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Marburg Digital-Impfpass: Ansturm auf Apotheken bleibt aus
Marburg Digital-Impfpass: Ansturm auf Apotheken bleibt aus
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18:33 14.06.2021
Jan Kemmler lässt sich seinen digitalen Impfnachweis in der Apotheke an der Hohen Leuchte in Marburg von Lea Müller (links) und Dr. Claudia Baniahmad ausstellen.
Jan Kemmler lässt sich seinen digitalen Impfnachweis in der Apotheke an der Hohen Leuchte in Marburg von Lea Müller (links) und Dr. Claudia Baniahmad ausstellen. Quelle: Foto: Thorsten Richter
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Marburg

Es sind wenige Mausklicks, ein paar Eingaben auf der Tastatur – und in handgestoppten 50 Sekunden hat Dr. Claudia Baniahmad das erledigt, was gestern die wohl nachgefragteste Apothekerleistung war und noch eine Weile bleiben wird: den Corona-Impfnachweis aus dem gelben Papierausweis digitalisieren, für jeden vollständig Geimpften einen QR-Code zum Einscannen generieren.

„Ich war mindestens genauso überrascht wie die Kunden, dass die Sache so schnell und reibungslos klappt“, sagt Baniahmad, Inhaberin der Apotheke an der „Hohen Leuchte“. Die Software sei nicht nur simpel zu bedienen, auch die Verbindung zu den Servern blieb den Tag über stabil. Gezählt habe sie das Kundenaufkommen gestern nicht, aber es seien „regelmäßig Kunden reingekommen“. In der Pandemie-Bekämpfung sei sie „Kummer gewöhnt, aber diese Sache funktioniert gut“. Für Baniahmad klar: Das aktuelle Vorgehen wird Schule machen, es sei „unsere Schwimmübung“ auf dem Weg zur Einführungen von E-Rezepten.

Von „spürbarer Nachfrage“ spricht auch Sarah Nottelbaum, Apothekerin im Schlossbergcenter. Zwar sei der gestrige Tag „kein Vergleich zu dem regelrechten Ansturm damals bei den Gratis-Masken“ gewesen. Aber immer wieder hätten Kunden die Dienstleistung nachgefragt, die „froh sind, wenn das erledigt ist“. Denn: „Gerade diejenigen, die unmittelbar vor einer Urlaubsreise stehen, waren erleichtert, dass es funktionierte“, sagt Nottelbaum. So ist auch in der Lahn-Apotheke in der Universitätsstraße von „mehreren Dutzend“ Kunden die Rede, technische Probleme seien eher im Vorfeld rund um die Zugangsdaten zum System entstanden.

Ähnliches Bild auch bei Manfred Thedinga in der Rosen-Apotheke am Wilhelmsplatz: „Der Ansturm ist ausgeblieben.“ Offenbar hätten viele im Vorfeld verstanden, dass sie „nicht von Tag eins an einen digitalen Impfausweis auf dem Handy brauchen“, sondern dass das gelbe Buch weiterhin ausreiche.

„Es klappt gut“, sagte auch die Präsidentin der hessischen Apothekerkammer, Ursula Funke, gestern auf Nachfrage der Deutschen Presseagentur. Zwar habe es am Morgen noch einige technische Probleme mit dem Portal gegeben, diese seien aber schnell behoben worden. Sicher hätten mancherorts immer wieder Leute auch mal warten müssen, insgesamt habe es jedoch geklappt.

Wie viele der rund 1 400 Apotheken in Hessen die digitalen Impfnachweise ausstellen, ist Funke nicht bekannt. Sie gehe aber von einem flächendeckenden Angebot aus. „Es kann sein, dass der eine oder andere noch nicht dabei ist.“

Von Björn Wisker

14.06.2021
14.06.2021