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Marburg Die große Leere in Kindergärten und Schulen
Marburg Die große Leere in Kindergärten und Schulen
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21:53 04.05.2021
Ungewohntes Bild: In Marburg werden seit langem nur noch wenige Kinder in Kitas oder Grundschulen betreut.
Ungewohntes Bild: In Marburg werden seit langem nur noch wenige Kinder in Kitas oder Grundschulen betreut. Quelle: Peter Kneffel
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Marburg

Die Zahl der in Kindergärten und Krippen betreuten Mädchen und Jungen ist im Dauer-Lockdown niedrig. Wie die Stadtverwaltung auf OP-Anfrage mitteilt, waren Ende vergangener Woche – also seit Geltung des „Corona-Notbremsengesetzes“ – nur 1 250 der insgesamt rund 2 900 Unter-Sechs-Jährigen in den Marburger Einrichtungen. Das entspricht einer Auslastung von 43 Prozent. Wie viele der 340 weiteren Tagespflegepersonen-Plätze überhaupt genutzt werden, ist noch offen. So oder so liegt die aktuelle Quote nur leicht über dem Niveau von vor einem Jahr (36 Prozent), als nur Kinder von Eltern in systemrelevanten Berufen Anspruch hatten.

Kurz bevor im Juni 2020 vom Land Hessen eine „eingeschränkte Regelbetreuung“ und somit eine Art Wiedereröffnung ausgerufen wurde, gingen etwa 1 600 Mädchen und Jungen zwischen null und sechs Jahren in Marburger Kindergärten oder Krippen. Ab Mitte Juni bis zur regulären Schließzeit im Juli stieg die Zahl dann auf 2 000.

Seit dem ersten Lockdown im März 2020 bis zuletzt hatte Marburg – hinter Frankfurt – fast jede Woche hessenweit die höchste Auslastung, hieß es jüngst vom städtischen Jugendamt. Trotzdem liegt auch diese meist um die 50-Prozent-Marke, im Januar waren es 1 390, Ende Februar rund 1 700.

Grundschulen: Auslastungbei etwa einem Viertel

Im Grundschulbereich gibt es bereits seit Mitte April eine Notbetreuung, da der Präsenzunterricht aufgrund des Inzidenzwerts im Landkreis Marburg-Biedenkopf seit den Osterferien ausgesetzt wurde. Betreuungsangebote gibt es an 13 Grundschulen und der Schule am Schwanhof. 1 137 Kinder sind im laufenden Schuljahr nach Angaben der Stadtverwaltung angemeldet, davon gebe es 141 vorübergehende Corona-Abmeldungen. Vergangene Woche habe nur etwas mehr als ein Viertel, insgesamt 303 Kinder die Grundschul-Notbetreuung in Anspruch genommen. Die OP zeigt die Verteilung nach Stadtteil-Schulen, also wie viele der verfügbaren Plätze aktuell belegt sind.

Astrid-Lindgren-Schule: 45 von 179

Emil-von-Behring-Schule: 6 von 24

Erich-Kästner-Schule: 46 von 141

Gerhart-Hauptmann-Schule: 17 von 77

Geschwister-Scholl-Schule: 18 von 81

Grundschule Marbach: 54 von 130

Grundschule Michelbach: 17 von 68

Schule am Schwanhof: 6 von 21

Sophie-von-Brabant-Schule: 28 von 129

Tausendfüßlerschule Schröck: 5 von 37

Tausendfüßlerschule Bauerbach: 6 von 26

Grundschule West Elnhausen: 18 von 49

Grundschule West Cyriaxweimar: 6 von 23

Waldschule Wehrda: 31 von 152

Auffällig: In der Marbach und in Cappel – zwei der Stadtteile mit den meisten Platzangeboten – liegt die Betreuungsquote mit rund 40 Prozent deutlich höher als im Durchschnitt der Universitätsstadt. An den beiden anderen großen Betreuungs-Standorten, am Richtsberg und in Wehrda sind die Quoten dagegen unterdurchschnittlich.

Die Zahlen spiegeln nach Einschätzung der Stadtverwaltung aber nur den „ersten Bedarf“ wider, da die Erfahrung des Pandemie-Lockdowns gezeigt habe, dass je länger Schulschließungen dauern, auch die Notbetreuung mehr in Anspruch genommen werde. Dies gelte auch für den Bereich der Kindergärten und Krippen, wo in den vergangenen Monaten bei freien Trägern wie der evangelischen Kirche die Betreuungsquote höher lag als in städtischen Häusern. „Viele Einrichtungen rechnen damit, dass sich die Zahlen in den kommenden Wochen erhöhen werden“, heißt es von der Stadt.

Kaum Positiv-Tests bei Kleinkindern

Ein nennenswertes Corona-Infektionsgeschehen hat es in Marburg weder in Krippen, noch in Kindergärten oder Schulen gegeben. Zwischen September 2020 und Ende Februar dieses Jahres wurden nach Angaben der Stadtverwaltung 15 Kleinkinder und 26 Erwachsene – pädagogisches Personal – positiv auf Covid19 getestet. In Schulen, so das Staatliche Schulamt, sei der Befund ähnlich: Von den mehr als 32 000 Schülern und Lehrern sei nur ein Bruchteil positiv getestet worden (die OP berichtete). Ende vergangener Woche waren nur 70 der rund 1 000 als „aktive Fälle“ geltenden Menschen im Landkreis im Kita- oder Grundschulalter.

Von Björn Wisker

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