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Marburg Die Zeit der Tafel ist vorbei
Marburg Die Zeit der Tafel ist vorbei
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09:14 09.03.2020
In diesem Workshop ging es um die kabellose Vernetzung verschiedener Geräte. Quelle: Foto: Volker Kubisch
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Marburg

Während das digitale Klassenzimmer an einigen Schulen Alltag ist, ist es für andere noch absolutes Neuland. Entsprechend müssen auch viele Lehrkräfte erst einmal lernen, welche Technik sich am besten für ihren Unterricht eignet, wie sie am besten eingesetzt oder auch nur bedient wird.

Die Zeiten von Tafel, Overhead- oder gar Filmprojektor sind längst passé, Laptop, iPad, Smartphone und Smartboards sind heute die Mittel der Wahl. Mitunter kann sogar auf Hefte und Bücher verzichtet werden. Klassenarbeiten? Sind ja so was von „letztes Jahrhundert“!

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Digitale Lernkonzepte müssen erarbeitet werden

Doch wie bei so vielen Neuentwicklungen müssen auch digitale Lernkonzepte erst einmal erarbeitet werden. Lehrerinnen und Lehrer, die bereits seit Jahren im Beruf stehen, aber auch die angehenden, haben sich nun einen Tag lang intensiv mit diesem Thema beschäftigt. Am Studienseminar für Gymnasien Marburg kamen Lehrende und Studierende zusammen und haben sich in verschiedenen Workshops, sogenannten Themenboxen, über den aktuellen Status und weitere Entwicklungen informiert und Erfahrungsberichten von Kollegen gelauscht, deren Schulen bereits auf den Einsatz moderner Digitaltechnik setzen, wie es beispielsweise an der Richtsberg-Gesamtschule (RGS) der Fall ist. Wobei die RGS im Landkreis eines der Leuchtturmprojekte ist und bei den Workshopteilnehmern Fragen aufwarf wie „Wie könnt ihr denn da die Leistungen der einzelnen Schüler überprüfen?“ oder „Und wenn die Kids auf ihren iPads nur noch Filme gucken?“. Dass gerade der digitalisierte Unterricht an der RGS tatsächlich besser funktioniert als von vielen befürchtet, hat sich inzwischen erwiesen (die OP berichtete). Viele der Lehrenden interessierten sich aber auch für Workshops wie „Analog – digital im Vergleich Naturwissenschaft“, wo Erfahrungsberichte mit Praxisbeispielen vorgestellt wurden.

Blüten bestimmen durch „Flora Incognita“

Konkret beschrieben wurde hier die App „Flora Incognita“, die von der TU Ilmenau und dem Max-Planck-Institut entwickelt wurde. Wollte man noch vor ein paar Jahren eine Blüte bestimmen, musste man dicke Fachbücher wälzen. Heute richtet man die Kameralinse des Smartphones drauf, und schon ist das Rätsel gelöst. Auch hier kam es zur Diskussion, was sinnvoll ist und was nicht.

Ganz praktisch hingegen war der Workshop „Anleitung zur kabellosen Nutzung von Beamer und digitalem Whiteboard“. Hier lernten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ganz praxisnah die verschiedenen technischen Möglichkeiten kennen, wie sie ihren Laptop oder ihr Tablet mit der digitalen Tafel im Klassenzimmer verbinden können und so ihr vorbereitetes Unterrichtsmaterial didaktisch sinnvoll präsentieren.

Insgesamt waren an diesem Tag zehn Themenboxen angeboten worden, die einen Querschnitt der Möglichkeiten digitalen Unterrichts an unseren Gymnasien präsentierten. Am Ende gab es erwartungsgemäß viel Diskussionsbedarf unter den Teilnehmenden, sodass die Abschlussrunde dann doch noch nicht das Ende der Veranstaltung bedeutete, sondern noch viele Gespräche geführt und Erfahrungen ausgetauscht wurden.

Von Volker Kubisch

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