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Marburg Auszeichnung für Biontech-Gründer
Marburg Auszeichnung für Biontech-Gründer
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18:00 22.10.2021
Ugur Sahin und seine Frau Özlem Türeci, die Gründer des Mainzer Corona-Impfstoff-Entwicklers Biontech.
Ugur Sahin und seine Frau Özlem Türeci, die Gründer des Mainzer Corona-Impfstoff-Entwicklers Biontech. Quelle: Archivfoto: Bernd Von Jutrczenka
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Marburg

„Özlem Türeci und Ugur Sahin haben durch jahrelange Grundlagenforschung eine revolutionäre Biotechnologie entwickelt. Mit dem weltweit ersten zugelassenen Covid-19-Impfstoff haben sie den Kampf gegen die Corona-Pandemie entscheidend vorangebracht und zugleich Wissenschaftsgeschichte geschrieben“, heißt es in einer Mitteilung der Uni-Pressestelle.

Vor über 20 Jahren als kleines Onkologie-Team in der akademischen Forschung gestartet, das die körpereigene Immunantwort gegen Tumorzellen nutzen wollte, erkannten die Mitbegründer der Biotechnologiefirma Biontech im Januar 2020, dass die aufkommende Covid-19-Pandemie eine weltweite Herausforderung darstellen würde. Die Entwicklung eines Impfstoffs basierend auf Boten-Ribonukleinsäure (mRNA) begann bereits Ende Januar 2020.

Dabei konnten die Wissenschaftler auf ihrer langjährigen Forschungs- und Entwicklungsarbeit mit mRNA-Wirkstoffen aufbauen. „In Lichtgeschwindigkeit haben Türeci und Sahin und ihr Team gezeigt, dass es möglich ist, robuste Immunantworten gegen das der Covid-19-Erkrankung zu Grunde liegende neue Coronavirus Sars-CoV-2 durch die von ihnen entwickelte mRNA-Technologie aufzubauen“, sagt die Dekanin des Fachbereichs Medizin der Philipps-Universität Marburg, Professorin Dr. Denise Hilfiker-Kleiner. „Ebenfalls sehr schnell wurde der Impfstoff nach der Durchführung klinischer Studien und dem Neuaufbau komplexer Produktionsanlagen zur Verfügung gestellt.“

Özlem Türeci und Ugur Sahin haben am Standort Marburg eine der größten Produktionsstätten für mRNA-Impfstoffe aufgebaut. Damit setze das Wissenschaftsteam die lange Tradition bahnbrechender medizinischer Innovationen auch in Marburg fort, teilte die Universität mit. So sei der erste Nobelpreis in der Medizin 1901 an den Immunologen Professor Emil von Behring gegangen, der damals in Marburg als Ordinarius für Hygiene und Direktor des Hygienischen Instituts tätig war. Er habe ebenso visionär wie durchsetzungsmächtig gezeigt, dass Menschen, die eine Diphtherie- oder Tetanus-Erkrankung durchgestanden hatten, immun werden. Die von ihm entwickelte Serumtherapie ermöglichte es erstmals, Diphtherie durch Impfung vorzubeugen.

In der Tradition Emil von Behrings

Emil von Behring war einer der ersten, der als Wissenschaftler ein Biotechnologieunternehmen, die Behring-Werke in Marburg, aufbaute und maßgeblich die Menschheitsgeschichte beeinflusste. Der Fachbereich Medizin in Marburg sei fest davon überzeugt, dass die vom Team Türeci und Sahin entwickelten mRNA-Technologien bei weiteren Infektionserkrankungen, aber auch bei anderen schweren Erkrankungen ein neuer essenzieller Baustein der Therapie werden können, hieß es in der Mitteilung weiter.

Die Philipps-Universität Marburg und der Fachbereich Medizin freuen sich, dass das Forschungsteam Türeci/Sahin mit der Annahme der Ehrenpromotion Teil der wissenschaftlichen Gemeinschaft in Marburg wird, teilte die Universität mit. Die Ehrenpromotion wird im Rahmen einer Veranstaltung in Marburg im Frühjahr 2022 überreicht.

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