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Marburg Die durstige Stadt: Wie lange reichen Marburgs Vorräte?
Marburg Die durstige Stadt: Wie lange reichen Marburgs Vorräte?
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17:58 18.06.2021
Einer der Brunnen in Marburg, wo man Trinkwasser zapfen kann – doch wie sicher ist die Versorgung in Klimawandel-Zeiten grundsätzlich?
Einer der Brunnen in Marburg, wo man Trinkwasser zapfen kann – doch wie sicher ist die Versorgung in Klimawandel-Zeiten grundsätzlich? Quelle: Foto: Nadine Weigel
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Marburg

Wie wird sich der Trinkwasser-Verbrauch in Marburg entwickeln? Dazu soll umgehend eine Studie erstellt werden, gerade in Anbetracht der geplanten Ausweitung der Behringwerke, des Pharma-Standorts rund um Görzhäusen sowie dem auch damit verbundenen Einwohnerwachstum.

Stötzel: „Erschließen neue Brunnen“

Der Grund für die vom Magistrat zu beauftragende Studie: Die Grünen-Fraktion ist alarmiert, dass die „existenzielle Versorgung“ mit sauberem Trinkwasser gefährdet ist, wenn – wie vor wenigen Wochen vom Regierungspräsidium Gießen genehmigt – im Osten des Landkreises durch den Zweckverband Mittelhessische Wasserwerke immer mehr Grundwasser entnommen werde. Hintergrund: Das boomende Rhein-Main-Gebiet will immer mehr Wasser, das aus der Region rund um den Burgwald stammt, absaugen.

Es gelte laut der Grünen also zu untersuchen, welche Folgen diese Entscheidung gerade in Kombination mit Klimawandel und A-49-Weiterbau habe und unter welchen ökologischen Auswirkungen zusätzliche Wassermengen gewonnen werden können. Marburgs Stadtspitze habe die „Sicherstellung der Trinkwasserversorgung“ zu gewährleisten, die Studie diene als Vorarbeit.

Wie Bürgermeister Wieland Stötzel (CDU) sagt, würden Stadtwerke – die 58 Prozent des Marburger Wasserbedarfs förderten –, Zweckverband und Pharmaserv in der Frage bereits seit Jahren zusammenarbeiten. Der Abschlussbericht zur Untersuchung der zukünftigen Wasserversorgung der Region und der Behringwerke im Speziellen werde wohl im Sommer vorliegen. Man sei grundsätzlich aber bei Sicherung, Erneuerung und Erweiterung – etwa der Erschließung neuer Brunnen – der Infrastruktur „vorausschauend“ aktiv. Daher gelte: „Die Wasserversorgung in Marburg ist auf lange Frist gesichert“, sagt Stötzel.

Heimische Umweltverbände kritisieren ihrerseits seit einer Rodung im Marbacher Wald, an einer Stelle, wo zwei Wasserbehälter von je 5 000 Kubikmeter Fassungsvolumen für den Pharmastandort errichtet werden sollen, dass immer mehr Flächen versiegelt und die kostbare Ressourcen regionalen Wassers knapp werden, wie etwa Nabu-Mann Hartmut Möller sagte. Man dürfe „dem Naturraum nicht noch mehr Grundwasser entziehen, um die Region zu versorgen,“ heißt es von Dr. Anne Archinal von der Aktionsgemeinschaft „Rettet den Burgwald“

Man solle für die Pharmastandort-Erweiterung wenigstens das wertvolle Trink- durch Brauchwasser ersetzen. Man könne auch auf den Parkflächen anfallendes Regenwasser zur Toilettenspülung benutzen. Dem Landschaftswasserhaushalt, so der BUND, könnten „keine weiteren Belastungen zugemutet werden“.

Von Björn Wisker

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