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Marburg Ein Monat gegen den Rassismus
Marburg Ein Monat gegen den Rassismus
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12:58 07.02.2021
Der Theateraktivist und Schauspieler Rogers Williams Mpaata bietet im „Black History Month“ Schreib-Workshops an.
Der Theateraktivist und Schauspieler Rogers Williams Mpaata bietet im „Black History Month“ Schreib-Workshops an. Quelle: Foto: Isah
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Marburg

Mit dem „Black History Month“ feiern schwarze Menschen im Februar weltweit ihre Geschichte und Kultur. Entstanden ist die Initiative in den USA und Kanada. Aber auch in Deutschland werden im Februar seit den 90er Jahren mit verschiedenen Veranstaltungen afrodeutsche Geschichte und Persönlichkeiten gefeiert und es wird auf Rassismus aufmerksam gemacht.

Marburg ist in diesem Jahr zum ersten Mal dabei – allerdings lässt der Lockdown wegen der Corona-Pandemie öffentliche Aktionen und Veranstaltungen nur extrem eingeschränkt zu. Geplant sind nach Auskunft des Hessischen Landestheaters Marburg (HLTM) im Stadtraum unter anderem Plakat-Aktionen, die schwarze Menschen in ihrem Selbst bestärken und weiße Privilegien hinterfragen wollen.

Marburg startet am Mittwoch (3. Februar) mit den Lesungen

Los geht es in Marburg Mittwoch (3. Februar) um 17 Uhr mit den sogenannten Empowerment-Lesungen. Weitere Lesungen sind am 11., 18. und 25. Februar jeweils um 17 Uhr geplant. Sie finden in der Theaterkasse des Hessischen Landestheater in der Oberstadt und unter anderem im Erwin-Piscator-Haus statt. Die Lesungen werden wegen der Corona-Pandemie von den Innenräumen nach außen übertragen.

Neben Ensemblemitgliedern des Hessischen Landestheaters lesen auch Künstlerinnen und Künstler des Theaters neben dem Turm und des Fast Forward Theaters. Gelesen werden Texte von schwarzen Autorinnen und Autoren, die „von einer Realität in Deutschland erzählen, die schwarze Menschen erleben“, heißt es in der Pressemitteilung.

Ein Kooperationsprojekt zahlreicher Initiativen

Der „Black History Month“ in Marburg ist ein Kooperationsprojekt zahlreicher Initiativen und Einrichtungen. Es beteiligen sich der Ausländerbeirat Marburg, das Erwin-Piscator-Haus, der Fachdienst Kultur der Universitätsstadt Marburg, das Gleichberechtigungsreferat der Universitätsstadt Marburg, der Marburger Schauspieler Simon Olubowale, das Hessische Landestheater Marburg, der Kulturladen KFZ, Sherif Korodowo vom Impuls-Institut, die Lutherische Pfarrkirche St. Marien, der Marburger Kunstverein, Wanjiru Muhia vom bsj-Projekt „Misch mit! Miteinander Vielfalt (er)leben“, Matti Traussneck, der Theateraktivist und Schauspieler Rogers Willams Mpaata (Otako), das Theater neben dem Turm, der Vorstand des Afrikanischen Studierendenvereins (ASV) und das Kulturzentrum Waggonhalle.

Die Kooperation soll nach Auskunft der Initiatoren „im Laufe des Jahres immer wieder Denkanstöße befördern“. So seien längerfristig etwa eine Aktion im Stadtbild geplant, die an schwarze Menschen erinnere, „die deutsche Geschichte schrieben und nicht oder zu wenig vorkommen“, sowie Konzerte mit dem in Gießen lebenden Senegalesen Fallou Sy und dem Chorale africaine.

Höhepunkt ist ein Workshop

Wann diese Konzerte stattfinden können, ist derzeit völlig offen. Vorläufiger Höhepunkt des Marburger „Black History Month“ ist ein Workshop mit dem Theateraktivisten und Schauspieler Rogers Williams Mpaata aka Otako, der bereits im November 2019 einen Workshop in der Waggonhalle angeboten hatte: „Die Nacht der wahren Geschichten“. Anlässlich des „Black History Month“ bietet er am 20. und 27. Februar einen kostenlosen zweitägigen Workshop in die Methodik des „True Storytellings“, also die des „wahren Geschichtenerzählens“ an. Er richtet sich insbesondere an BIPoCs.

Dies ist die Abkürzung für Black, Indigenous and People of Color, für Schwarze, Indigene und Farbige. Die Geschichten der Teilnehmerinnen und Teilnehmer sollen kreativ in Form von Video, Audiobeiträgen oder auch schriftlich umgesetzt werden.

Anmeldungen für den Workshop per E-Mail an storytelling@hltm.de. Alle Infos zum Workshop gibt es unter: https://www.hltm.de/media/PDF-Dateien/Ausschreibung_Storytelling.pdf. Infos zu den Marburger Aktionen rund um den „Black History Month“ gibt es unter: www.instagram.com/blackhistorymonth_marburg/ und www.hltm.de. Eine Homepage soll eingerichtet werden.

Von Uwe Badouin

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