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Marburg Dorn und Korn wollen soviel Präsenzlehre wie möglich
Marburg Dorn und Korn wollen soviel Präsenzlehre wie möglich
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11:55 13.08.2021
Uni in Coronazeiten – hier laborpraktische Übungen im Fachbereich Physik der Philipps-Universität. Katharina Gejer (Mitte) mit den Studentinnen Franca Neujahr und Nursultan Öztürk. Im kommenden Semester soll es mehr Präsenzveranstaltungen geben.
Uni in Coronazeiten – hier laborpraktische Übungen im Fachbereich Physik der Philipps-Universität. Katharina Gejer (Mitte) mit den Studentinnen Franca Neujahr und Nursultan Öztürk. Im kommenden Semester soll es mehr Präsenzveranstaltungen geben. Quelle: Thorsten Richter
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Marburg

Im kommenden Wintersemester soll an Hessens Hochschulen die Präsenzlehre wieder möglichst zum Regelfall werden. „Unter sorgsamer Beobachtung des Corona-Infektionsgeschehens“ gilt laut Mitteilung der Wissenschaftsministerin Angela Dorn: so viel Normalität im Hochschulleben wie möglich und verantwortbar. In den jetzt vorgestellten neuen Eckpunkten des Ministeriums wird festgelegt, dass der Fokus der Präsenzangebote auf Seminaren sowie auf künstlerischen und praktischen Veranstaltungen liegen solle.

„Mit großem Engagement haben die Studierenden, Lehrenden und Beschäftigten der hessischen Hochschulen nicht nur einen immensen Beitrag zur Pandemiebekämpfung geleistet, sondern auch ein bestmögliches Studieren unter erschwerten Bedingungen umgesetzt“, erläutert die hessische Wissenschaftsministerin Angela Dorn (Grüne). Schon im Sommersemester hätten die Universitäten angesichts sinkender Inzidenzwerte mit weiteren Öffnungsschritten begonnen und für priorisierte Bereiche Präsenzveranstaltungen für Kleingruppen oder auch hybride Lehrformate entwickelt. Um diese Entwicklung auch schon in den Prüfungsphasen in den Semesterferien zu unterstützen, habe das Land Mittel für Tests Studierender in Höhe von 6,5 Millionen Euro zur Verfügung gestellt.

„Die weiteren Öffnungsschritte sollen vor allem den Studierenden zugutekommen. Sie haben in der Krisenbewältigung viel Flexibilität und Verantwortungsbewusstsein gezeigt und sollen gute Bedingungen erhalten, um ihr Studium erfolgreich und gesund beginnen, fortführen und abschließen zu können“, meint die Ministerin. Auch das studentische Leben solle sich wieder stärker auf dem Campus entfalten können. „Denn ein Studium ist so viel mehr als der Blick auf die Kacheln einer Videokonferenz“, erklärte Dorn.

Eine wichtige Voraussetzung für die Umsetzung der Ministeriumspläne sei allerdings der weitere Impffortschritt. Es werde erwartet, dass zum Beginn des Wintersemesters alle Studierenden ein Impfangebot erhalten haben.

Die verstärkte Hinwendung zu mehr Präsenzformaten in der Hochschullehre wertet die Marburger Uni-Vizepräsidentin Professorin Evelyn Korn auf OP-Anfrage auch als einen Strategiewechsel der Landesregierung weg von einer eher vorsichtigen und vom Infektionsschutz dominierten Politik und hin zu einer weiteren Öffnung. Zudem freut sie sich, dass das Eckpunkte-Papier auch der Marburger Hochschule mehr Handlungsspielraum in Sachen Pandemie-Regeln einräume.

Dass Präsenz-Seminare an der Universität Marburg schon im Wintersemester wieder zum Regelfall werden, sieht Korn allerdings noch nicht. Die Hauptbegrenzung für dahingehende Planungen stellen laut der für Studium und Lehre zuständigen Vizepräsidentin die nicht ausreichenden Raumkapazitäten der Hochschule dar.

Kennenlernen für Erstsemester in Präsenz

Auch wenn der Corona-mäßige Sicherheitsabstand der Studierenden in Hörsälen von Seminarräumen von Regierungsseite nicht mehr zwingend mit mindestens 1,5 Metern vorgeschrieben ist, sondern nur „dringend empfohlen“ wird: an der Philipps-Universität sieht im kommenden Semester das Abstandskonzept für die Sitzplätze in den Uni-Sälen noch Mindestabstände zwischen 1,20 Meter und 1,30 Meter vor.

Die Vizepräsidentin weist im Gespräch mit der OP darauf hin, dass bei einer noch stärkeren Auslastung des Hörsaalgebäudes die Überprüfung der Studierenden auf ihren Status als Geimpfte, Getestete oder Genesene an den vier Zugängen immer komplexer und schwieriger werde. Und wenn man nur noch mit Stichproben überprüfen würde, würde das Risiko, eine große Zahl von Studierenden Corona-bedingt in Quarantäne zu schicken, noch ansteigen.

Vortragsveranstaltungen werden an der Universität auch im Wintersemester wohl zunächst eher im Saal der neuen Uni-Bibliothek als in der nicht mit einem so guten Lüftungssystem ausgestatteten Alten Aula der Universität stattfinden.

Aber die neuen Erstsemester können sich im Gegensatz zu ihren Vorgängern aus den zurückliegenden drei Semestern immerhin in der Orientierungswoche wieder auf mehr Präsenzveranstaltungen zum Kennenlernen in Kleingruppen freuen.

Von Manfred Hitzeroth

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