auf Anfrage der OP. Das Gebäude liege außerhalb des Klinikbereichs und werde im Rahmen des „Betreuten Wohnens“ als Teil der begleitenden psychiatrischen Dienste in Marburg vermietet.

Für die Mitbewohner werde kurzfristig alternativer Wohnraum und Betreuung sichergestellt, hieß es in der Stellungnahme. Die Tat ereignete sich am Samstag (2. April) zwischen 18 und 20.40 Uhr, wie Polizei und Staatsanwaltschaft am Montagmittag mitteilten. Durch einen Anruf war die Polizei darauf aufmerksam gemacht worden.

Der 66-Jährige erlag noch am Tatort in der gemeinsamen Wohnung seinen vielfachen Stich- und Schnittverletzungen. Die Polizei nahm den 54-jährigen Tatbeschuldigten unmittelbar nach der Tat fest.

Tatwaffe war vermutlich Klappmesser

Der Mann leistete dabei erheblichen Widerstand und verletzte einen Polizeibeamten. „Nach den ersten Ermittlungen ergaben sich deutliche Hinweise auf eine psychische Erkrankung des Beschuldigten, weshalb die Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus angeordnet wurde“, teilen Polizei und Staatsanwaltschaft mit. Untergebracht wird er in einer forensischen Klinik.

Am Tatort wurde als mutmaßliches Tatwaffe ein Klappmesser gefunden, erläuterte Staatsanwaltschaft Timo Ide, Pressesprecher der Marburger Staatsanwaltschaft. Dieses müsse allerdings noch genauer untersucht werden. Noch keine Erkenntnisse habe bisher auch die Obduktion des Toten ergeben, die gestern Vormittag erfolgt sei.

„Die umfangreichen Ermittlungen zum genauen Geschehensablauf und den Hintergründen der Tat dauern an“, teilte die Polizei mit.

Von Manfred Hitzeroth