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Marburg Klimaschutz rückt in den Mittelpunkt
Marburg Klimaschutz rückt in den Mittelpunkt
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18:09 24.01.2021
Kirsten Fründt hat ihre Neujahrsansprache als Video produzieren lassen, das noch jederzeit angeschaut werden kann.
Kirsten Fründt hat ihre Neujahrsansprache als Video produzieren lassen, das noch jederzeit angeschaut werden kann. Quelle: Landkreis Marburg-Biedenkopf
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Marburg

Für Landrätin Kirsten Fründt lief 2020 alles andere als normal. Erst die vielen Zusatzarbeiten wegen Corona, dann der persönliche Schicksalsschlag, mit dem sie von Beginn an sehr offen umging. Ihr Jahresausblick auf 2021 zum digitalen Neujahrsempfang wurde im Schlossmuseum Biedenkopf als Video vorproduziert.

Und was steht nun an? Natürlich die weitere Auseinandersetzung mit Corona, aber politisch rückt der Klimaschutz ausgehend vom Klimaschutz-Aktionsprogramm mehr denn je in den Fokus. Fründt führte aus: „Eines der wichtigsten Tätigkeitsfelder beim Klimaschutz ist unsere Mobilität. Hier haben wir uns zum Beispiel im Radverkehr ehrgeizige Ziele gesetzt. […] Im Landkreis haben wir mit dem Fahrplanwechsel Mitte Dezember deutliche Verbesserungen im ÖPNV auf den Weg gebracht, unter anderem mit neuen Schnellbuslinien und Taktverbesserungen auf der Schiene.“ Das sei aber keineswegs schon alles gewesen. Und so sagt die Landrätin: „2021 nun geht es weiter mit den Machbarkeitsstudien für die Salzböde- und die Ohmtalbahn, den Railport Hinterland und das Güterverkehrszentrum Osthessen. Auch der Umbau zahlreicher Bahnhöfe ist im Gang oder in Planung, dasselbe gilt für insgesamt über 70 barrierefreie Bushaltestellen im Landkreis.“ Und es steht schon was fest: „Zum Fahrplanwechsel im Dezember 2021 wird es eine weitere Schnellbuslinie von Marburg nach Alsfeld, eine neue Busverbindung von Kirchhain nach Frankenberg und im Mai 2022 dann den Radwanderbus vom Bahnhof Niederwalgern nach Bad Endbach geben.“

Wie umfassend das Thema Klimaschutz ist, stellte Fründt anschließend dar: „Klimaschutz darf nicht nur für diejenigen selbstverständlich sein, die sich das leisten können. Darum ist sozial-gerechter Klimaschutz so wichtig. Und deshalb werden wir die Förderung von energetischen Sanierungen im Wohnungsbestand der Baugenossenschaften, an denen der Kreis beteiligt ist, fortsetzen.“

Und auch das war immer noch nicht alles. „Eine der zentralen Möglichkeiten, als Kreisverwaltung aktiv zum Klimaschutz beizutragen, ist die energetische Sanierung unserer eigenen Gebäude – sowohl unserer Schulen als auch der Verwaltungsliegenschaften. Hier müssen wir mehr tun, als uns in den letzten Jahren aufgrund der Einschränkungen des Haushaltsrechts möglich war. Deshalb habe ich dem Kreistag das vor einem Jahr angekündigte Investitionsprogramm als Entwurf im Umfang von 160 Millionen Euro vorgelegt.“

110 Millionen Euro davon sollen in die Schulen investiert werden, sowohl in die Gebäude als auch in die Digitalisierung. 20 Millionen Euro sollen zu einem Drittel für Radwege und zu zwei Dritteln für die Kreisstraßen eingesetzt werden, 30 Millionen für die Verwaltungsgebäude, unter anderem für deren energetische Sanierung. Bleibt noch das große Aufgabengebiet Digitalisierung. „Dabei geht es darum, die Effizienz der Arbeit der Kreisverwaltung weiter zu steigern und im Rahmen der Umsetzung des Online-Zugangs-Gesetzes unsere Dienstleistungen digital anzubieten, damit die Bürgerinnen und Bürger jederzeit digital mit ihrer Verwaltung kommunizieren und ihre Anliegen auch digital abwickeln können“, erläuterte Fründt. Dazu gab es auch ein Erklär-Stück zum Thema „Chatbot“ (wird noch einmal gesondert in dieser Zeitung vorgestellt).

PS: Immer wieder betonte die SPD-Frau Fründt auch die Leistungen und die gute Zusammenarbeit mit dem Ersten Kreisbeigeordneten Marian Zachow, der bekanntlich der CDU angehört. In Kommunalwahlkampfzeiten durchaus bemerkenswert.

Die ganze Rede ist auf der Homepage des Landkreises Marburg-Biedenkopf weiter abrufbar.

Standpunkt

Guter Versuch

von Götz Schaub

Ein Neujahrsempfang digital und für alle. Da wurde aus der Corona-Not wahrlich eine gute Idee geboren. Damit möglichst viele – zwar allein am eigenen Laptop oder Computer – den Empfang gleichzeitig miterleben sollten, wurde das Video der Landrätin in ein konkretes Zeit-Programm eingebaut. Doch wer auf die Anzahl der Mitgucker schaute, wurde enttäuscht. Zwischen 65 und 85 wurden nur angezeigt. Das waren wohl nur die, die auf den You-Tube-Kanal wechselten. Der Landkreis zählte tausend Zugriffe auf seine Seite und zeigte sich damit durchaus zufrieden, zumal auch das nachfolgende Chat-Angebot genutzt wurde.

Nun mögen viele sagen, dass lange Reden nicht so ihr Ding sind. Aber einmal im Jahr? Hier hatten und haben immer noch alle die Möglichkeit, einen Jahresausblick für den Landkreis doch recht komprimiert zu erhalten, ohne sich großartig anstrengen zu müssen. Also, wehe es kommt irgendwann einer um die Ecke und sagt, niemand habe darauf hingewiesen, dass die Erweiterung des Kreishauses deutlich teurer als geplant wird, und dass die da beim Kreis sowieso machen, was sie wollen.

von Götz Schaub

24.01.2021
24.01.2021