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Marburg Drei Mini-Impfzentren im Kreis geplant
Marburg Drei Mini-Impfzentren im Kreis geplant
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10:12 24.11.2021
Etwa 6 100 Corona-Impfungen pro Woche soll es demnächst im Landkreis Marburg-Biedenkopf geben.
Etwa 6 100 Corona-Impfungen pro Woche soll es demnächst im Landkreis Marburg-Biedenkopf geben. Quelle: Symbolfoto: Nadine Weigel
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Marburg

Der Landkreis wird sein Impfangebot ab Anfang Dezember weiter ausweiten – dann sollen an drei Standorten im Kreisgebiet stationäre Impfstellen für die Corona-Schutzimpfung entstehen: in Marburg, Dautphetal und Stadtallendorf. Das von Land und Kreis ausgerufene Ziel sind rund 6 100 Impfungen pro Woche, die künftig insgesamt in Marburg-Biedenkopf durchgeführt werden.

Wie der Landkreis gestern mitteilte, sollen als weiteres Standbein sogenannte „Impfpunkte“ aufgebaut werden, die ab Anfang Dezember ihre Arbeit aufnehmen. Der Aufbau und der Betrieb erfolgt wie schon bei dem Ende September geschlossenen Impfzentrum in Zusammenarbeit mit den Kooperationspartnern Johanniter-Unfall-Hilfe, Regionalverband Mittelhessen, und des DRK, Kreisverband Gießen und Marburg. Das neue Angebot laufe parallel zu den bereits bestehenden des Gesundheitsamtes, den mobilen Impfteams samt Impfbus.

An diesen Standorten werden die Impfpunkte Mitte (Marburg), Ost (Stadtallendorf) und West (Dautphetal) eingerichtet, wo teils vorerst nicht durchgehend, sondern an verschiedenen Wochentagen Impfungen durchgeführt werden:

In Marburg werden Teile der Georg-Gaßmann-Halle (Sporthalle am Georg-Gaßmann-Stadion) als Impfpunkt eingerichtet. Der Impfbetrieb soll als erstes in Marburg am 1. Dezember starten. Am diesem Standort soll nach aktuellem Stand der Planungen an sieben Tagen pro Woche geimpft werden.

In Dautphetal werden Teile der Hinterlandhalle als Impfpunkt genutzt. Für die Gemeinde sind zunächst Impftermine an drei Tagen pro Woche geplant.

In Stadtallendorf wird ein Standort in der Mehrzweckhalle hinter der Stadthalle entstehen. Dort ist zunächst ein Betrieb an vier Tagen in der Woche vorgesehen.

Wie der Landkreis weiter mitteilt, stehen die genauen Öffnungszeiten noch nicht fest, die Zeitfenster für die Impf-Tage könnten zudem „bedarfsorientiert erweitert werden“.

Derzeit laufen noch die technischen, räumlichen und organisatorischen Vorbereitungen für alle drei Standorte. Dort soll zudem vermieden werden, dass es in den Hallen zu Kollisionen mit anderen Nutzern kommt: Sofern die Hallen für den Schul- und Vereinssport genutzt werden – parallel zum Impfbetrieb – gehe man „nicht davon aus, dass es durch die Einrichtung der Impfpunkte zu Beeinträchtigungen kommen wird“.

Bei diesen handele es sich um ein dezentrales öffentliches Angebot, für das weder eine Terminvergabe noch eine Anmeldung erforderlich sein soll. Parallel arbeiten die mobilen Teams des Landkreises und der Impfbus, den sich die Kreise Marburg-Biedenkopf und Gießen untereinander teilen, ebenfalls weiter.

Land fordert mehr Kapazitäten von Kreisen

Alle drei Angebote seien als zusätzliche Stütze für die Impfungen der Ärztinnen und Ärzte im Kreis zu sehen, die weiterhin in der ersten Reihe und als erste Anlaufstelle für die Impfungen gelten. Laut Pressestelle sollen entsprechend einer aktuellen Vorgabe des Landes ab Anfang Dezember im Landkreis rund 6 100 Menschen pro Woche geimpft werden. Das ist die auf die heimische Kreis-Ebene heruntergerechnete Impf-Zahl, die das Land vorgegeben hatte. Das Sozialministerium hatte zuletzt ein höheres Impftempo angekündigt: Demnach habe die sogenannte Impfallianz aus Sozialministerium, Apotheker-, Ärzte- und kommunalen Spitzenverbänden „eine konzertierte Aktion zum Ausbau der Impfkapazitäten“ vereinbart: „Wir werden bis spätestens 5. Dezember mindestens 400 000 Impfungen pro Woche möglich machen“, sagt Gesundheitsminister Kai Klose zu dem vereinbarten Ziel. Das sei fast das Doppelte dessen, was zu Spitzenzeiten im Frühsommer in den Impfzentren des Landes verimpft wurde (etwa 220 000 Impfungen).

Von dem neu angestrebten Umfang sollen die niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte 250 000 Impfungen pro Woche übernehmen. Demnach fallen 150 000 Dosen dem öffentlichen Gesundheitsdienst zu, also den Gesundheitsämtern der Landkreise und kreisfreien Städte. Auch hier soll mehr geimpft werden – dazu hatte das Land am Samstag einen Erlass ausgegeben, um die Kapazitäten zu steigern. Der Erlass macht konkrete Vorgaben für jede Stadt und jeden Kreis, „um schnellstmöglich, spätestens bis 5. Dezember, jede Woche 2,5 Prozent der eigenen Bevölkerung impfen zu können“. Organisation und Umsetzung unterliegen dabei den Kreisen selbst, die Kosten trage das Land.

Von Ina Tannert

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