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Marburg Ein Haus der Nachhaltigkeit für Marburg
Marburg Ein Haus der Nachhaltigkeit für Marburg
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08:42 09.11.2020
In Marburg soll ein Haus der Nachhaltigkeit entstehen. Auch das Netzwerkbüro im Haus Am Plan 3 dient jetzt schon Initiativen als Ort für die Vernetzung. Quelle: Tobias Hirsch
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Marburg

Ein Haus der Nachhaltigkeit soll in Marburg entstehen. Das hat zumindest Anfang dieses Jahres eine breite Mehrheit des Marburger Stadtparlaments gefordert. Diese Idee aus einem gemeinsamen Antrag der Stadtregierung von SPD, CDU und BfM fand in der Februarsitzung auch die Zustimmung von Linken, Grünen und Piratenpartei. Nur die FDP/MBL-Fraktion verweigerte bei der vergangenen Sitzung des Stadtparlaments ihre Zustimmung.

„Es gibt in Marburg viele Initiativen, die nachhaltige Ideen­ auf den Weg gebracht haben“, sagte Dr. Alexandra Klusmann (SPD) zur Antragsbegründung und nannte exemplarisch die Marburger Kulturloge und die Bundesvereinigung Lebenshilfe. Es gebe aber über die bereits ­bestehenden Initiativen hinaus noch weiteres Innovationspotenzial in Marburg. Nachhaltigkeit sei ein Schlüsselbegriff für ökologisch, sozial und ökonomisch verantwortliches Handeln, heißt es im Antrag.

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Und darin habe Marburg schon einige gute Ansätze vorzuweisen. Auch angesichts der Herausforderungen durch den Klimawandel müssten aber die Anstrengungen auf diesem Gebiet intensiviert werden. In einem Haus der Nachhaltigkeit könnten alle diese Initiativen zusammengeführt werden, indem in dem Haus Räumlichkeiten und weitere Infrastruktur zur Verfügung gestellt werden könnte, aus denen heraus neue Handlungsansätze erfolgen könnten.

Ein Haus der Nachhaltigkeit könne auch zu einem Ort gemeinsamen Arbeitens werden, das sich den veränderten Formen des Engagements von Menschen anpasse. Darin könnten beispielsweise gemeinschaftlich nutzbare Räume für Seminare oder andere Veranstaltungen geschaffen werden. Dieses könne also ein „offenes Haus“ für alle Menschen und Gruppen sein, die rund um das Thema Nachhaltigkeit arbeiten wollten. Und es solle mit städtischen Mitteln gefördert werden.

Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies nannte das Nachhaltigkeitshaus auf jeden Fall ­eine kluge Idee und verwies auf den Erfolg des Netzwerkbüros in dem Gebäude Am Plan 3. Dieses sei bereits ein Ort, den Gruppen gemeinsam benutzen könnten, um sich zu vernetzen. Die Förderung bürgerschaftlichen Engagements gehöre zu den Aufgaben der Stadt Marburg, betonte Spies. „Wir werden überlegen, welche Orte für ein Haus der Nachhaltigkeit infrage kommen und mit welchen Partnern wir das realisieren können“, betonte der Oberbürgermeister im Februar. Dabei müsse nicht unbedingt ein neues Haus errichtet werden. „Ich freue mich, dass wir jetzt endlich ins Machen kommen“, betonte Spies.

Gegen Ende dieses Jahres hat die Suche nach einem Standort nach gewissen Verzögerungen aufgrund der Corona-Lage mittlerweile deutlich an Fahrt aufgenommen. So könnte der Plan ein Jahr nach dem Beschluss des Parlaments der Realisierungsphase näherkommen. „Der Magistrat befindet sich aktuell in intensiven Gesprächen zur Umsetzung des Parlamentsbeschlusses zum Haus der Nachhaltigkeit“, sagte OB Spies jetzt auf OP-Anfrage. Das betreffe sowohl die Gespräche mit potenziellen Nutzern als auch die Suche nach einem geeigneten Ort. Genaueres könne aber erst nach Anschluss dieser Gespräche öffentlich gemacht werden. Nach Informationen der OP handelt es sich dabei wohl um einen Standort in der Marburger Innenstadt.

Das Ziel des Magistrats ist es laut Spies, für die Januar-Sitzung oder die Februar-Sitzung des Stadtparlaments einen Beschlussvorschlag vorzubereiten.

Von Manfred Hitzeroth