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Marburg Mit einem Klick in die große Digital-Welt
Marburg Mit einem Klick in die große Digital-Welt
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07:58 09.06.2020
Netzstecker, Kabel und Computer spielen bei der Digitalisierung eine große Rolle. Quelle: Axel Heimken/dpa/Archiv
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Marburg

„Wo ist denn jetzt schon wieder die Akte ,XY‘?“ – Eine solche Frage gehört im Kreishaus und seinen angeschlossenen Niederlassungen bald nicht mehr zum Sprachschatz der Mitarbeiter.

Denn Akte „XY“ wird es dann nur noch digital geben und entsprechend von allen, die daran zu arbeiten haben, immer griffbereit nicht auf dem Schreibtisch liegen, sondern im Computer aufrufbar sein. Und das immer in der aktuellsten Version.

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Die Digitalisierung schreitet mächtig voran. Und sie verliert für Skeptiker an Schrecken, weil dieses spröde Wort mittlerweile im Arbeitsalltag der Mitarbeiter immer präsenter und griffiger geworden ist. Digitalisierung bedeutet somit in erster Linie Arbeitserleichterung für alle und das soll, so Landrätin Kirsten Fründt, in zweifacher Weise wirken.

Einmal, wie beschrieben, im eigenen Haus, aber darüber hinaus auch bei der Kundschaft, die dann ganz bequem online Leistungen aus dem Kreishaus abfragen kann. So eine Digitalisierung geht nicht von heute auf morgen, sie bedeutet vor allem im Stadium ihres Aufbaus enorm viel Arbeit.

Sicherheit an erster Stelle

Aber auch davor ist der Landrätin nicht bange, denn sie hat eine Reihe von ausgewiesenen Experten an den Start gebracht, die diese Aufgabe in all ihren Facetten übernommen haben. „Wir gestalten den Wandel“, sagt sie, weiß aber auch, wie viel Arbeit hinter diesen wenigen Worten steckt. Dabei steht die Sicherheit der Daten an erster Stelle.

Mitarbeiter wie auch Kunden müssen sich schließlich darauf verlassen können, dass Unbefugte keinen Zugriff erlangen können. Auf der anderen Seite sollen ganz viele Daten an jeden gelangen können, der sich dafür interessiert. Gemeint sind dabei nicht nur die Bereitstellung von Infos und Formularen. Es geht auch um die Kreispolitik, das gestalterische Element für das Leben im Landkreis. Hier heißt die Zauberformel „Open Government“.

Mehr Personal eingestellt

Fründt will gestalten und Menschen dabei mitnehmen, ihnen die Möglichkeit geben, Einfluss auf die Gestaltung zu nehmen. „Wir sind in einer Zeit des Wandels auf vielen Gebieten. Die Digitalisierung ist ein Instrument am gesellschaftlichen Veränderungsprozess nicht nur zu partizipieren, sondern ihn selbst voranzubringen“, so die Landrätin.

Open Government soll auch dazu beitragen, Prozesse greifbarer zu machen, Barrieren zu senken und die kommunale Selbstverwaltung zu stärken. Einmal eingerichtet sollen auch über diese Schiene viele nachhaltige Projekte angestoßen, weiterentwickelt und unterstützt werden.

Für die konkrete Umsetzung hat der Landkreis Personal eingestellt und an vorderster Stelle nicht nur Experten, die nach einem Muster aufbauen können, sondern tatsächlich als übergeordnete Teammitglieder hessenweit mitgestalten und weiterentwickeln. Da wären zu nennen Olaf Kirsch, Chief Digital Officer und IT-Sicherheitsbeauftragter, Patrick Ludes als Koordinator Open Government und Thomas Knies, Fachdienstleitung Informationstechnik.

Auf Corona-Krise reagiert

Ihre Arbeiten sind schon so gut fortgeschritten, dass das Kreishaus in der Corona-Krise sehr schnell reagieren konnte und Mitarbeiter bestens ausgerüstet ins Homeoffice verlegen konnte. Über Video- und Telefonkonferenzen hielten die Abteilungen miteinander Kontakt und konnten ihre Aufgaben ohne Einschränkungen erledigen. „Wir haben eine Steuerungsgruppe eingerichtet, um vieles von dem, was wir jetzt machen mussten, mit in die Zukunft zu nehmen als normalen Alltag“, so Fründt.

Olaf Kirsch sieht den Kreis auf dem richtigen Weg und freut sich, dass auch bei der Auslagerung ins Homeoffice alles reibungslos klappte. „Die digitalen Prozesse müssen sicher sein, auch im Homeoffice. Selbst wenn das Passwort geknackt werden sollte, haben wir sichergestellt, dass nichts abfließen kann.“

Arbeit auf drei Ebenen

Derzeit ist alles im digitalen Fluss. Da muss auch eine gewisse Ordnung geschaffen werden. Mit dem Hessischen Landkreistag, dem Städte- und Gemeindebund und der ekom 21, dem kommunalen IT-Dienstleistungsunternehmen, werden gemeinsame Ziele verfolgt, arbeiten Arbeitsgruppen nicht für individuelle Lösungen, sondern an für alle einsetzbaren Lösungen.

Hiesige Fachpersonen arbeiten mit dem Landkreis Offenbach an einem Portal für das Jobcenter. Vornehmlich sollen die Felder zuerst abgearbeitet werden, die eine hohe Nutzerfrequenz erwarten lassen. Patrick Ludes ist sich sicher, dass Open Government ein Erfolg werden wird. Dabei gehe es darum, drei Ebenen voranzubringen. Man müsse für mehr Transparenz sorgen, also über das informieren, was gemacht werden soll.

Beteiligungsplattform

Dann muss es eine Beteiligungsplattform geben und die Zusammenarbeit forciert werden, indem Daten ausgetauscht werden können und die neu gewonnene Vorgehensweise die Qualität und die Akzeptanz des jeweiligen Ergebnisses erhöht.

Wie neuartiges Zusammenarbeiten gestaltet werden kann, soll in einem Projekt erprobt werden. Ein virtueller Streifzug durch eine fiktive Kommune ist möglich unter der Adresse www.schoenwetter-am-berg.de. Unter dem Pfad Rathaus, Bürgerservice, Online-Portal lässt sich finden, was alles zum Service gehören soll.

Von Götz Schaub

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