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Marburg Ein Sticker für mehr Respekt in Marburg
Marburg Ein Sticker für mehr Respekt in Marburg
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20:58 07.08.2020
Alle machen mit bei der Aktion „Marburg zeigt Respekt“. Foto: Katja Peters
Alle machen mit bei der Aktion „Marburg zeigt Respekt“. Quelle: Katja Peters
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Marburg

Joachim Brunnet, Geschäftsführer des Dienstleistungsbetriebes (DBM), berichtete auf dem Gelände des Nahverkehrs von Erlebnissen seiner Mitarbeiter.

Nicht selten würde eine Bierflasche oben vom Podest an der Universitätskirche runterfallen, wenn die DBM-Kollegen in den Morgenstunden die Treppe säubern.

„Diese Flasche könnte auch, anstatt auf dem Boden, an einem der Köpfe zerschellen.“ Derartiges Verhalten ist für ihn untragbar und respektlos. Und damit solche und viele andere Negativerlebnisse weniger werden, startete die Stadt Marburg am Donnerstag, 6. August, eine großangelegte Aufkleber-Aktion.

„Marburg zeigt Respekt“ steht in großen roten Lettern auf weißem Untergrund. Dahinter bunte stilisierte Hände mit Herzen und Logos der ehrenamtlichen Einrichtungen wie beispielsweise Feuerwehr oder Deutsches Rotes Kreuz.

Botschaft: Seid füreinander da

„Ich finde diese Aktion einfach geil, weil sie das ist, was die Gesellschaft braucht“, brachte es Joachim Brunnet auf den Punkt. Allein sein Unternehmen wird mehrere Hundert Aufkleber für die etwa 200 Fahrzeuge brauchen. „Ich möchte sie von allen vier Seiten bekleben, wenn das geht“, betonte er noch einmal und hofft auf einen großen Erfolg.

Auf den hofft auch Bürgermeister Wieland Stötzel, der sich einen von den kleineren Aufklebern auf sein Fahrrad kleben will. „Jede Frau und jeder Mann in dieser Stadt hat Respekt verdient. Und genau diese Botschaft soll mit dieser Aktion in die Stadtgesellschaft transportiert werden“, sagte er zu den vielen Vertretern der Unternehmen und ehrenamtlichen Einrichtungen. Mit dieser Aktion soll gezeigt werden, „was die Stadtgesellschaft ausmacht. Sie soll deutlich machen, dass andere für uns da sind, aber wir auch für sie da sind“, betonte Wieland Stötzel in seiner Ansprache.

Planung schon vor der Pandemie gestartet

Die Idee zu dieser Aktion hatte der stellvertretende Fachdienstleiter Brandschutz, Andreas Brauer. „Es gab in der Vergangenheit immer wieder Berichte über Gewalt gegenüber Rettungskräften“, berichtete er. Dabei kam ihm der Gedanke, dass man öffentlich für mehr Respekt und Solidarität einstehen sollte. „Vielleicht gelingt es uns, die Bevölkerung wachzurütteln.“ Damit sie über ihre negativen Worte und Taten mehr nachdenken, und zwar bevor sie sie sagen oder handeln.

Die Planungen für die Kampagne starteten bereits vor der Corona-Pandemie. Aber gerade die vergangenen Monate hätten noch einmal verdeutlicht, welche großen Leistungen die Mitarbeiter beispielsweise im Gesundheitssystem und in der Lebensmittelbranche, aber auch die vielen Ehrenamtlichen für die Gesellschaft bringen.

„Wenden uns auf allen Ebenen gegen Gewalt“

Seine Kollegin und Fachdienstleiterin Carmen Werner wünschte sich „einen inflationären Gebrauch der Aufkleber“, aber auch, „dass die Menschen hinter der Aktion stehen“, die den Sticker auf ihre Autos kleben. Goharik Gareyan-Petrosyan, die Vorsitzende des Ausländerbeirates, hofft, „dass das nicht nur eine einmalige Sache für Marburg bleibt, sondern noch weitere Kommunen mitziehen“.

Die Stadtverwaltung wird das Logo ebenso in ihren digitalen Medien einsetzen, um auch dort für mehr Respekt miteinander zu werben. „Wir wenden uns auf allen Ebenen gemeinsam gegen Gewalt und gegen Übergriffe“, sagte Wieland Stötzel.

Die Stadt Marburg stellt Aufkleber und das digitale Logo zur Verfügung, für alle, die ebenfalls an der Kampagne für Solidarität und Miteinander teilnehmen wollen. Sie können in der Pressestelle im Rathaus abgeholt werden. Organisationen, die sich an der Kampagne beteiligen wollen, können sich zudem unter  pressestelle@marburg-stadt.de an die Pressestelle wenden.

Von Katja Peters

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