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Marburg Ein Heim für Studenten und Schwalben
Marburg Ein Heim für Studenten und Schwalben
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11:58 24.08.2020
Der grobe Bau für das Studentenwohnheim Atlashaus im Hermann-Jacobsohn-Weg steht. Quelle: Foto: Thorsten Richter
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Marburg

Es gab unter anderem für alle Gäste der Feier am künftigen Atlashaus in der Hermann-Jacobssohn-Straße auf dem Bürgersteig aufgemalte Standpunkte, natürlich mit gebührenden Sicherheitsabstand. „Aufgrund des milden Winters liegen wir bisher im Zeit- und Kostenrahmen“, sagte der Marburger Studentenwerks-Geschäftsführer Dr. Uwe Grebe. Dort, wo bis zum Abriss das „Sprachatlas“-Gebäude residierte, soll bis zum geplanten Einzugstermin zum Wintersemester kommenden Jahres für 6,4 Millionen Euro ein mehrstöckiges Studentenwohnheim mit einer Gesamtfläche von 1 500 Quadratmetern entstehen.

Geplant sind 74 Wohnplätze als Einzelzimmer jeweils mit eigenem Bad sowie mit Gemeinschaftsküchen und Aufenthaltsräumen auf jeder Etage. Die Studierenden sollen in den Außenanlagen Beete anlegen können. Eine Besonderheit soll auch das „Schwalbenhaus“ werden, in dem im Garten Schwalben oder andere Vogelarten, aber auch Fledermäuse Quartier finden können. Grebe dankte dem Land Hessen, dass es dem Studentenwerk das Grundstück im Erbbaurecht zur Verfügung stellte.

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Wissenschaftsministerin Angela Dorn (Grüne) war zum Termin nach Marburg gekommen. „Es ist schön, zu sehen, wie das Atlashaus Formen annimmt“, sagte Dorn. Besonders froh zeigte sie sich darüber, dass das Konzept auf Teilhabe setze.

So hätten die Studierenden in einem Wettbewerb über den Namen des Wohnheims mit entscheiden können und dürften auch die Außenanlagen mitgestalten. Bis zum Herbst 2021 werde im Atlashaus bezahlbarer Wohnraum in fußläufiger Nähe zur Mensa und zur Philosophischen Fakultät entstehen.

Uni-Kanzler Dr. Friedhelm Nonne sagte, dass das Atlashaus nach den Wohnheimen an der Hasenherne im Studentendorf sowie dem Haus an der Gutenbergstraße bald das dritte völlig neu errichtete Studentenwohnheim in der Stadt sei. Damit sei fast schon wieder der Verlust der Zahl der Wohnheimplätze nach dem Brand des Hauses am Richtsberg 88 ausgeglichen.

Und zudem sei das Studentenwerk schon wieder in den Vorplanungen für ein neues Wohnheim am Richtsberg. Nonne machte deutlich, dass auch in Zeiten der Corona-Pandemie trotz eines verstärkten Schwerpunktes auf der Digitalisierung „das Leben in der universitären Gemeinschaft“ wichtig bleibe. Deswegen würden auch auf Dauer Wohnheime benötigt.

Die Corona-Zeit bedeute schon eine Art Atempause auf dem Wohnungsmarkt für Studierende, sagte Professor Rolf-Dieter Postlep, der Präsident des Deutschen Studentenwerks. Dennoch gelte nach wie vor die Devise, dass einerseits die Zahl der Studierenden deutschlandweit um 48 Prozent gestiegen sei, im gleichen Atemzug die Wohnheimplätze nur um 8 Prozent. Dieses Missverhältnis für die Zukunft weiter etwas auszugleichen, sei auch ein wichtiges Ziel der Nach-Corona-Zeit.

Von Manfred Hitzeroth