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Marburg Otto-Ubbelohde-Preisträger gekürt
Marburg Otto-Ubbelohde-Preisträger gekürt
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15:58 22.05.2019
Helfer und Mitglieder des Vereins „Kunst in Rauschenberg“ vor der ersten „Rauschenale“: Dr. Uli Hoerder (von links), Horst Barthel, Dr. Anne Hoerder, Martha Henkel, Michael Emmerich, Manfred Günther und Jörg Näther.  Quelle: Archivfoto
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Marburg

Philipp Layer aus Münchhausen, das Rauschenale-Team mit Dr. Anne Hoerder, Martha Henkel und Dr. Ulrich Hoerder aus Rauschenberg sowie der Träger- und Förderverein ehemalige Synagoge Wetter aus Wetter erhalten die begehrte Kulturauszeichnung des Landkreises Marburg-Biedenkopf.

Der Kreisausschuss folgte­ 
in seiner jüngsten Sitzung dem ­Vorschlag der Jury. Die Auszeichnung ist mit einem Preisgeld von je 1 000 Euro verbunden.

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„Die Preisträger haben sich gegen starke Konkurrenz durchgesetzt“, teilte Landrätin Kirsten Fründt mit. Sie ermunterte „diejenigen, die nicht zum Zuge kamen, sich erneut zu bewerben“.Der Jury lagen 52 Vorschläge vor, aus denen sie die drei Preisträger benannte. Die Preisverleihung findet Anfang Juni im Schloss in Biedenkopf statt.

Die Preisträger

Philipp Layer aus Münchhausen nennt sich selbst „Erzählkünstler“. Er stehe mit seiner Arbeit für eine der ältesten Kunstformen der Menschheit, der des Geschichtenerzählens. Seine Darbietungen, manchmal in Kombination mit einer Sängerin, einem Schmied, einem künstlerisch gestalteten Geschichtenpfad sind nach Ansicht der Jury etwas ganz Besonderes. Layer entführe seine Zuhörer in seine Welt der Geschichten, er wecke mit seinen Erzählungen und der heute fast vergessenen Art der Vermittlung Begeisterung bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen, teilte die Kreisverwaltung mit.

Erzählkünstler Philipp Layer aus Münchhausen. Archivfoto

Das fördere zudem die Fantasie und das Interesse an Büchern und Geschichten fernab von Computerspielen und neuen Medien. Immer wieder stellt Layer einen Bezug zu Otto Ubbelohdes Märchenillustrationen sowie den Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm her und baut Kunstwerke heimischer Künstler in seine Geschichten ein. Mit Philipp Layer würdigt der Landkreis einen der wenigen klassischen Geschichten-Erzähler in der Region.

Das Rauschenale-Team aus Rauschenberg mit Dr. Anne Hoer­der, Martha Henkel und Dr. Ulrich Hoerder hat die Stadt Rauschenberg verändert. Die drei Kunstfreunde haben nach Ansicht der Jury gezeigt, „dass eine kleine Stadt mit einem gut durchdachten Kunstprojekt sehr gut punkten und ihr Image verändern kann“.

Die Rauschenale ist eine über viele Stationen im Ort verteilte Kunstausstellung mit überwiegend ­regionalen Künstlerinnen und Künstlern. Mit der „Rauschenale“ sei dem Team eine Kombination von Kunst und Kultur und der Stärkung des Gemeinsinns gelungen. Das habe nur durch sehr großen persönlichen Einsatz und dem Einbringen eigener finanzieller Mittel gelingen können, betont die Jury.

Sowohl die erste Rauschenale 2016 als auch die zweite Auflage im Folgejahr hätten gezeigt, dass „große Kunst in der kleinen Stadt“ möglich sei. Vom 8. bis zum 10. Juni findet die nächste Rauschenale statt. Wieder sind 80 Kunstschaffende mit rund 600 Exponaten an 14 Standorten dabei.

Die Auszeichnung der drei Initiatoren und Organisatoren diene auch der Anerkennung für ein Beispiel gebendes Herangehen an ein Kulturprojekt, das viele positive Auswirkungen zeige. Gleichzeitig soll die Auszeichnung auch eine Anregung sein, dieses Projekt fortzusetzen. Sie sei zudem mit der Hoffnung verknüpft, weitere Förderer und Unterstützer für die Rauschenale gewinnen zu können, so der Landkreis.

 Der 2005 von 35 Personen gegründete „Träger- und Förderverein ehemalige Synagoge Wetter“ setzt sich für den Erhalt der ehemaligen Synagoge in Wetter und deren Nutzung als Gedenkstätte, Lernort und Stätte kultureller Begegnungen ein. Der Verein will die Geschichte des Hauses im Speziellen und die Geschichte der jüdischen Bevölkerung Wetters im Allgemeinen wach halten.

Der Vorstand des Fördervereins ehemalige Synagoge Wetter. Archivfoto

Die ehemalige Synagoge habe sich zu einem kulturellen Zentrum in der Stadt Wetter entwickelt. Der Träger- und Förderverein biete ein vielseitiges und abwechslungsreiches Kulturprogramm an: Dr. Martina Kepper als Vorsitzende und ihre Mitstreiter realisieren Lesungen, Konzerte, Gesprächsrunden, Ausstellungen und vieles andere mehr.

Der Erhalt und die Pflege der ehemaligen Synagoge in Wetter sei für sich genommen schon eine große Aufgabe. Das Bespielen mit einem so breit gefächerten Angebot und der soziale Teilhabeansatz seien ergänzend besonders hervorzuheben.